Tina Turner 1989 bei einem Konzert
Der Inbegriff einer Rock-Röhre: Tina Turner 1989 in der Dortmunder Westfalenhalle. Bild © Imago

Ihr Comeback verdankt Tina Turner unter anderem David Bowie. Der brachte Plattenfirmen dazu, sich einen Auftritt der Frau mit der Powerstimme anzusehen. Tina überzeugte die Platten-Bosse, "Private Dancer" wurde produziert.

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Information

Album: "Private Dancer" 
Künstlerin: Tina Turner 
Veröffentlichung: Mai 1984 
Besondere Songs: Private Dancer, What's Love Got To Do With It, Let's Stay Together, I Can't Stand The Rain 
Chart-Erfolge: What's Love Got To Do With It: USA #1

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Es ist das Comeback überhaupt und es macht Tina Turner zu einer der eine prägenden Figuren der 80er. 

Anfang der 80er muss sie sich noch mit kleinen Clubauftritten über Wasser halten. Ein großer Fan von ihr war immer David Bowie. Der sorgt 1983 dafür, dass sich Vertreter von Plattenfirmen einen Auftritt von Tina in der New Yorker Disco Ritz anschauen. Was sie da zu sehen und zu hören bekommen überzeugt und sie sind bereit, der Sängerin eine neue Chance zu geben. Erster Versuch ist die Single "Let’s Stay Together". Die erreicht in England Platz 5 der Charts. 

Der Erfolg bestärkt die Plattenfirma, ein ganzes Album mit Tina Turner zu machen. "Private Dancer" heißt es, 1984 kommt es raus, und es hebt Tina Turner auf ein neues Niveau. Musikalisch weg vom Soul und R’n’B der 60er 70er, mehr Einflüsse aus Rock, New Wave, Pop. 

Das Plattencover von Tina Turners "Private Dancer"
Das Plattencover von Tina Turners "Private Dancer" Bild © Plattenfirma

Emanzipation von der Vergangenheit

"Private Dancer" ist ihre endgültige Emanzipation von Ex-Mann Ike und von ihrer musikalischen Vergangenheit. Auf dem Cover sitzt sie auf einem Klappstuhl, die Haare zur wilden Mähne hochtoupiert, knallrot geschminkte Lippen, eine schwarze Katze schmiegt sich an ihre langen Beine. Signal: Ich bin eine erotische Frau, ich kann singen, ich mache eine gute Bühnenshow, ich lasse mir von keinem mehr reinreden. Das ist mein Ding und mein Erfolg. Diese Power zieht sich durch das ganze Album. 

Das Album bringt Tina Turner ganz neue Möglichkeiten und erschließt ihr neues jüngeres Publikum. Das ist fasziniert von der Mittvierzigerin, die mehr Sexyness und Power auf die Bühne bringt, als so mache junge Frau. In der Folge spielt sie weltweit ausverkaufte Stadionkonzerte. Sie ist die Frau im Pop, die am meisten Eintrittskarten überhaupt verkauft hat. 

"Plötzlich wurde er mein Song"

Tina Turners erster Nummer-1-Hit ist "What's Love Got To Do With It", der sich drei Wochen an der Spitze der US-Charts hält. Dabei war sie anfangs wenig angetan von dem Song und weigerte sich diesen aufzunehmen. Aber Songwriter Tery Britten kann sie umstimmen. Später sagt sie: "Er sagte, er würde den Song für den jeweiligen Künstler ändern. Für mich würde er ihn rauer machen, schärfer an den Ecken. Und plötzlich, als ich mit ihm dort im Studio saß, wurde es mein Song." Der Song gewinnt drei Grammys: Record Of The Year, Song Of the Year und Best Female Pop Vocal Performance. Der Song wurde 2012 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen. 

In "Private Dancer" gibt die Grande Dame des Soul-Pop alles, wenn auch ironisch angeschnitten: Sie gießt ihre ganze Verachtung über die Männerwelt in den Song (ihr Ex-Mann Ike pflegte sie zu verprügeln), ihre Wut auf die sexuelle Ausbeutung und Objektivierung von Frauen, und im Video dazu setzte sie ihre endlos langen Beine als Waffe im Geschlechterkampf ein. 

Die Hauptfigur von "Private Dancer" ist eine Stripperin – ein Berufsbild, das in den USA gerne verschämt als "exotic dancing" umschrieben wird. Tina lässt ihre Tänzerin sagen: "Deutsche Mark oder Dollars, American Express nehm ich auch, danke... lass mich dir den Kragen ein bisschen aufmachen... soll ich für dich nochmal mit den Hüften wackeln?" Ihre Gedanken sind dabei ganz wo anders: sie denkt nur, was für gesichtslose Verlierer ihre Zuschauer sind, und träumt von Familie und Häuschen im Grünen. 

"I Can’t Stand the Rain" ist ein Cover des gleichnamigen Songs von Ann Peebles aus dem Jahr 1973. Im Gegensatz zu den vorigen Hits von Tina Turner, schaffte es "I Can’t Stand The Rain" nicht in die US-Chart. Dafür war das Stück in Europa umso erfolgreicher. In Deutschland ging es bis auf Platz 9, in Frankreich belegte der Song sogar Platz 2!

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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