Siedler von Catan

Würfeln, siedeln, handeln: Von Hessen aus hat das beliebte Strategiespiel mit seiner Mischung aus Würfelglück, Spielgeschick und immer neuen Variationen seit 1995 die Welt erobert. Wie "Catan" in Japan zum Erfolg wurde, wo man mit dem Erfinder spielen und wie man ein Spiel gewinnen kann - das lesen Sie hier.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klaus Teuber: "Catan hat mich glücklicher gemacht."

Klaus Teuber Catan
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Schon der Start des Spiels ist furios. Als "Die Siedler von Catan" am 2. Februar 1995 auf der Spielwaren- messe in Nürnberg vorgestellt wird, geht sofort die gesamte Erstauflage von 3.000 Exemplaren über den Ladentisch. Im selben Jahrt folgt die Auszeichnung zum "Spiel des Jahres".

Seitdem spielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt "Catan" - ganz einfach in der Basisversion oder mit diversen Erweiterungen und Szenarien wie "Seefahrer", "Städte & Ritter", "Alexander der Große". Sie tauschen Getreide gegen Holz, bauen Straßen und Städte, stechen in See und besiedeln neue Ufer. Die Besten messen sich bei Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften.

Komplexe Einfachheit

Catan

Der Erfolg von "Catan" liegt dabei in seiner Einfachheit und seinen schier unendlichen Variationen - auch wenn das Strategiespiel auf den ersten Blick sehr komplex erscheint. Die sechseckigen Spielfelder sowie die variabel einsetzbaren Zahlenchips ermöglichen immer neue und spannende Konstellationen. Die Spieler benötigen neben Würfelglück auch Verhandlungsgeschick, strategisches Denken und diplomatisches Feingefühl. Man kann alleine agieren oder Allianzen schmieden. Also fast wie im wahren Leben. "Es ist ein sehr kommunikatives und friedliches Spiel. Man zerstört nicht, sondern baut auf und muss andere Spieler überzeugen können", so Catan-Entwickler Klaus Teuber.

Klaus und Benjamin Teuber

Für den Erfinder ist "Die Siedler von Catan" bereits das vierte Spiel, dass als "Spiel des Jahres" geehrt wird. Der Zahntechnikermeister aus Roßdorf im Odenwald ist bei der Markteinführung 1995 noch Geschäftsführer eines Dentallabors. Erst 1999 macht er sich als hauptberuflicher Spieleentwickler selbstständig. Heute führt er zusammen mit seinen Söhnen Guido und Benjamin die "Catan GmbH". Seit 2015 heißt sein Erfolgsspiel offiziell nur noch "Catan" - eine Folge der internationalen Vermarktung. Es ist die zweitstärkste Brettspielmarke der Welt und wird scherzhaft auch "Monopoly-Killer" genannt.

"Die Siedler von Catan": Zahlen, Fakten, Wissenswertes

  • Hinter der Spielidee steht die Geschichte einer Insel, die im 9. Jahrhundert von Wikingern besiedelt werden soll.
  • Das Spiel und seine Erweiterungen wurden mehr als 30 Millionen Mal verkauft, in über 40 Sprachen übersetzt und in über 70 Ländern verlegt.
  • Zusätzlich zum Brettspiel gibt es Kartenspiele, Computerspiele und Apps.
  • Das Computerspiel erschien bereits 1997. Eine erste Version programmierte Klaus Teuber in Excel.
  • Seit 2007 gibt es "Die Siedler von Hessen". Die catantypischen Sechseckfelder bilden die hessische Landkarte und geben die realen geografischen Gegebenheiten wieder. Bei den Spielregeln gibt es aufgrund der besonderen Spielfeldaufteilung ein paar kleine Änderungen.
  • Am 10. Oktober 2015 stellten Catan-Fans auf der Brettspielmesse in Essen einen Weltrekord auf: 1.040 Spieler spielten gemeinsam an einem fast 500 Meter langem Spielbrett.
  • Die meisten Spiele im Verhältnis zur Bevölkerung eines Landes wurden in den Niederlanden verkauft.
  • Bevor sich der Kosmos-Verlag, der seine Spieleabteilung eigentlich schon schließen wollte, die Rechte an Catan sicherte, hatten bereits zwei renommierte Verlage dem Spiel eine Abfuhr erteilt.
  • Schöpfer Klaus Teuber spielt abends manchmal Catan online - allerdings anonym. Es kann also sein, dass man in der Onlineversion gegen ihn antritt.
  • Das Sonnenmotiv auf dem Spielekarton ist von einem Poster zum Musical "Miss Saigon" inspiriert.
  • Klaus Teuber überlegte sich für sein Spiel "Die Siedler von ..." zehn Fantasienamen. Catan kam aufgrund seines Klangs am besten an.
  • Die Prototypen des Mutterschiffs aus der Erweiterung "Die Sternenfahrer von Catan" fertigte Klaus Teuber zum Teil aus Material aus einem Kaugummiautomaten.
  • In Japan wurde das Spiel erst zum Erfolg, nach dem die Größe des Spielplans der Größe der in Japan deutlich kleineren Wohnzimmertische angepasst wurde.
  • Studenten der Technischen Universität Hamburg entwarfen gemeinsam mit dem Zentrum für Lehre und Lernen und dem Blinden und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. eine Catan-Version, die auch von Nicht-Sehenden gespielt werden kann.

Sendung: hr1 Koschwitz am Morgen, 24.1.2020, 5-9 Uhr

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