Weihnachtsgeschenk
Schade, das war wohl nicht das passende Geschenk. Bild © Colourbox.de

Mal ehrlich: Haben Sie den Mut, unerwünschte Geschenke abzulehnen, anstatt sich dafür artig zu bedanken? Die Ergebnisse einer aktuellen Studie machen nachdenklich.

Mal ehrlich: Haben Sie den Mut, sich über ein unerwünschtes Geschenk zu beschweren, anstatt sich höflich dafür zu bedanken? Nein? Dann sind Sie in bester Gesellschaft! Eine bundesweite Studie für die im November exakt 1.502 Teilnehmer befragt wurden, führte zu bemerkenswerten Ergebnissen: Zwei Drittel derjenigen, die ein ungewolltes Weihnachtsgeschenk erhalten haben, gaben an, einer Person nicht gesagt zu haben, dass ihnen ein Geschenk nicht wirklich gefällt (67%). Die am häufigsten genannten Gründe waren die Angst, Gefühle zu verletzen (50%) und als undankbar zu gelten (46%).

Weihnachts-Studie: Fast jeder Dritte lügt

Die Umfrage von Opinium Research im Auftrag des Online-Anbieters "Groupon" ergab außerdem: Bei der Bescherung ist Lügen offenbar weit verbreitet. Fast jeder Dritte (32%) gab vor, ein erhaltenes Geschenk regelmäßig zu benutzen, wobei er das in Wirklichkeit gar nicht tut. Fast ein Viertel (23%) hat sogar heimlich ein unerwünschtes Weihnachtsgeschenk an ahnungslose Freunde und Familienmitglieder weiter verschenkt.

Geschenke-Flops: Arrest in der Schublade oder im Keller

Im Durchschnitt lagern Deutsche, die unerwünschte Geschenke aufbewahren, diese Präsente in Schubladen (38%), im Keller (25%) und in freien Räumen (19%). Die Begründung für diese Hamsterei sind Schuldgefühle (36%) oder die Hoffnung, dass die Geschenke eines Tages nützlich sein könnten (39%). Mehr als ein Drittel dieser Deutschen (40%) gibt zu, die weggeräumten und versteckten Geschenke vergessen und erst beim Putzen und Aufräumen wiedergefunden zu haben. Die ungewollten Geschenke fangen durchschnittlich zwei Jahre lang Staub, wobei jeder Achte (13%) sogar zugibt, unbenutzte Geschenke für immer aufzubewahren.

Kommen gut an: Erlebnisse auf dem Gabentisch

Und mit welchen Geschenken kann man garantiert einen Treffer landen? Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gaben an, sie würden lieber ein "Erlebnis" geschenkt bekommen. Erlebnis-Gutscheine, etwa für einen Wellness-Tag, Salsakurs oder einen Städtetrip stuften die Beschenkten als ein aufmerksames Geschenk ein. Dabei denken immerhin 64 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass eine Unternehmung im Vergleich zu materiellen Dingen unvergessliche Momente beschert. Auf organisierte Erlebnisse der besonderen Art - von Baggerfahren, Brauseminaren und Bunge Jumping über Dinner im Dunkeln, Fallschirmspringen, Indoor Surfen und Weinseminaren - haben sich längst schon findige Anbieter wie Groupon, mydays oder Jochen Schweizer spezialisiert.

Statt Geschenke: Zeit mit der Familie verbringen

Die Nachfrage gibt den der neuen Freizeitwelle recht. Denn auch diese Geschenke-Studie zeigt: Über die Hälfte der Befragten (57%) ist der Meinung, dass Erlebnisse glücklicher machen als materielle Geschenke. 61 Prozent würden sogar ganz auf Geschenke verzichten: Für sie gehe es am Weihnachtsfest in erster Linie darum, Zeit mit der Familie zu verbringen.

Neuer Trend: Wunschzettel für Erwachsene

Übrigens: Als Kinder haben wir fleißig Wunschzettel geschrieben und liebevoll verziert. Nicht jeder Wunsch wurde erfüllt, aber das Notieren unserer Wünsche machte deutlich, was uns wirklich wichtig war. Diese Tradition aus Kindertagen können Sie wieder aufleben lassen. Wir haben für Sie einige digitale Wunschzettel zusammengestellt.

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 21.12.2018, 5 Uhr

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