Ausgangssperre in Freiburg

Trotz zahlreicher Appelle, die sozialen Kontakte zu reduzieren, breitet sich das Coronavirus weiter aus. Wo die Aufrufe zu freiwilligen Maßnahmen gar nicht oder nur teilweise wirken, drohen jetzt Ausgangssperren. In einigen Städten und Regionen ist dies aber schon längst passiert. Wir zeigen, wo genau.

In einigen EU-Staaten herrscht bereits Ausgangssperre. So dürfen die Menschen in Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und Belgien nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen vor die Tür, beispielsweise um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen oder Lebensmittel einzukaufen.

Das Verhalten am Wochenende wird zum Maßstab

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie weit darf der Staat gehen? Das fragt Thomas Koschwitz die Rechtsanwältin Sigrid Wienhues.

Ausgangssperre in Freiburg
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Nun droht auch in Deutschland die landesweite Reglementierung, da sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken und ihre sozialen Kontakte nicht einschränken. Das Verhalten der Menschen an diesem Wochenende wird für die Bundesregierung maßgeblich sein und die Entscheidung über drohende Ausgangssperren deutlich beeinflussen. Das sagte Kanzleramtschef Helge Braun dem "Spiegel".

Viele deutsche Städte und Orte bereits betroffen

In den stark vom Coronavirus betroffenen Städten Heinsberg (Nordrhein-Westfalen), Mitterteich (Oberpfalz/Bayern) und Wunsiedel (Oberfranken/Bayern) gibt es bereits seit einiger Zeit Ausgangssperren. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder drohte jüngst mit einer einer Ausgangssperre für ganz Bayern, die jetzt teilweise Realität wird. Wie seit Freitagmittag bekannt ist, hat das Land eine zweiwöchige Ausgangsbeschränkung verhängt.

Drastisch wird jetzt auch in Freiburg durchgegriffen. Die baden-württembergische Großstadt im Breisgau hat ein Betretungsverbot für öffentliche Orte erlassen, das vom 21. März bis zum 3. April gelten soll. Der Grund liegt unter anderem an der geografischen Lage des Ortes, der nur wenige Kilometer von den Notstandsgebieten in Frankreich und der Schweiz entfernt ist.

Mehrheit der hr1-Hörer für Ausgangssperre

Auf unserer hr1-Facebookseite haben wir Sie nach Ihrer Meinung zur drohenden Ausgangssperre gefragt. Und das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage ist eindeutig: Rund 80 Prozent befürworten diese drastische Maßnahme im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Von "Definitiv ja" bis zu "Am besten gestern schon" scheint sich die Mehrheit der hr1-Hörer auf unserer Facebookseite einig zu sein, dass eine Ausgangssperre auch in Deutschland unumgänglich ist.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 20.03.2020, 5-9 Uhr

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