Sade 1986 bei einem Konzert in Berlin
Sade 1986 bei einem Konzert in Berlin Bild © Imago Images

Sade ist mit über 100 Millionen verkaufter Tonträger die erfolgreichste britische Sängerin der Popgeschichte. Und das, obwohl sie nur sechs Studioalben herausbrachte. "Diamond Life" ist ihr erstes und gleichzeitig bestes Album – nicht zuletzt dank des Songs "Smooth Operator".

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Information

Album: "Diamond Life" 
Künstlerin: Sade 
Veröffentlichung: Juli 1984 
Besondere Songs: Smooth Operator, Your Love Is King, Hang On To Your Love 
Chart-Erfolge: Deutschland #1, UK #2, USA #5, Grammy

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"All die Null-Acht-Fuffzehn-Diven von heute sollten bei Sade in die Lehre gehen. Sie ist eine Ikone des Pop-Soul, sie verführt und verhext ihr Publikum, und das ganz ohne Vokal-Gymnastik und ohne eine Choreographie aus dem Strip-Club." Das hat vor vielen Jahren mal ein Kritiker über Sade gesagt und diese Worte haben nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Souverän behauptet Sade ihre Position als gereifte Diva, die über den Niederungen des hektischen Pop-Alltags schwebt. 

Erst Fotomodell, dann ins Musikgeschäft

Und sich rar macht. So rar, dass man sich noch mal die Fakten in Erinnerung rufen sollte: Sade Adu wird 1959 als Tochter eines nigerianischen Vaters und einer britischen Mutter in Nigeria geboren. Nach der Trennung ihrer Eltern kommt sie im Alter von vier Jahren zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder ins englische Colchester. Sie studiert in London Modedesign und arbeitet als Fotomodell, bevor sie 1980 ins Musikgeschäft wechselt. 

Das Plattencover von Sades "Diamond Life"
Das Plattencover von Sades "Diamond Life" Bild © Plattenfirma

Eleganz der 50er

 1984 erscheint ihr Debüt-Album "Diamond life". Wie keine andere Platte dieses Jahres trifft "Diamond life" die Stimmung des Augenblicks. Leicht retro, leicht nostalgisch verkörpert Sade den Glanz einer untergegangenen Epoche. Sie strahlt die Eleganz und den Stil der Jazzclubs der 50er Jahre aus. Dabei ist ihre Musik luftig und zugänglich, niemals so schwierig oder anstrengend, wie der Bebop oder gar Free Jazz dieser Zeit. Sade macht entspannte Barmusik mit leichten Jazz-Anklängen, Musik, die sofort ans Herz geht und manchmal auch in die Beine. Und fast immer geht es bei Sade um die Liebe. 

Mit ihrem Debüt-Album sorgt Sade 1984 für eine kleine Revolution. Auf unnachahmliche Weise vereinte die nigerianisch-britische Sängerin Soul mit rauchigem Bar-Jazz, Latino-Sound und Pop. Und sie überzeugte mit warmer Stimme und verführerisch kühler Schönheit. Eine "Erscheinung wie hingehaucht", "Die neue Prinzessin des Pop", so lauteten die Schlagzeilen Mitte der 80er Jahre über die Sängerin Sade. Mit ihren schwebend-schwermütigen Songs und ihrer warmen, tiefen Stimme hat sich Sade von den technischen Synthieklängen abgesetzt und auch voll abgeräumt. 

Das Album verkaufte sich 7 Millionen mal. Vier Jahre später legte sie mit einem neuen Album nochmal nach. Doch mit dem Ende der 80er Jahre hatte sich Sade aus dem Popzirkus zurückgezogen, nur hin und wieder war musikalisch Neues von ihr zu hören. 

"Smooth Operator" verändert ihr Leben

Der Song "Smooth Operator" verändert 1983 das Leben von Sade Adu. Er erzählt von einem modisch-eleganten Mann, der das Leben im Jet-Set in vollen Zügen genießt, die Frauen um den Finger wickelt und reihenweise die Herzen bricht. "Coast to Coast, L.A., Chicago, western male, across the north and south to Key Largo, Love for sale" heißt es in dem Song. Aber er nutzt die Frauen nur aus, denn "his heart is cold". Geschrieben hat Sade den Song mit Ray St. John, als sie noch in der Band Pride ist. 

Nachdem Sade die 80er fast ununterbrochen auf Tour verbracht hat, macht sie einen Schnitt. Seit den 90ern tritt sie kaum noch live auf, neue Alben sind eine Seltenheit geworden. Sie zieht sich mit ihrem damaligen Lover – dem jamaikanische Musikproduzent Bob Morgan - in die Karibik zurück. Nach der Trennung kehrt sie nach England zurück und lebt zurückgezogen auf dem Land. 

Von den Amerikanern heftig geliebt

In fast 30 Jahren bringt es die Sängerin auf gerade mal sechs Studioalben, dazu diverse Live-Aufnahmen und Remixe. Trotz dieses schmalen Outputs hält Sade einen bemerkenswerten Rekord: mit sage und schreibe 110 Millionen verkauften Tonträgern ist sie die erfolgreichste britische Sängerin der Popgeschichte. Das liegt sicher auch daran, dass sie von den Amerikanern heftig geliebt wird, vor allem von den schwarzen Amerikanern. Die bezeichnen Sades Musik gerne als "Quiet Storm", der stille Sturm, Musik, die man gerne auflegt, um sich der geliebten Person zärtlich zu nähern. "Quiet Storm" – klingt irgendwie eleganter als Kuschelrock.

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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