Justin Timberlake
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Auf seinem vierten Album schlägt Justin Timberlake neue Töne an. Das Rad hat er zwar nicht neu erfunden, und das neue Album hat ihm auch viel Kritik eingebracht. Aber: Man muss auch mal 'was ausprobieren. Wir honorieren das mit dem Prädikat hr1-CD der Woche.

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„Die Verbindung von Country und Southern-Rock mit R'n'B ist vielleicht nicht durchweg gelungen, spannend ist sie allemal.“ Zitat von hr1-Musikredakteurin Inge Lauter
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Justin Timberlake: "Man of the Woods"
Label: SMI/RCA
VÖ: 2. Februar 2018

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Man kann ihm nicht entgehen: Justin Timberlake beherrscht seit einer Woche die Schlagzeilen. Am 2. Februar kam sein neues Album "Man Of The Woods" raus. Am 4. Februar stand er vor weltweit rund einer Milliarde TV-Zuschauern auf der Bühne, in der Halbzeit-Show des Superbowl, bereits zum dritten Mal. Und schon jetzt hat es sein Album "Man Of The Woods" auf Platz 1 der deutschen Albumcharts geschafft.

Es gibt aber auch viel Kritik. Mit seinem inzwischen vierten Solo-Album spaltet Justin Timberlake: Während das Wochenblatt "Die Zeit" zum Beispiel von einem "versemmelten" Album spricht, schreibt der britische Guardian: "Er hat Country, Western und Southern Rock seiner Heimat Tennessee mit aktuellem R'n'B gemischt, und es ist schwer, davon nicht beeindruckt zu sein."

Das Cover von Justin Timberlakes Album "Man of the Woods"
Das Cover von Justin Timberlakes Album "Man of the Woods" Bild © Sony Music

Modern Americana

Die Gerüchte, dass Timberlake womöglich ein Country-Album aufgenommen hat, haben im Vorfeld wohl falsche Erwartungen geweckt. Viele Popstars haben zwar in den vergangenen Jahren Country für sich entdeckt, und Country-Pop erobert die Pop-Charts. Aber Justin Timberlake liefert definitiv keinen Counry-Pop auf "Man Of The Woods". Er bezeichnet den neuen Sound als "Modern Americana mit digitalen Sounds", und probiert damit etwas Neues. Er versucht, seine bewährten Hit-Muster zu durchbrechen. Das gelingt nicht durchweg, und das Album wirkt dadurch nicht wie aus einem Guss. Aber die Songs sind vielschichtig, und man hört die detailverliebte Arbeit der beiden Produzenten Pharrell Williams und Timbaland.

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Gut für die Tanzfläche

Justin Timberlakes zeitgenössischer Pop- und R'n'B-Mix klingt weniger urban, funktioniert aber wieder sehr gut für die Tanzfläche, und er klingt in manchen Tracks funky wie Earth, Wind & Fire oder Michael Jackson. Die folkigen Elemente sind meist dezent, manchmal auch deutlich. Während ein Song wie "Flannel" einen sentimentalen Country-Sound zelebriert, klingt die erste Single "Filthy" futuristisch, provozierend und düster.

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Der gelungenste Country-R'n'B-Hybrid vom Album ist "Say Something", das Duett von Justin Timberlake mit Country-Star Chris Stapleton, mit akustischen Gitarren und dezentem elektronischen Klangteppich.

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Das bisher persönlichste Album

Justin Timberlake bezeichnet "Man Of The Woods" als sein bisher introspektivstes und persönlichstes Album. Seit "The 20/20 Experience" sind fünf Jahre vergangen, und Justin Timberlake ist in der Zeit Vater geworden. Diese neue Erfahrung verarbeitet er auf "Man Of The Woods". Das Album hat Justin Timberlake nach seinem Sohn Silas benannt, dessen Name "Mann aus dem Wald" bedeutet. Als sich Justin Timberlake zum ersten Mal mit dem Produzenten-Team The Neptunes, Pharrell Williams und Chad Hugo für das neue Album traf, kam die Rede auf den Namen Silas. Als sie herausfanden, dass er "Man Of The Woods" bedeutet, hatten sie den Albumtitel und produzierten als erstes den Titeltrack.

Die Familie von Timberlake durfte auch mit ins Studio. Ehefrau Jessica Biel spricht das Intro zu dem Song "Flannel" und erzählt, wie es sich anfühlt, wenn sie das Hemd ihres Mannes trägt. In "Young Man" hört man Sohn Silas' Babygebrabbel.

Sendung: hr1, hr1-Start, 9. Februar 2018, 7:45 Uhr

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