Mann sitzt mit hinter dem Kopf verschränkten Armen auf einem Sofa
Bild © Model Foto: Colourbox.de

Zu Neujahr verlängern viele die ohnehin erdrückende Aufgabenliste gerne noch einmal um ein paar gute Vorsätze. Wir finden: Das muss nicht sein! Wie man entspannter und glücklicher werden kann, indem man Dinge weg lässt, erklärt hier ein Zeitexperte.

Jonas Geißler
Jonas Geißler Bild © Nils Schwarz

"Let it be" anstatt "To do" – das ist die Philosophie von Zeitexperte Jonas Geißler. Der 38-Jährige lehrt an der Universität in München und arbeitet als Berater für Gruppen und Unternehmen in Veränderungsprozessen. Das Hauptthema dabei ist meistens die Zeit. In einer kleinen hr1-Serie zum Jahresbeginn erklärt Jonas Geißler, wie genau das "let it be"-Konzept funktioniert, und beantwortet auch Ihre Fragen dazu. Einige Hintergründe und Tipps dazu gibt es schon jetzt hier.

Die Idee

Im Alltag ist bei vielen Menschen der Fokus eher auf die Aufgaben, also das "To do" gerichtet. Geißler sagt jedoch: Um Dinge zu tun, müssen wir andere Dinge sein lassen. Diese Dinge ebenfalls zu beachten, kann uns zufriedener und auch effizienter machen.

So funkioniert's

  • Machen Sie statt einer "To do"-Liste eine "Let it be"-Liste. Darauf können Dinge stehen, die Sie im Alltag nerven, aber auch solche, die Sie schon lange vor sich herschieben.
  • Schreiben Sie für den Anfang ganz banale Dinge auf: Wenn Sie zur Arbeit gehen, können Sie nicht gleichzeitig die Wäsche aufhängen. So dominiert im Idealfall am Ende des Tages nicht das Gefühl, Dinge nicht geschafft zu haben.
  • Arbeiten Sie sich von kleinen Dingen zu größeren vor: Schauen Sie erst auf den kommenden Tag, dann auch auf den weiteren Kalender.
  • Machen Sie sich dabei Gedanken darüber, was die Konsequenzen wären, wenn Sie einzelne Dinge weglassen, zum Beispiel ein Meeting, bei dem Sie sich sowieso unnütz fühlen.
  • Wenn Sie die Auswirkungen nicht einschätzen können, rät Geißler zum Ausprobieren. Selbst, wenn es Ihnen auf die Füße fällt, wissen Sie in Zukunft immerhin, warum Sie etwas tun müssen.
  • Mehr Inspirationen für Ihre "Let it be"-Liste gibt es hier.

Das bringt's

Dinge bewusst nicht zu tun, befreit uns von der Erwartungshaltung, wir müssten ständig alles erledigen. Langfristig lernen wir so auch, bessere Zeitentscheidungen zu treffen, weil wir einschätzen können, was wichtig ist und was nicht. Und auch mehr Genügsamkeit lässt sich durch "Let it be" lernen.

Weitere Informationen

Noch mehr zum Thema in hr1

Vom 2. bis zum 5. Januar erklärt Jonas Geißler in hr1-Start, woher unsere Angst kommt, ständig etwas zu verpassen, was Autonomie mit Glück zu tun hat und gibt noch mehr Tipps zur "Let it be"-Methode. Außerdem sprechen wir auch mit anderen Gästen über das Thema.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr1, hr1-Start, 2. Januar 2018, 6 Uhr

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