Kohlenmonoxid-boiler
Auch ein Heizboiler kann eine potentielle Gefahrenquelle für Kohlenmonoxid sein. Bild © picture-alliance/dpa

Kohlenmonoxidvergiftungen können von erheblichen Atembeschwerden bis hin zur Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen. Das unsichtbare, geruchslose und geschmacksneutrale Gas kann nur per Messgerät nachgewiesen werden. Wir zeigen, wo die größten Gefahren lauern und warum es jeden treffen kann.

Kohlenmonoxid (chemische Formel: CO) ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Dieses farb-, geruch- und geschmacklose, nicht reizende Gas entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Kohlenwasserstoffen in Form von Holz, Kohle, Öl, Benzin oder Erd- und Flüssiggas.

Das heimtückische Atemgift, das man weder riechen, sehen oder schmecken kann, steigt dabei in die Luft und kann beim Einatmen bereits in kleinsten Mengen zu gesundheitlichen Problemen führen. Denn wer zuviel davon einatmet, riskiert eine Kohlenmonoxidvergiftung. Das große Problem ist, dass man das Gas beim Einatmen schlichtweg nicht bemerkt.

Was passiert bei einer Vergiftung?

Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung blockieren die CO-Moleküle am Hämoglobin - einem wichtigen Bestandteil der roten Blutkörperchen - genau die Rezeptoren, an denen normalerweise Sauerstoff-Moleküle andocken. Kohlenmonoxid verdrängt also den zum Atmen essentiellen Sauerstoff im Blut. Und je mehr Kohlenmonoxid im Körper ist, desto weniger Sauerstoff kann im Körper durch das Blut hin zu den lebenswichtigen Organen wie Gehirn oder Herz transportiert werden.

Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist also nichts anderes als ein Sauerstoffmangel - je nach CO-Konzentration entsteht ein schleichender oder auch akuter Sauerstoffmangel. Diese Atemgas-Vergiftung kann somit zu erheblichen Beschwerden, Bewusstlosigkeit und zu massiven gesundheitlichen Spätfolgen bis hin zum Tod führen.

Wie äußert sich eine Vergiftung?

Die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung äußern sich meist durch starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Desorientierung, Sehstörungen, Ohrensausen und Herzrasen. Anzeichen wie Husten oder Atemnot gibt es hingegen nicht.

Besonders gefährlich: Kohlenmonoxid kann mühelos durch Wände, Decken und Böden treten. Auch Betonwände oder gemauerte Steinwände stellen kein Hindernis für das tödliche Gas dar. Dadurch wird ein Kohlenmonoxid-Austritt in einer Nachbarwohnung auch leicht zur Gefahr in den eigenen vier Wänden. Im Alarmfall hilft dann nur eines: frische Luft. Deshalb sollten sofort alle Fenster aufgerissen werden, damit ausreichend Sauerstoff in den Wohnraum gelangen kann und sich das Kohlenmonoxid verflüchtigt.

Was sind potentielle Gefahrenquellen?

Bei hauseigenen Gasthermen, Heizungsanlagen und Heizöfen können technische Defekte, verstopfte oder undichte Abluftrohre enorme Mengen an Kohlenmonoxid verursachen. Zudem kann es bei der Nutzung von Holzkohle- und Gasgrills sowie Camping-Gaskochern in geschlossenen Räumen zu CO-Vergiftungen kommen. Dasselbe gilt für Heizpilze: bitte nur draußen aufstellen!

Weitere Informationen

Mögliche Gefahrenquellen:

  • Heizungsanlagen
  • Boiler
  • Gasthermen
  • Öfen
  • Kamine
  • Grill/Heizstrahler in der Wohnung
  • Shisha-Rauch
  • Autoabgase in Garagen
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Auch Schornsteine und Kamine müssen regelmäßig gewartet werden, da bei der Verbrennung von Holz giftiges Kohlenmonoxid entsteht. Wenn dann auch noch Vogel- bzw. Wespennester, abgelöste Dachpappe oder große Schneemassen die Schornsteine verstopfen, kann das Kohlenmonoxid nicht entweichen. Sogar in Shisha-Bars traten bereits viele Todesfälle auf, da auch im Rauch der Wasserpfeifen Kohlenmonoxid entstehen kann und die Lokale oft schlecht belüftet sind.

Ist Kohlenmonoxid messbar?

Ja, Kohlenmonoxid-Melder (nach DIN EN 50291 Teil 1 geprüft und zertifiziert) funktionieren ähnlich wie Rauchmelder und schlagen Alarm, wenn zu hohe Konzentrationen des Atemgiftes in der Luft sind. Sie kosten zwischen 17 und 40 Euro und sollten in Räumen mit brennstoffbetriebenen Geräten angebracht werden. Im Schlafzimmer sollten sie auf Höhe des Atembereichs hängen.

Vorgeschrieben sind solche CO-Melder in den Bundesländern nicht, da es (noch) keine gesetzlichen Vorgaben gibt. Dabei ist die Gefahr groß: Laut Statistischem Bundesamt fallen pro Jahr in Deutschland bis zu 650 Menschen dem gefährlichen Gas zum Opfer.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 18.2.2019, 9-12 Uhr

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