Udo Lindenberg 1988 bei einem Konzert
Ganz so sportlich wie hier 1988 ist Udo Lindenberg bei seinen Konzerten inzwischen nicht mehr. Bild © Imago

Bei "Odyssee" lässt der Panikrocker klassischen Big Band-Jazz in seine Musik einfließen und landet mit "Sonderzug nach Pankow" seinen ersten ganz großen Hit. Das Album ist das bis dahin erfolgreichste und schafft es unter die Top Fünf.

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Information

Album: "Odyssee" 
Band: Udo Lindenberg und das Panikorchester 
Veröffentlichung: Januar 1983 
Besondere Songs: Sonderzug nach Pankow 
Chart-Erfolge: Deutschland #3 

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Odyssee - dieses Album mag musikalisch nicht unbedingt Udos bestes Album sein, es ist aber wegweisend für seine weitere Karriere und sicher seine wichtigste LP aus den 80er-Jahren. Auf dem Vorgängeralbum "Keule" hatte Lindenberg mit Heavy Rock und NDW-Klängen experimentiert - auf "Odyssee" findet er dann einen eigenen Sound, mit dem seine Texte besser zur Geltung kommen. 

Der bekannteste und bis dahin erfolgreichste Song ist "Sonderzug nach Pankow". Udo Lindenberg landet mit dieser augenzwinkernden Provokation der DDR-Regierung seinen ersten Top-Fünf-Hit und verschafft seiner Herzensangelegenheit viel Öffentlichkeit: einer Tour durch Ostdeutschland. Das Stück basiert auf "Chattanooga Choo Choo", einem Big Band-Stück, das mit Glenn Miller Anfang der 40er-Jahre bekannt wurde. 

Das Plattencover von Udo Lindenbergs "Odyssey"
Das Plattencover von Udo Lindenbergs "Odyssey" Bild © Plattenfirma

Die Verschmelzung von Big Band-Jazz mit Rock-Pop gelingt Lindenberg auch mit "Dr. Kimbel auf der Flucht". Bei diesem Stück nimmt er Benny Goodmans "Stompin at the Savoy" als Vorlage. Die Bläser für diese Aufnahmen kommen vom Big Band-Leader Peter Herbolzheimer. Die Jazz-Einflüsse kommen nicht von ungefähr: Udo hatte seine Karriere Anfang der 60er Jahre als Jazzschlagzeuger begonnen. 

Eine weitere neue Facette auf Odyssee: Funk-Rhythmen und mehr Synthesizer. Diese neue Klangfarbe bringt Gitarrist Karl Allaut mit, der für "Odyssee" zum Panikorchester zurückkehrt. 

Kritiker nehmen Udos neues Album positiv auf: "Udo Lindenberg, der große Junge, hat, das zeigt diese Platte, sein Pulver noch nicht verschossen", schreibt der Musikexpress. "Sonderzug nach Pankow" verfehlte nicht seine Wirkung: Am 25. Oktober 1983 darf Udo Lindenberg schließlich im Palast der Republik in Ost-Berlin auftreten - allerdings vor ausgesuchtem FDJ-Publikum und begleitet von umfangreicher Beschattung durch die Stasi. 

Der Titelsong des Albums gehört übrigens bis heute zu Udos Live-Programm: Den Abschluss seiner umjubelten "Ich mach mein Ding"-Tour 2012 gab Udo Lindenberg in der Kölner Lanxess-Arena. Mit "Odyssee" schwebte Lindenberg im Zeppelin ein und startete zweieinhalb Stunden Rock-Revue.

Sendung: hr1, hr1-80er-Tag, 17. Februar 2017, 10 Uhr

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