Tom Petty 1985 bei einem Auftritt
Bis Ende der 80er war Tom Petty mit seiner Band, den Heartbreakers unterwegs. Bild © Imago Images

Gleich das erste Album ohne seine Band The Heartbreakers wurde für Tom Petty zum erfolgreichsten Soloalbum. "Full Moon Fever" bringt ihm drei Mal Platin ein und enthält gleich mehrere Hitsingles, unter anderem "I Won’t Back Down" und "Free Fallin".

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Information

Album: "Full Moon Fever" 
Künstler: Tom Petty 
Veröffentlichung: April 1989
Besondere Songs: Free Fallin', I Won't Back Down, Runnin' Down A Dream 
Chart-Erfolge: USA #3, UK und Deutschland #8 

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1989 bringt Tom Petty sein erstes Soloalbum ohne seine Band die Heartbreakers heraus. Aber "Full Moon Fever" erinnert doch sehr an den Sound der Heartbreakers, nicht zuletzt, weil einige Bandmitglieder mitmischen. Gleichzeitig klingt das Album anders, dank Produzent Jeff Lynne. Mit dem Ex-Leader des Electric Light Orchestra schreibt Tom Petty die meisten Stücke. 

Außerdem hat Tom Petty kurz vor seinem ersten Solo mit der Superband Traveling Wilburys gespielt, und zusammen mit den renommierten Kollegen Bob Dylan, George Harrison, Roy Orbison und Jeff Lynne ein Album herausgebracht hat. Der Einfluss ist zu spüren auf seinem "Full Moon Fever", das Tom Petty dreimal Platin einbringt und gleich drei Hitsingles enthält: "I Won’t Back Down", "Runnin‘ Down A Dream" und den Top Ten – Hit "Free Fallin'". 

Das Plattencover von Tom Pettys "Full Moon Fever"
Das Plattencover von Tom Pettys "Full Moon Fever" Bild © Plattenfirma

Tom Petty zeigt auf "Full Moon Fever", dass er lyrisch zur absoluten Oberliga des Rock'n'Roll gehört. Er schreibt Textpassagen, die teilweise so unerwartet und absurd daherkommen, dass sie sogar seinem alten Freund Bob Dylan ein Lächeln abringen können. Was Petty vor allem schafft: mit wenigen Worten viel zu erzählen. 

"Free Fallin'" 

Ein Song über ein gutes Mädchen, das Jesus, Amerika, Elvis und ihren Freund liebt. Aber da gibt es eine Straße, die aus dieser Idylle führt, und auf der macht sich Tom Petty aus dem Staub: "Ich bin ein böser Junge, denn ich vermisse sie nicht mal, ich habe ihr Herz gebrochen. Und ich bin frei, im freien Fall." 

"I Won’t Back Down" 

Seine erste Single ohne die Heartbreakers und einer von Pettys meistgecoverten Songs, u.a. von Johnny Cash, Pearl Jam, Bon Jovi. Erst kürzlich hat Pettys Plattenfirma den aufstrebenden Soulstar Sam Smith kontaktiert und moniert, dass dessen Superhit "Stay With Me" Ähnlichkeiten mit "I Won’t Back Down" aufweist.

Man hat sich geeinigt, und Tom Petty und Jeff Lynne sind jetzt als Co-Songwriter von "Stay With Me" aufgeführt und erhalten 12,5 Prozent der Tantiemen. Beide Parteien verhalten sich übrigens sehr zivilisiert. Sam Smith sagt, er habe den Song vorher nie gehört, sei sehr geschockt gewesen und erkenne aber die Ähnlichkeit an. Tom Petty sagt, sowas könne passieren. Meist falle einem sowas glücklicherweise auf, bevor es veröffentlicht wird. Auf dem Video zu "I Won’t Back Down“ ist neben George Harrison auch Ringo Starr am Schlagzeug zu sehen – also immerhin die halben Beatles! 

"Runnin' Down A Dream" 

Ein richtig schöner straighter Rock-Kracher mit Gitarrensolo am Schluss, perfekt geeignet für lange Fahrten auf dem Highway mit offenem Verdeck. Müsste eigentlich mal in den Soundtrack eines Road Movies. Tom Petty hat den Song zusammen mit Mike Campbell (von den Heartbreakers) und Jeff Lynne geschrieben. Die drei trafen sich dazu in Mikes Haus. Tom und Mike, so erzählen sie später, lernten bei den Aufnahmen unglaublich viele Tricks von Jeff Lynne, der nicht nur als Musiker, sondern vor allem als Produzenten-Fuchs mit einer ganz bestimmten Klangvorstellung Kultstatus in der Branche genießt. 

Der Sound und der Gesang von Tom Petty, das kann man in allen einschlägigen Lexika nachlesen, sind eine Synthese aus den Stones und den Byrds, Bob Dylan und Roger McGuinn. Und damit ist man auch schon bei ein paar der wichtigsten Vorbilder und der wichtigsten Seelenverwandten von Tom Petty.

In 30 Jahren Bandgeschichte hat Tom Petty einiges erlebt. So begleitet er 1987 Bob Dylan auf einer Welttournee und spielt mit ihm vor 100.000 Menschen in Ostberlin. Eine lange Freundschaft verbindet ihn auch mit Johnny Cash. Auf seinem Album "Unchained" von 1996 wird Cash von den Heartbreakers begleitet und er nimmt auch einen Song von und mit Tom Petty auf. 

Mehr als 60 Millionen Alben sollen Tom Petty & The Heartbreakers bis dato verkauft haben. 2002 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Tom Petty war auch als Solokünstler erfolgreich und mit den Traveling Wilburys (mit George Harrison, Bob Dylan, Roy Orbison und Jeff Lynne). 

1979 war das Album "Damn The Torpedos" der kommerzielle Durchbruch für Tom Petty and The Heartbreakers, und in den 80er Jahren hatte die Band durchgängig gute Plattenverkäufe. 

Traveling Wilburys – der Name klingt herrlich altmodisch und erinnert an die Zeiten amerikanischer Minstrel-Shows. Sie waren aber ein Ding der Neuzeit: hinter dem Namen verbargen sich keine Geringeren als Ex-Beatle George Harrison, Bob Dylan und der ELO-Musiker Jeff Lynne.

Zusammen mit dem legendären Sänger Roy Orbison und dem Countryrockstar Tom Petty spielten sie eigentlich nur mal kurz herum, zum Spaß, für die B-Seite einer Harrison-Single. Aber der Funke sprang über, die Idee zündete – und die vier setzten sich prompt für ein Album zusammen. In nur zehn Tagen wurden zehn Stücke geschrieben, arrangiert und eingespielt. Und sie erfanden sich dazu eine komplette Familiengeschichte, in der sie die fiktiven Halbbrüdern eines ominösen Charles Truscott Wilbury Senior waren - daher der Bandname. 

Ihr Album "Traveling Wilburys Vol. 1" bekam 1989 einen Grammy. Leider starb Roy Orbison kurz nach der CD-Veröffentlichung im Dezember 1988. Die verbliebenen vier Wilburys machten jedoch noch eine Weile weiter: Im Oktober 1990 erschien ein ebenfalls recht erfolgreiches zweites Album, das den verwirrenden Titel "Traveling Wilburys Vol. 3 trug" – ein Allstar-Projekt zwischen Country, Pop und Gospel, und mit jeder Menge Charme!

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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