U2 1985 bei einem Konzert
The Edge, Bono, Adam Clayton und Larry Mullen (v.l.) wurden in den 80ern zu Legenden. Bild © Imago Images

1987 markiert das Jahr, in dem U2 von einer mittelgroßen irischen Rockband aus dem Dunstkreis von Punk und Wave zu internationalen Superstars avancierten. Das dazugehörige Album "The Joshua Tree" schaute dabei in jeder Hinsicht nach Amerika.

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Information

Album: "The Joshua Tree" 
Band: U2 
Veröffentlichung: März 1987
Besondere Songs: With Or Without You, Where The Streets Have No Name 
Chart-Erfolge: USA, Deutschland #1, Grammy   

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Auf dem Cover von "The Joshua Tree" sieht man U2 in der kargen Landschaft des Joshua Tree-Nationalparks in Kalifornien stehen. Die Songs ergründeten verschiedene Stile amerikanischer Musik, die der Band auf Tour dort begegnet waren. Mit "The Joshua Tree" werden U2 zu Weltstars oder wie es das Musikmagazin Rolling Stone ausdrückt: von "Helden zu Superstars." 

Ein sehr persönliches Album 

"The Joshua Tree" ist ein sehr persönliches Album. Introspektiv, kraftvoll, visionär, direkt - das sind die Begriffe, die immer wieder auftauchen, wenn von der Platte die Rede ist - eine spirituelle und philosophische Reise ins Innere der Band. Ein Album voller Hymnen und mit drei großen Hits: With Or Without You, Where The Streets Have No Name und I Still Haven’t Found What I’m Looking For. With Or Without You ist die erste Nummer eins in den USA für U2. 

Das Plattencover von U2s Album "The Joshua Tree"
Das Plattencover von U2s Album "The Joshua Tree" Bild © Plattenfirma

Die vorherrschende Stimmung hier ist geprägt von der Suche nach dem Wesentlichen, nach Selbsterfahrung. Das Meisterwerk schlechthin auf diesem Album ist With Or Without You - ein bissiger Lovesong, der unter der Maske von Hingabe und Zärtlichkeit daherkommt. 

U2 und Badesalz 

"I Still Haven’t Found What I’m Looking For" wurde durch Gospels inspiriert und bezieht sich unter anderem direkt auf Jesus: "Ich glaube an dein Königreich", so der Text und: "Du hast deine Fesseln abgeworfen und die Ketten gelöst." Sänger Bono, von dem der Text stammt, drückt seine Sinnsuche und ein tiefes Bedürfnis nach Erfüllung aus, aber auch die Enttäuschung, die auf jeden Rückschlag erfolgt: egal, wohin er schaut, er hat immer noch nicht gefunden, wonach er sucht. Auch heute noch kündigt Bono den Song bei Konzerten als "ruhelosen Gospel" an. 

"I Still Haven’t Found" wurde immer wieder gecovert, u.a. in einer bezaubernden volkstümlich-bayerischen Bierzelt-Version vom hessischen Comedy-Duo Badesalz. 

Auch politisch aktiv 

Den großen Erfolg nutzt Bono in der Folge für sein politisches Engagement und hat öffentlichkeitswirksame Begegnungen mit Johannes Paul II., George W. Bush, Bill Clinton oder dem damaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Auch deshalb gehört Bono wohl zu den Rockmusikern, die am meisten polarisieren. Aber ob man sein politisch-gesellschaftlich-soziales Engagement nun mag oder nicht, die Songs von "The Joshua Tree" sind einfach unschlagbar. Die Musikkritiker wählten das Album auf Platz zwei der besten Alben 1987.

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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