Warnschild vor Handynutzern
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Viele Fußgänger konzentrieren sich beim Laufen nicht mehr auf den Verkehr, sondern nur noch auf ihr Smartphone. Wie teuer und auch gefährlich der starre Zombie-Blick sein kann, erfahren Sie hier.

Das Handy in der Hand, mit starrem Blick aufs Display, Kopfhörer auf den Ohren. Immer öfter tummeln sich sogenannte "Smombies" auf Gehwegen und Straßen: Passanten, die wie Zombies mit starrem Blick auf ihr Smartphone durch die Straßen wandeln. Junge Frauen hängen deutlich öfter am Handy als junge Männer, wie eine Zählung des "Auto Club Europa" (ACE) im Rhein-Main-Gebiet ergab.

Zweifelhafter Ruhm

Wer als "Smombie" durch die Straßen wandelt und dabei andere Passanten anrempelt oder gegen einen Laternenmast läuft, wird zur Lachfigur in sozialen Medien wie zum Beispiel auf Youtube. Doch wer mit starrem "Smombie"-Blick eine Fahrbahn überquert, riskiert damit auch sein Leben.

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"Smombies" sind laufende Zeitbomben

Wie das Statistische Bundesamt ermittelte, wird im Straßenvekehr alle 23 Minuten ein Fußgänger leicht und alle 68 Minuten schwer verletzt. Alle 16 Stunden kommt ein Fußgänger ums Leben. Zunehmend zählen "Smombies" zu den Unfallopfern, aber auch zu den Unfallverursachern.

Jeder zweite Passant läßt sich vom Handy ablenken

Die Hälfte der Unfälle, die in Deutschland von Fußgängern verursacht werden, passieren, weil Passanten abgelent sind - meist durch ihr Smartphone, etwa durch Musikhören mit Kopfhörern, Tippen auf dem Display, beim Video-Schauen, Browsen oder Lesen von Nachrichten.

DEKRA nahm europäische "Smombies" unter die Lupe

Die deutsche Prüfgesellschaft DEKRA veröffentliche im Jahr 2016 eine Broschüre "Fußgänger und ihr Nutzungsverhalten mit dem Handy in europäischen Hauptstädten", die deutlich macht, dass der Blick aufs Handy für Fußgänger zu einer gefährlichen Gewohnheit geworden ist: Viele Personen packen beim Warten an der roten Ampel das Handy aus der Tasche und benutzen es. Jedoch packen es die wenigsten Passanten wieder ein, wenn sie weitergehen und die Straße überqueren. Der Blick aufs Display erfolgt dann fast schon reflexartig.

Smartphone-Verbot auf den Straßen von Hawaii

Das Phänomen des "Smombies" ist nicht nur in Deutschland und Europa zu finden, sondern in aller Welt. Auch in den USA ist bereits durch Studien belegt, dass Mobiltelefone eine der gefährlichsten Ablenkungen für Fußgänger und Autofahrer sind. Um die Gefahr durch "Smombies" im Straßenverkehr zu bannen, wurde im US-Bundesstaat Hawaii ein Bußgeld eingeführt: Passanten, die beim Überqueren einer Straße ihr Handy nutzen und dabei erwischt werden, müssen eine Geldstrafe zwischen 15 und 35 Dollar berappen.

"Smombies" agieren wie Besoffene

Kanadische Forscher haben herausgefunden, dass die Ablenkung mit dem Smartphone einem Trunkenheitszustand von 0,8 Promille entsprechen soll. Bei Menschen mit einem so hohen Blutalkoholwert kann sich die Reaktionszeit verdoppeln.

In Litauen gibt es eine Sonderspur für "Smombies"

Sonderspur für Smombies in Litauen
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In Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, schützt man "Smombies" vor sich selbst. Ganz schlicht mit einer eigenen Fußgängerspur für aktive Smartphone-Nutzer. Zu erkennen ist der zweispurige Handy-Fußweg anhand eines speziellen Schilds.

So einfach kann die Gefahr gebannt werden

In Japan wurde eine Funktions-App entwickelt, die das Handy abschaltet, wenn es bewegt wird. Wenn’s beim Gehen ruckelt, erscheint auf dem Display ein Warnhinweis: "Es ist gefährlich, beim Gehen das Handy zu benutzen!“ Hande weg vom Handy!

Sendung: hr1, hr1 am Mittag, 11.10.2018

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