Nicol Ljubic: Ein Mensch brennt
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Wann schlägt der Einsatz für eine bessere Welt um, wann wird aus Idealismus Selbstgerechtigkeit und Wichtigtuerei? Die Protagonisten dieses Romans müssen es schmerzlich erfahren.

Zitat
„Sehr lebendig, sehr echt, aber auch sehr provokant“ Zitat von Stefan Sprang
Zitat Ende
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Nicol Ljubić: "Ein Mensch brennt"
Roman, 333 Seiten
Verlag: dtv
ISBN: 3-423-28130-0
Preis: 20 Euro

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Der Titel des Buches geht auf den Umweltaktivisten Hartmut Gründer zurück. Für seine Mission, den „Lebensschutz“, wie er das genannt hat, hat er gebrannt. Und das so sehr, dass er sich aus Protest und Verzweiflung am Ende tatsächlich öffentlich selbst verbrannt hat im November 1977. Soviel zum Hintergrund, denn in Ljubics Roman geht es um die fiktive Familie Kelsterberg, die Hartmut Gründler als Untermieter aufnehmen. Und das ist der Anfang vom Ende dieser Familie.

Es ist die Mutter, mit der etwas passiert. Sie ist eine Frau, die ist reduziert auf die Rolle als Heimchen am Herd. Sie will aber mehr, als abends Papa die Socken raus legen. Hartmut, der Aktivist, der wird plötzlich für sie zu einer Art „role model“, also Vorbild. Sie fängt an ihn zu verehren, sie übernimmt seine Ziele. Sie unterstützt ihn, wo sie kann. Damit sie rückt sie aber auch immer mehr weg von Ehemann und Sohnemann.

"Sehr berührend, ich habe mitgelitten"

Nicol Ljubic
Bild © dtv Verlag / Jens Oellermann

Erzähler ist Hanno, der Junge von einst. Und seine naive Kindersicht, die sorgt immer wieder für ganz viel auch entlarvenden Witz. Auf der anderen Seite ist der Roman aber auch die Geschichte eines Sohnes, der bis zu deren Tod um die Liebe der Mutter kämpft. Und das hat mich doch immer wieder sehr berührt, da habe ich mit gelitten.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 27.09.2017, 10 Uhr

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