Lactobacillus
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Er ist der Star unter den Mikroben und wird 2018 besonders gefeiert: Der Lactosebazillus, auch bekannt als Milchstäbchen. Diese Mikrobe ist ein abolutes Multitalent und sorgt dafür, dass es uns gut geht und schmeckt. Wie sie das macht, erfahren Sie hier.

"Der Lactosebacillus ist der Wächter unseres Immunsystems", sagt Dr. Christine Lang, Professorin für Mikrobiologie und Molekulargenetik an der Technischen Universität in Berlin, im Gespräch mit hr1. Diese Mikroben schützen uns nämlich vor Krankheitserregern, regulieren unser Immunsystem und sorgen dafür, dass die Abwehr funktioniert. Aber die Bazillen, die auch Milchstäbchen genannt werden, können noch mehr: Sie sind wichtig, um unseren Stresslevel zu regulieren und halten die Verdauung auf Trab.

Für Genießer unverzichtbar

Auch in der Lebensmittelherstellung spielen Lactosebazillen eine wichtige Rolle. Produkte, die sauer werden können, bleiben haltbar. Die Mikrobe kann nämlich aus Kohlenhydraten Milchsäure machen und dadurch den PH-Wert senken, in Käse oder Joghurt zum Beispiel, aber auch in eingelegtem Gemüse, Sauerkraut oder Sauerteig. Etwa 5.000 solcher Lactobacillus-fermentierter Lebensmittel sind weltweit bekannt.

Teil der europäischen Kulturgeschichte

Vor rund 7.000 Jahren entdeckten Viehzüchter in Mitteleuropa Milchprodukte für sich. Das eigentlich nur bei Säuglingen vorhandene Enzym Lactase für den Abbau von Milchzucker blieb daraufhin auch im Genom erwachsener Mitteleuropäer aktiv. Der Bazillus begleitet uns von Anfang an: Bei der Geburt werden die Bakterien auf das Baby übertragen. Die Laktosebazillen schützen das Neugeborene vor Krankheitserregern. Es gibt Hinweise, dass Laktobazillen die Wahrscheinlichkeit von Allergien und Autoimmunkrankheiten wie Diabetes und Morbus Crohn verringern.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 9.1.2018 10 Uhr

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