Das Cover von Nell Leyshons "Die Farbe von Milch"
Das Cover von Nell Leyshons "Die Farbe von Milch" Bild © Eisele-Verlag

Nell Leyshons neuer Roman ist ein beeindruckendes Buch über Klassenunterschiede und Willkür, das vor allem auch mit seiner Sprache punktet.

Zitat
„'Die Farbe von Milch' hat mich tief beeindruckt, ja ein Stück weit erschüttert“ Zitat von Nicole Abraham
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Information

Nell Leyshon: "Die Farbe von Milch"
Roman, 208 Seiten
Verlag: Eisele
ISBN: 978-396161000-6
Preis: 18 Euro

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"Die Farbe von Milch" war für den Prix Femina nominiert, neben namhaften Autoren wie James Salter oder Zeruya Shalev. Was diesen Roman so besonders macht, ist zum einen die Geschichte, vor allem aber die Sprache, die auch in der Übersetzung nichts von ihrem Zauber verliert.

Wir schreiben das Jahr 1831. Mary ist gerade 15 geworden, ihr Haar hat die Farbe von Milch und Mary hat einen Gehfehler. Ihr Leben ist alles andere als schön und sorgenfrei. Sie muss auf dem elterlichen Hof mit ihren drei Schwestern hart arbeiten, sie kann weder lesen noch schreiben und muss die Gewaltausbrüche ihres Vaters über sich ergehen lassen. Doch dann ändert sich alles: Mary soll ab sofort im Haushalt des Herrn Pfarrer aushelfen.

Der Hölle auf dem Hof des Vaters entkommen

Ja, aber sie will immer wieder zurück nach Hause. Auch, weil ihr Großvater auf dem Hof lebt, die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis zueinander. Beim Pfarrer lernt sie eine fremde Welt kennen, nach der Armut zu Hause kommt sie in Berührung mit dem bürgerlichen Leben. Sie hat plötzlich ein eigenes Bett, genug zu Essen und liebt es, der Pfarrersfrau Gesellschaft zu leisten. Als diese stirbt, nimmt Marys Schicksal eine dramatische Wendung.

Mitlesen, wie Mary sich entwickelt

Mary ist anfangs ungebildet, einfach in ihrer Art, aber klug, oft schweigsam – aber wenn sie redet, ist sie schlagfertig und trifft den Nagel auf den Kopf. Im Verlauf des Buches gewinnt Mary immer mehr an sprachlicher Sicherheit. Wie das für uns Leser mithilfe der Sprache sichtbar gemacht wird, ist außergewöhnlich. Wir können mitlesen, wie sich Mary entwickelt.

"Die Farbe von Milch" ist aber auch ein Roman über Klassenunterschiede und die Willkür, der eine junge, standeslose Frau Anfang des 19. Jahrhunderts ausgesetzt war.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 8. November 2017, 10 Uhr

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