Die Dire Straits bei einer Foto-Session in einer U-Bahn-Station
Die Dire Straits bei einer Foto-Session in einer U-Bahn-Station 1985 Bild © Imago Images

Während in den 80ern eigentlich synthetische Klänge dominierten, landeten die Dire Straits mit einer klassischen Rock-Besetzung und E-Gitarren-Sounds eines der erfolgreichsten Alben des Jahrzehnts.

Weitere Informationen

Information

Album: "Brothers In Arms" 
Band: Dire Straits 
Veröffentlichung: Mai 1985 
Besondere Songs: Brothers In Arms, So Far Away, Money For Nothing, Walk Of Life 
Chart-Erfolge: USA, Kanada, Frankreich, Deutschland u.a. #1

Ende der weiteren Informationen

Der Soundtrack der 80er, das sind vor allem Synthesizer, elektronische Klänge, Schlagzeugsounds vom Computer. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Dire Straits machen Mitte der 80er ein Album nach alter Schule mit E-Gitarren und Rockband-Besetzung. Vielleicht wird die LP "Brothers in Arms" gerade deshalb eine der erfolgreichsten der 80er. 

"Brothers in Arms" - Kampfgefährten nennen die Dire Straits ihr neues Werk. Das trifft die Realität der Dire Straits ganz gut. Denn nach jahrelangem Tingeln geht es Schritt für Schritt aufwärts. Als 1985 "Brothers in Arms" erscheint, sind die Dire Straits schon längst eine Erfolgsgeschichte. Die Platte mit der verchromten Gitarre auf dem Cover setzt noch einen drauf - mit Hits wie dem Titelsong, "Walk of Life" oder "So far away" und mit über 30 Millionen verkauften Tonträgern. 

Auch technisch markiert Brothers in Arms eine Wende. Das Album ist eine der ersten Produktionen, die komplett digital aufgenommen werden. "Brothers in Arms" ist - zumindest in Deutschland - auch das erste Pop-Album, das als CD veröffentlicht wird. 

Das Plattencover des Dire Straits-Albums "Brothers In Arms"
Das Plattencover des Dire Straits-Albums "Brothers In Arms" Bild © Plattenfirma

"Money for Nothing" 

Nicht zu vergessen der größte Hits der Dire Straits: "Money for Nothing", eine ironische Kritik an den gerade populär werdenden Musik-Video-Kanälen und am Image der Popstars. "Geld für's Nichtstun", ganz so ist es im Popgeschäft ja auch nicht. Die Idee zu der Nummer kommt Bandchef Mark Knopfler 1985, als er in einem New Yorker Kaufhaus einen Mann beobachtet, der vor einer Bildschirmwand steht und sich lautstark über die dort laufenden Musikvideos aufregt. Knopfler besorgt sich sofort Zettel und Stift und schreibt das Geschimpfe mit, um die Tirade so authentisch wie möglich einzufangen. 

"Die Kerle arbeiten nichts, kriegen Geld und ihre Weiber für nix", heißt es im Text, und der wird heiß diskutiert, denn Knopfler benutzt im weiteren das schwulenfeindliche Wort "Faggot": "Siehst du die kleine Schwuchtel mit Ohrring und Makeup, der ist Millionär!" Das zetert aber nicht Knopfler, sondern eine besonders hässliche Spielart der Volksstimme. 

Das Video zum Song ist herrlich selbstironisch und untergräbt das 1985 noch relativ junge Medium Musikfernsehen, also MTV, indem es sich über die glamouröse Clip-Kultur lustig macht. Hier tragen lego-artige kleine Speditionsarbeiter die Inneneinrichtung eines gefloppten und gepfändeten Popstars aus der Wohnung – und machen sich dabei gründlich über ihn lustig. Im Refrain jammert dazu kein Geringerer als Kollege Sting - der sein MTV zurückhaben möchte. 

Stets bescheiden 

Trotz seines gigantischen Erfolgs gibt sich Mark Knopfler bescheiden. Von Ruhm und Prominentenkult hält er nichts. Auch, was sein Gitarrenspiel angeht, äußert er sich äußerst zurückhaltend. Man könne ihm, laut eigener Aussage, noch einiges beibringen: 

"Es gibt Millionen fantastische Gitarrenspieler und größtenteils sind es Personen, die das Instrument auch lehren können, die es angemessen gelernt haben zu spielen. Ich spiele das Instrument überhaupt nicht richtig. Ich halte es wie ein Klempner einen Hammer hält. Und ich benutze übertrieben meinen Daumen. Und meinen kleinen Finger benutze ich nicht sehr. Und, wissen Sie, eine Menge fauler Dinge, die ich falsch mache. Aber der Lehrer würde damit leben müssen. Ich müsste dann sagen: Nun, es tut mir leid, das ist die Art, wie ich das tue. Und er würde sagen: Nein, nein! Wenn du sie so anfasst... um dies zu tun... du musst deinen kleinen Finger benutzen... Ich bin mir sicher, da wären eine Menge Dinge. Ich meine, jemand wäre besser, der das Instrument ordentlich erlernt hat, ein Jazz-Gitarrenspieler, wissen Sie, könnte mir sicherlich einiges beibringen." 

Mark Knopfler über den Erfolg mit Brothers in Arms: 

"Ich liebe Erfolg. Ich kann ihn nur jedem empfehlen. Er ist absolut wunderbar und großartig. Ich war völlig pleite, bis ich ungefähr dreißig war. Wirklich. Ich hatte nie genug Geld für gutes Equipment, für einen Verstärker, für eine gute Gitarre oder für ein Motorrad oder für irgendwas. Ich hatte für nichts genug Geld. Als die Band groß rauskam, war ich glaube ich 28. Und es war wunderbar. Aber die Leute verwechseln Erfolg mit Ruhm und diesem Prominentenkult. Das sagt mir gar nichts, und ich wüsste auch nicht, was ich daran empfehlen sollte. Außer vielleicht, dass man ein bisschen was Gutes tun kann oder seinen Namen in den Dienst einer wichtigen Sache stellen. Dann hast du das Gefühl, etwas bewegen zu können, und das ist toll."

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit