Beispielbild Altersschwerhörigkeit
Untersuchung beim HNO-Arzt. Bild © picture-alliance/dpa

Anstatt einer Antwort reagiert Ihr Gegenüber nur mit einem geistesabwesenden "Hmhm", dabei haben Sie dieselbe Frage nun schon zum dritten Mal gestellt. Gerade enge Freunde oder Familienmitglieder von der Notwendigkeit eines Hörgeräts zu überzeugen, ist nicht einfach. Dabei steigt die Zahl der Schwerhörigen im Alter.

Von der sogenannten "Altersschwerhörigkeit" sind zwei Drittel der Menschen betroffen, so die Zahlen des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V.. Nach Angaben des Deutschen Berufsverbands der HNO-Ärzte e.V kann diese Art der Schwerhörigkeit bereits 50-Jährige betreffen. Der Prozess beginnt meist schleichend. Zuerst sind hohe Frequenzen betroffen. Das führt dazu, dass Gespräche mit lauten Hintergrundgeräuschen nicht mehr richtig verstanden werden, aber auch ein Tinnitus (konstantes Ohrgeräusch) kann sich entwickeln.

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HNO-Ärztin bei der Untersuchung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lernprogramme gegen Tinnitus

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So erkennen Sie die ersten Anzeichen

  • Naturgeräusche werden nicht mehr wahrgenommen
  • Haushaltsgeräusche, Telefon oder Türklingel werden überhört
  • Verstärkung des Gefühls, dass andere nuscheln oder zu leise reden
  • Laute Geräusche (zum Beispiel schreiende Kleinkinder) verursachen Stress
  • Schlechtes Verständnis bei lauten Hintergrundgeräuschen (zum Beispiel im Restaurant)
  • Körperlicher Stress und Erschöpfung durch angestrengtes Zuhören

Der Berufsverband der HNO-Ärzte rät bei einsetzender Schwerhörigkeit möglichst schnell dazu, sich ein Hörgerät zu besorgen. Denn auf Dauer leidet das Hörverstehen und das Gehör verschlechtert sich noch weiter. Laut EuroTrak 2018, einer Umfrage der europäischen Hörgerätehersteller, leiden bis zu zwölf Prozent der Deutschen zumindest an einer leichten Schwerhörigkeit. Aber nur 37 Prozent dieser Menschen tragen auch ein Hörgerät.

So überzeugen Sie Ihre Lieben, sich helfen zu lassen

  1. Seien Sie sensibel: Alt werden wir alle gerne, aber wer fühlt sich schon gerne alt? Sich eine Altersschwerhörigkeit einzugestehen fällt deshalb vielen nicht leicht. Sprechen Sie mit Ihren Liebsten daher auch über Sorgen und Ängste die dem oder derjenigen vielleicht Magenschmerzen bereiten.
  2. Gegenargumente anhören und diskutieren: Laut der EuroTrak Umfrage waren die meistgenannten Gründe gegen ein Hörgerät Unbequemlichkeit oder hohe Kosten. Doch die Krankenkassen übernehmen häufig einen Teil der Kosten. Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.
  3. Risiken: Sprechen Sie über die Risiken, die eine Nicht-Behandlung der Schwerhörigkeit birgt. Körperliche Erschöpfung, ein sich Zurückziehen bis hin zu Depression kann die Folge sein. Querschnittsstudien zeigten außerdem, dass ein Zusammenhang zwischen Altersschwerhörigkeit und Demenz besteht.
  4. Werden Sie persönlich: Anstatt der Risiken aus der Wissenschaft könnten auch Ihre persönlichen Probleme Ihren Gegenüber umstimmen. Erzählen Sie ihm oder ihr ganz frei davon, wie schade Sie es beispielsweise finden, dass Ihre Gesprächsqualität unter der Schwerhörigkeit leidet.
  5. Machen Sie mit: Um es Ihrem Liebsten so einfach wie möglich zu machen, gehen Sie doch einfach zusammen zu einem Hörtest. Das baut schon einmal die ersten Anlaufschwierigkeiten ab.
  6. Hörgerät ist nicht gleich Hörgerät: Hier gilt, lassen Sie sich ausführlich beraten und nehmen Sie nicht das Erstbeste. Je nach Art und Ausprägung der Hörschwäche sind auch bestimmte Geräte mehr oder weniger sinnvoll.

Schwerhörigkeit vorbeugen: So halten Sie Ihre Ohren gesund

  • Die richtige Reinigung: Keine Wattestäbchen benutzen, damit können Sie schlimmstenfalls sogar Ihr Trommelfell beschädigen. Reinigen Sie Ihre Ohren einfach während des Duschens mit klarem Wasser.
  • Der richtige Schutz: Ob auf Konzerten, auf Parties oder bei der Arbeit. Droht zu hohe Lärmbelastung, sind Ohrenstöpsel das oberste Gebot.
  • Das richtige Handeln: Handeln Sie schnell, wenn Sie eine Verschlechterung Ihres Gehörs bemerken. Dadurch könnten Sie einer Schwerhörigkeit vorbeugen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 13.05.2019, 9-12 Uhr

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