Steven Wilson auf der Bühne
Bild © Hajo Mueller

Steven Wilson ist bekannt für detailverliebten Prog-Rock. Auf dem neuen Album weicht aber das Komplizierte dem Einfachen.

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„Steven Wilson versteht es, auch Popsongs Konzept und Inhalt zu geben.“ Zitat von hr1-Musikredakteur Maik Fischer
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Steven Wilson: "To the Bone"
Label: UMI/Caroline Distribution
VÖ: 18. August 2017

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Steven Wilson sorgt dafür, dass die progressive Rockmusik auch 50 Jahre nach ihrer Entstehung weiter lebt. Seine Ursprünge hat das Genre in den späten 60ern. Komplexe Harmonien, Songs in Überlänge – die Kernbesetzung des Rock aus Gitarre, Schlagzeug und Bass wird um Keyboards, Flöte, Saxophon, Streicher und Bläser erweitert. Alben bekommen ein inhaltliches Konzept – fokussiert auf gesellschaftliche, politische oder fiktive Themen. "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von den Beatles wird eines der ersten Prog-Alben der Rockgeschichte.

Den Computer nutzt er nur zum Arbeiten

Steven Wilson macht während seiner Kindheit in den 70ern erste Erfahrungen damit. Damals hört er die Platten seines Vaters: von Pink Floyd oder Mike Oldfield – komplexe Sounds von komplizierten Typen. Mit gesundem Respekt, Können und Detailversessenheit restauriert er später die Album-Klassiker vieler seiner Idole und Kollegen: von Roxy Music, Tears For Fears und den Simple Minds. Die Stars vertrauen ihm, auch wenn es im Studio mal Meinungsverschiedenheiten gibt. Steven Wilson gilt als Workaholic. Einen Fernseher hat er nicht, mit Facebook und Twitter kann er auch nichts anfangen, den Computer nutzt er zum arbeiten. Am liebsten sitzt er in seinem Londoner Studio und tüftelt an neuen Projekten.

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Das Chaos der globalen Gesellschaft

"To the bone" heißt das neue Album, das viele Wilson-Fans überraschen dürfte – eine Platte, auf der das Komplexe dem Einfachen gewichen ist, statt Prog-Rock gibt es unaufgeregten Pop – ABBA, Kate Bush und Depeche Mode lassen grüßen. Peter Gabriels Erfolgsalbum "So" von 1986 soll den Impuls für das neue Album geliefert haben. Die Songs darauf fangen das Chaos der globalen Gesellschaft ein: die plötzliche Endlichkeit menschlichen Daseins, den medialen Exhibitionismus und die Wirren in Zeiten von Trump und Terror. Steven Wilson versteht es, auch Popsongs Konzept und Inhalt zu geben.

Das Cover von Steven Wilsons Album "To the Bone"
Das Cover von Steven Wilsons Album "To the Bone" Bild © Lasse Hoile

Sendung: hr1, hr1-Lounge, 18. August 2017, 19 Uhr

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