Briefmarke, Tatort

Tatort-Fans und Philatelisten aufgepasst: Freunde der beliebtesten Krimi-Reihe Deutschlands dürfen sich anlässlich des 50. Jubiläums der TV-Serie auf eine neue Sondermarke der Post freuen. Sie zeigt die berühmte Fadenkreuz-Szene aus dem Vorspann. Wissen Sie eigentlich, wessen Augen da zu sehen sind? Wir verraten es Ihnen.

Die "50 Jahre Tatort"-Briefmarke erscheint in der Sonderpostwertzeichen-Serie "Deutsche Fernsehlegenden" und hat einen Wert von 80 Cent. Damit kann zum Beispiel ein Standardbrief frankiert werden. Entworfen wurde sie von Thomas Steinacker, der als Grafiker bei der Deutschen Post neben Briefmarken auch Sonderstempel und andere philatelistische Produkte gestaltet. Die Sonderbriefmarke ist ab dem 2. November in Postfilialen oder telefonisch über den Shop der Deutschen Post erhältlich (Tel.: 0961 - 3818 - 3818).

Tatort-Vorspann: Zu wem gehören Augen und Beine?

Das Auge im Fadenkreuz, rennende Beine auf nassem Asphalt und ein mysteriöser Fingerabdruck: Die ARD hat den 32-Sekunden-Vorspann, der bis heute als Markenzeichen des Tatorts gilt, seit über 40 Jahren nie wirklich verändert.

Tatort-Auge aus dem Vorspann.

"Es war ein Job wie jeder andere", sagt der Mann, dem die Augen und die Beine aus dem Vorspann gehören: Horst Lettenmeyer. Der spätere Geschäftsmann arbeitete damals als Schauspieler in München und bekam von seiner Agentur 1970 einen folgenreichen Anruf: Man habe seine Augen ausgewählt für den "Pilotfilm einer geplante Krimiserie der ARD". Lettenmeyer war damals kein besonders bekannter Schauspieler und sagte zu.

Die Gage für den einen Tag Arbeit betrug 400 DM. Dafür musste Lettenmeyer den halben Tag Standaufnahmen im Münchner Studio über sich ergehen lassen. Jahre später verklagte er die ARD angesichts der häufigen Wiederholungen auf die Zahlung von Wiederholungshonoraren - vergeblich. Im Schimanski-Tatort "Der Pott" von 1989 hatte er daraufhin noch einen kleinen Gastauftritt als Gewerkschaftsboss, hakte die Schauspielerei danach aber endgültig ab. 1994 sagte er anlässlich der 300. Jubiläumsfeier in einem Interview, die Sache mit dem Tatort-Vorspann sei für ihn gegessen.

Tatort hat im Schnitt 10 Millionen Zuschauer

Seit mittlerweile einem halben Jahrhundert ermitteln die Kommissar*innen der Tatort-Serie in spektakulären Fällen und spannenden Geschichten quer durch die Republik sowie in österreichischen und schweizerischen Großstädten. Zur besten Sendezeit fiebern durchschnittlich 10 Millionen Zuschauer der Aufklärung des neuesten Falls entgegen, damit ist der Tatort die meistgesehene und beliebteste Krimiserie im deutschsprachigen Raum.

Weitere Informationen

Wieviele Ermittlerteams gibt es aktuell?

Aktuell sind 23 Ermittler-Teams in Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Franken, Frankfurt, Göttingen, Hamburg, Kiel, Köln, Ludwigshafen, Mainz, München, Münster, Saarbrücken, im Schwarzwald, Stuttgart, Weimar, Wien, Wiesbaden und Zürich im Einsatz. Laut Statista führt München dabei das Ranking der Städte mit den meisten produzierten Folgen (99) in den Jahren 1970 bis 2018 an (Stand: Oktober 2020).

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Seit der Ausstrahlung der ersten Folge am 29. November 1970 ("Taxi nach Leipzig") sind als Gemeinschaftsproduktion von ARD), ORF und SRF über 1.135 Episoden produziert worden. Einige von ihnen gelten als Sternstunden deutscher Fernsehgeschichte, die unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurden.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 02.11.2020, 9-12 Uhr

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