Peter Gabriel 1987 auf der Bühne
Mit "Sledgehammer" wurde Peter Gabriel endgültig zum Superstar. Bild © Imago

Bei Genesis stieg Peter Gabriel 1975 aus. Von da an ging er solo auf Erfolgskurs. Mit dem Song "Sledgehammer" aus seinem Album "So" vertrieb er seine ehemaligen Band-Kollegen von Genesis von Platz 1 der Charts. Das Video zu "Sledgehammer" gilt als Meilenstein.

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Information

Album: "So" 
Künstler: Peter Gabriel 
Veröffentlichung: Mai 1986 
Besondere Songs: Sledgehammer, In Your Eyes 
Chart-Erfolge:  UK #1 (76 Wochen), USA #2 (93 Wochen) 

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Peter Gabriel hat 1975 Genesis verlassen. Seine ersten vier Soloalben nennt er schlicht "Peter Gabriel". Bereits das erste (1977) bringt ihm mit "Solsbury Hill" den ersten Hit. Weitere bekannte Hits aus den Anfängen seiner Solokarriere sind unter anderem "Games Without Frontiers" (von seinem dritten Album, 1980 mit K. Bush) und "Shock The Monkey" aus dem Jahr 1982. Schon bei diesen frühen Werken setzte er stark auf die visuelle Umsetzung seiner Songs in anspruchsvollen Musikvideos.

Endgültig zum Superstar machte Peter Gabriel das Album "So" (1986), das unter anderem die Megahits "Sledgehammer" und "Don't Give Up", ein Duett mit Kate Bush, enthält. Mit dem Geld, das Gabriel für "So" einnimmt, baut er sein Traumstudio. Er kauft sich im Dorf Box eine alte Mühle, stellt dort die modernste Studiotechnik hinein und gründet seine eigene Plattenfirma – "Real World". 

Das Plattencover von Peter Gabriels "So"
Das Plattencover von Peter Gabriels "So" Bild © Plattenfirma

Das Video zu "Sledgehammer" gewann zahlreiche Preise (darunter allein fünf MTV Video Music Awards 1987 – unter anderem als Video des Jahres) für Kreativität und technische Innovation und wird noch heute in Umfragen neben Michael Jacksons "Thriller" als einer der Meilensteine des damals noch neuen Mediums Musikvideo angesehen. Sowohl "Sledgehammer" als auch "Big Time" wecken Erinnerungen an den Soul der 60er, an Memphis und Stax/Volt-Platten. 

Mit dabei auch hier Police-Drummer Stewart Copeland (darf diesmal alle Trommeln bedienen), außerdem Daniel Lanois (spielt laut Booklet "surf guitar" und ist auch Co-Produzent des Albums), Wayne Jackson (Trompeter der Memphis Horns und auf allen großen Soulhits der 60er zu hören) in einer famosen Bläser-Section und bei den Backingsängerinnen P.P. Arnold, erfolgreiche Sängerin im Sixties-Soul.

Trotz des Erfolges hält Gabriel es nicht für ein einfaches Album. Er sagt: "Ich denke nicht, dass es ein eingängiges Album ist. Die Leute betrachten es als mein Popstar- Album. Es scheint zugänglicher zu sein." 

"Sledgehammer" 

Aus dem Erfolgsalbum "So" ausgekoppelt, erreicht der Song mehrfach Platin und wird Gabriels einziger Nummer-1-Erfolg in Amerika. Ironie der Geschichte – am 18. Juli 1986 löst "Sledgehammer" den Hit "Invisible Touch" ab, mit dem Gabriels Ex-Kollegen von Genesis bis dahin an der Spitze der Charts standen.

Das Video gilt noch heute als audiovisueller Genie-Streich des Musikers. Mit damals neuen Animationstricks und Spezialeffekten erweckt er zum Beispiel Obst-Männchen und Gemälde zum Leben. Das Video gewinnt zahlreiche Preise und zeigt einmal mehr, dass für Peter Gabriel Kunst genauso wichtig ist wie Musik. 

"Big Time"

Es ist ein Song über einen kleinen Mann, der ganz groß rauskommen will. "Big Time", von Peter Gabriel. Und der ist ja berüchtigt für seine prägnanten ersten Songzeilen: "I’m on my way, I’m making it." heißt es in "Big Time". Dazu ein treibender Rhythmus, der klarmacht: Da ist einer unterwegs und entschlossen ES zu schaffen. Er kommt aus einer kleinen Stadt, in der alle klein denken und kleine Wörter benutzen.

"But not me", "Ich nicht, ich bin schlauer, ich habe meinen Mund gedehnt, so dass riesige Wörter herauskommen." Peter Gabriel schafft präzise und schön böse Bilder, um seine Geschichten zu erzählen. Für seinen Erfolgs-Menschen in "Big Time" muss einfach alles "Big" sein, "Larger Than Life": große Namen auf seinen Parties, immer größere Autos, ein größeres Haus, größere Augen, Mund, Bauch, größeres Bankkonto. "Schau auf meine Lebensverhältnisse und auf die Schwellung in meinem großen großen großen..." und das Ende lässt er offen. 

"Red Rain" 

"Red Rain" vom Album "So" aus dem Jahr 1986 ist angeblich durch einen Traum inspiriert worden, den Gabriel hatte: Darin schwamm er in einem Meer roten Wassers. Er erklärte das als ein psychosomatisches Symptom: "Wenn einen etwas quält und beschäftigt, ohne dass man es hinausläßt, dann hat das Auswirkungen auf die reale Welt."

Hohe Drumtöne simulieren in dem Stück den Regen. Als neulich eine remasterte Version des Albums "So" erschien, fügte Gabriel seinem Begleittext eine weitere Lesart des Songs hinzu: Er habe dabei auch an den sauren Regen gedacht und an sein Engagement für den Naturschutz. 

"Don’t Give Up"

Peter Gabriel hat diesen Song in einer Zeit geschrieben, als es ihm selber nicht gut ging, und ihm die Familie und Freunde zur Seite standen. Inspiriert zu dem Song hat ihn angeblich eine Fernsehsendung über arbeitslose Familien. Im Text heißt es: "Man lehrte uns kämpfen und gewinnen. Ich hätte nie gedacht, dass ich scheitern könnte", und weiter: "Keiner will dich, wenn du ein Verlierer bist".

Aber Peter Gabriel will mit dem Song auch Mut machen, und das tut er im Refrain: "Gib nicht auf, denn du hast Freunde, du bist noch nicht geschlagen, gib nicht auf, denn irgendwo ist ein Platz, wo wir hingehören." Peter Gabriel selber sagte zu dem Song: "Das Schwerste, was wir lernen müssen, ist mit Fehlschlägen umzugehen. Das ist die Grundidee des Songs".

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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