Der antike römische Pferdekopf
Der antike römische Pferdekopf ist auf der Saalburg zu besichtigen. Bild © Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Nach langem Rechtsstreit wird der vergoldete Pferdekopf aus Waldgirmes nun in einer Dauerausstellung des Museums im Römerkastell zu sehen sein. Eröffnet wird die Ausstellung mit einem Fest.

Am Sonntag, den 19. August um 11 Uhr, eröffnet Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein den Familientag auf der Saalburg, bei dem Besucherinnen und Besucher erstmals den sensationellen Fund besichtigen können. Der Pferdekopf aus vergoldeter Bronze, der 2009 in Waldgirmes (Lahn-Dill-Kreis) gefunden wurde, wird dann erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Er bildet den Höhepunkt in der neuen Dauerausstellung der Saalburg zum römischen Waldgirmes.

Langer Rechtsstreit um die Entschädigung

Römischer Bronze-Pferdekopf
Der 15 Kilo schwere Pferdekopf vor seiner Restaurierung: Er war Teil einer großen Reiterstatue. Bild © picture-alliance/dpa

Der Pferdekopf aus der Römerzeit war 2009 in Waldgirmes von Archäologen auf dem Grundstück eines Landwirts gefunden worden. Anschließend ging er in den Besitz des Landes über. Das sich Land und Landwirt nicht auf eine Entschädigung einigen konnten, begann ein langjähriger Rechtsstreit, der auch die Eröffnung der neuen Dauerausstellung in der Saalburg verzögerte.

Am 27. Juli hatte das Landgericht Limburg geurteilt, das Land müsse dem Bauern 821.000 Euro zahlen. Das Land prüft noch, ob es dagegen beim Oberlandesgericht Frankfurt Berufung einlegen wird. 48.000 Euro hat der Landwirt bereits vom Land erhalten.

Pferdekopf ist rund 1,6 Millionen wert

Der 15 Kilo schwere und 59 Zentimeter lange Pferdekopf ist Teil eines Reiterstandbilds, das wohl Kaiser Augustus (63 vor bis 14 nach Christus) darstellte. Der Wert eines solchen Unikates sei schwer zu ermitteln, hatte das Gericht geurteilt. Allerdings habe das sehr fundierte Gutachten einer Expertin die Kammer überzeugt. Sie hatte den Wert des Fundstücks auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt.

Der 15 Kilogramm schwere, 59 Zentimeter lange Kopf war bei Grabungen in Waldgirmes in etwa elf Metern Tiefe in einem Holzfass, unter Mühlensteinen begraben, am Boden eines einstigen Brunnenschachts gefunden worden, ebenso wie der linke Fuß des Reiterstandbilds und ein Stück des Zaumzeugs.

In der neuen Dauerausstellung des Museums im Römerkastell Saalburg soll es um das Zusammenleben von Kelten, Römern und Germanen über mehrere Jahrhunderte hinweg gehen. Im Mittelpunkt stehen die Regionen zwischen Taunus und Lahntal.

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Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 17.8.2018, 5 Uhr

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