The Bangels bei einem Auftritt im Fernsehstudio
The Bangels bei einem Auftritt im Fernsehstudio 1989 Bild © Imago Images

Sie galten als die weibliche Antwort auf die Beatles – wenn auch mit Verspätung. 1981 gründete sich die Girl-Band The Bangles in den USA. Zu ihren größten Hits gehören "Manic Monday" und "Walk Like an Egyptian".

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Information

Album: "Different Light" 
Band: Bangles 
Veröffentlichung: Januar 1986 
Besondere Songs: Manic Monday, Walk Like An Egyptian, If She Knew What She Wants 
Chart-Erfolge: USA #2, UK #3 

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Am Anfang galten sie als weibliche Spätantwort auf die Beatles: die 1981 in den USA gegründete Girl-Band The Bangles. Das fing schon bei der Namensgebung an. Die spielt nämlich genau wie die Beatles mit dem Beat, dem Schlag und dem Beetle - dem Käfer, mit dem Begriff Bang – auch für Schlag und mit dem Bangle - dem für Mädels etwas besser passenden Armreif. Spätestens nachdem man die vier live gesehen hatte war allerdings klar: Die Bangles können verschärft spielen, von wegen gecastete Girl-Group! 

Gleich mit dem ersten Album gab es mehr als einen Achtungs-Erfolg, das hatte nach Aussagen ihrer alten Plattenfirma tatsächlich viel mit ihrer Live-Performance zu tun. Überall, wo sie mal auf der Bühne standen, ging es plötzlich los mit den Verkäufen. 

Bangles Different Light Cover
Das Plattencover des Bangles-Albums "Different Light" Bild © Plattenfirma

Walk Like an Egyptian 

Wie geht ein Ägypter? Im Dreiviertelprofil, natürlich. Die Idee zu diesem Song kam dem Komponisten Liam Sternberg auf einer Fähre: Hier sah er, wie die Leute Mühe hatten, im Seegang die Balance zu halten. Sie hielten die Arme seitwärts ausgestreckt und legten sich gegen die Wellen, was für Sternberg nach einem ägyptischen Tempeltanz aussah. Und das war der Ausgangspunkt des gesamten Songs - musikalisch wie textlich. 

Ob auf einem alten Fresco vom Nil oder in den Coffeeshops und Highschools von Südkalifornien, wo die Bangles herkamen, überall bewegen sich die Leute seltsam, wenn sie nicht umfallen wollen, so der Song. 

Dieses ansteckend gut gelaunte Stück war für die amerikanische Frauenband jedoch ein Stein des Anstoßes - und der Stolperstein vor der Trennung. Die Gruppe mochte den Titel nicht wirklich - er war ein Lückenbüßer, etwas, das in der Plattenindustrie "Filler" genannt wird: Es musste noch ein Song her, um ihr schwieriges zweites Album "Different Light" zu komplettieren, und der Produzent hatte noch "Walk Like An Egyptian" auf Halde. 

Für die Bangles war es mit vier Wochen auf Nr. 1 der größte Hit - doch danach lösten sie sich 1986 auf. Dem sonnigen Reiz des Stücks hat das seither keinen Abbruch getan. 

Manic Monday 

Manic Monday hat Prince den Bangles unter dem Pseudonym Christopher angeboten, allerdings nicht extra für sie geschrieben - der Song war zwei Jahre zuvor bei einer anderen Produktion übrig geblieben. 

Das Weckerklingeln ist oft schon die schwerste Prüfung des Tages. Vor allem, wenn man gerade noch von südlichen Gestaden und Rudolfo Valentino träumt. Die Aussicht, um Neun am Arbeitsplatz zu sitzen, ist da wirklich nicht besonders prickelnd... 

1986 geben die amerikanischen Bangles im Song "Manic Monday" überzeugend die gestressten "Working Girls". Jenseits der Diskussion über flexible Arbeitszeiten besitzt "Manic Monday" allerdings noch eine etwas pikantere Note. Es sind nämlich weder der italienische Dream-Lover, noch die Sehnsucht nach sonnigen Urlaubsvergnügen, die unsere Heldin Tag für Tag müder aufwachen lässt. 

Es ist vielmehr ihr Nichtsnutz von einem Freund, der sie Nacht für Nacht um den Schlaf bringt, um mit ihr lustvoll das Bruttosozialprodukt zu verkleinern.

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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