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In Deutschland landen rund elf Millionen Retouren im Müll. Bild © picture-alliance/dpa

Viele Verbraucher nutzen das Internet zur Shopping-Tour. Doch nicht immer läuft alles nach Wunsch und dann gehen die bestellten Produkte wieder retour. Etwa 490 Millionen online bestellte Artikel sollen im vergangenen Jahr kostenlos zurückgeschickt worden sein. Doch was passiert eigentlich mit den Retouren?

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Laut dem "Retourentacho 2018/2019" von Wissenschaftlern der Uni Bamberg werden vier Prozent der A-Ware-Retouren in Deutschland - darunter auch neuwertige Waren - vernichtet oder verschrottet. 79 Prozent der online bestellten Waren werden als A-Ware weiterverkauft, 13 Prozent als reduzierte B-Ware veräußert, zwei Prozent an industrielle Verwerter weitergegeben und ein Prozent werden gespendet.

Umweltministerium will Gesetz auf den Weg bringen

Online-Händler wie Amazon, Otto und Co. nennen in dem Zusammenhang keine offiziellen Zahlen. Doch schätzungsweise landen angesichts von etwa 280 Millionen Paketen deutschlandweit rund elf Millionen Retouren im Müll. Genau das will das SPD-geführte Bundesumweltministerium nun per Gesetz erschweren. Auch die Grünen hatten bereits ein Verbot gefordert.

Demnach soll es Online-Händlern verboten werden, zurückgeschickte neue Produkte zu verschrotten. "Ich werde noch diesen Monat ein Gesetz vorlegen, das den Händlern sehr klar vorschreibt, wie mit den Retouren umzugehen ist. Ich will, dass das entweder gespendet oder eben auch wieder verkauft wird. Es kann jedenfalls nicht sein, dass das einfach vernichtet wird", sagte Umweltministerin Svenja Schulze dem ARD-Hauptstadtstudio.

Retouren von B-Waren werden zu 55 Prozent vernichtet

Bei Retouren, die keine A-Ware mehr oder nicht mehr verwendbar sind, werden sogar 55 Prozent vernichtet. Dies zeigt eine Studie des EHI Retail Institutes von 2018, bei dem 92 Online-Händler in Deutschland befragt wurden.

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In einer Umfrage des EHI Retail Institutes unter 92 deutschen Onlinehändlern gaben 55 Prozent der Befragten an, dass Retouren, die keine A-Ware mehr sind, bei Ihnen auch vernichtet werden würden. Bild © statista

"Return to Sender" liegt (leider) im Trend

Wie viele Menschen ihre online bestellten Waren zurückschicken, beantwortet eine aktuelle EMNID-Umfrage: 62,9 Prozent der männlichen Umfrageteilnehmer senden demnach regelmäßig Waren zurück. Bei den Frauen senden sogar 73,9 Prozent Gekauftes zum Händler zurück.

Häufigster Grund für Retouren sind Qualitätsmängel und Defekte - das sagten 76,2 Prozent der Befragten. Danach folgen unpassende Produktgrößen (58,2 Prozent), unerwartetes Aussehen (26,4 Prozent) und nicht korrekt beschriebene Funktionen (22,3 Prozent).

Die höchsten Rücksendungsquoten gibt es in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Hier senden fast 31 Prozent mindestens ein Viertel ihrer online bestellten Produkte wieder an den Händler zurück. Insgesamt sagen 68,3 Prozent aller Befragten, dass sie regelmäßig Einkäufe retournieren.

Die Wissenschaftler der Uni Bamberg hatten ermittelt, dass die Bundesbürger bei Bestellungen im Internet jedes sechste Paket wieder zurückschicken. Im vergangenen Jahr waren das demnach 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel. Bei Kleidung und Schuhen geht sogar fast die Hälfte der Pakete zurück an den Absender.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 08. Juli 2019, 5-9 Uhr

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