Sandmännchen Ost und West

Am 22. November 1959 ging der Ost-Sandmann - acht Tage vor seinem Westbruder - mit seinen Kurzgeschichten als Abendgruß für Kinder in der DDR auf Sendung. 1961 stand auch ein hessisches Sandmännchen vor der Kamera, allerdings nur für eine Folge. Wir blicken zurück und schwelgen in Nostalgie.

Sandmännchen heute

Das Ost-Sandmännchen wurde ins Leben gerufen, um Kinder mit einer Gute-Nacht-Geschichte ins Bett zu bringen und so für angenehme Träume zu sorgen. Es gehört zweifelsohne mit zu den wenigen Gewinnern der Wende; sein westliches Pendant wurde mangels Erfolg 1989 wieder abgesetzt.

Die Wende überlebte nur das Ost-Sandmännchen

Von 1959 bis 1989 wurde im geteilten Deutschland sowohl "Unser Sandmännchen" beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) der DDR als auch eine Sendung gleichen Konzepts bei der ARD in der Bundesrepublik Deutschland unter dem Titel "Sandmännchen" vom SFB produziert und gesendet.

Seit der Wiedervereinigung wird im Auftrag der ARD "Unser Sandmännchen" vom Rundfunk Berlin-Brandenburg weiter produziert und in den Vorabendprogrammen des RBB, des MDR und des KiKA gesendet. Seitdem ist nur noch die (leicht abgewandelte Version) des Ost-Sandmännchens zu sehen, deren Entwicklung auf den Bühnen- und Kostümbildner Gerhard Behrendt (1929-2006) zurückgeht.

Der Schlüssel zum Erfolg: Puppe, Lied und Fahrzeuge

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kinder und Erwachsene erzählen vom Sandmännchen

Sandmännchen
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Die Grundidee zu den Geschichten des berühmten Traumsandbringers entstammt literarischen Vorlagen wie "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann oder auch "Ole Lukoje" von Hans Christian Andersen. Auch darin streut eine Figur den Kindern Schlafsand in die Augen, um ihnen angenehme Träume zu schenken. Bis heute ist das Sehen dieser Sendung für viele Kleinkinder ein wichtiges Ritual vor dem Zubettgehen.

Seit 1999 laufen die Folgen des Sandmännchens nicht mehr als reine Puppentrickfilme, sondern werden auch mit Hilfe von Computeranimationen hergestellt. Dabei reist das Sandmännchen nicht mehr zu den unterschiedlichen Völkern dieser Welt, sondern meist in Phantasie- oder Tierwelten.

Einzigartig wie der Sandmann selbst ist sein Fuhrpark mit inzwischen mehr als 300 verschiedenen Fortbewegungsmitteln. Rund 200 davon wurden mit viel Liebe zum Detail von Harald Serowski (1929-2005) entworfen. Das Sandmännchen kommt im Unterseeboot oder mit dem fliegenden Teppich, lenkt Straßenbahnen, Fahrräder und Autos jeglicher Art, fährt Ski oder schwebt im Heißluftballon. Es flog sogar mit einem Raumschiff ins All und landete auf dem Mond.

Weitere Informationen

Sonderfolgen zum Jubiläum

Anlässlich des Jubiläums zeigt KiKA zudem ab dem 26. November immer dienstags in "Unser Sandmännchen" (rbb/MDR/NDR) neue Folgen von "Pittiplatsch" und feiert mit Überraschungsgästen im "KiKA-Baumhaus", einem Online-Wunschrahmen-Voting und vielen weiteren Geburtstagsüberraschungen.

Weiterführende Links:
www.sandmann.de
www.filmmuseum-potsdam.de
www.diaf.de

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Der Schlüssel zum Erfolg liegt für viele Fans im Zusammenspiel von Puppe, Sandmann-Lied und wechselnden Fahrzeugen. Puppengestalter Behrendt selbst beschrieb den Sandmann einmal so: "Er hat Kindliches, als auch das Merkmal der Weisheit und Würde des Alters." In der DDR war der Sandmann einst auch politisch engagiert: Er fuhr zu sozialistischen Freunden in die Sowjetunion, nach Kuba und Vietnam, aber auch ins Pionierlager und zur Nationalen Volksarmee (NVA).

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Haben Sie als Kind auch regelmäßig das Sandmännchen geschaut?

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 22.11.2019, 5 - 9 Uhr

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