Badeunfälle: Regeln für den Ernstfall
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Dieses Jahr sind in den ersten sieben Monaten in Deutschland bereits 279 Menschen ertrunken, 37 mehr als im Vorjahr. Wie Badeunfälle zu vermeiden sind und was im Ernstfall zu tun ist, erfahren Sie hier.

Den Badeort kennen

Schwimmen Sie nur dort, wo es auch explizit erlaubt ist. Gerade in Flüssen können Schiffe starke, vom Ufer nicht sichtbare Strömungen verursachen. Beim Sprung ins kühle Nass gilt außerdem:  vergewissern Sie sich zuerst, was sich dort befindet. Oft wird die Wassertiefe falsch eingeschätzt oder Scherben und spitze Steine übersehen.

Vorsicht vor dem eigenen Ego

Viele Badeunfälle geschehen aus Selbstüberschätzung. Scheinbar kurze Distanzen zwischen Schwimminseln oder Ufern erweisen sich als länger und weitaus anstrengender. Hier gilt: unbekannte Distanzen lieber vermeiden oder mit Schwimmhilfe zurücklegen. Wird Ihnen kalt, ist das ein wichtiges Körpereigenes Warnsignal. Hier gilt: Wasser verlassen, abtrocknen und ausruhen.

Achten Sie auf Ihre Mitmenschen

Auch wenn es "im Spaß" lustig erscheint, schubsen Sie andere nicht ins Wasser und tauchen Sie niemanden unter. Vielleicht kann Ihr gegenüber nicht schwimmen und selbst wenn, können Sie nicht jederzeit einschätzen, ob dieser fit genug ist, seine Schwimmfähigkeiten auch abzurufen.

Für Eltern gilt weiterhin: Kinder nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht im eigenen Pool oder am Gartenteich. Kindgerechte Baderegeln hat die DLRG hier zusammengestellt.

Badeunfall was nun?

  • 1. Hilfe informieren und Ertrinkenden an Land holen: Ist es dennoch zu einem Badeunfall gekommen, machen Sie andere darauf aufmerksam und alarmieren Sie den Notruf 112. Anschließend versuchen Sie den Ertrinkenden aus dem Wasser zu bekommen. Achten Sie dabei unbedingt auch auf ihre eigene Sicherheit. Wenn möglich, reichen Sie diesem einen auf dem Wasser schwimmenden Gegenstand und ziehen ihn daran aus dem Wasser.
  •  2. Erste Hilfe leisten: Die bewusstlose Person direkt in die stabile Seitenlage zu bringen. Falls eine verunfallte Person nicht mehr atmet, muss außerdem sofort mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.
  • So funktioniert die Herz-Lungen-Wiederbelebung: Hier macht man den Oberkörper der Person frei und nutzt seine übereinandergelegten Handballen, um auf das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs vier-fünf Zentimeter tief, senkrecht Druck auszuüben. Ein bis zwei Mal pro Sekunde soll man jetzt 30 Druckmassagen ausführen. Anschließend beatmet man den Verunfallten, indem man seinen Kopf leicht überstreckt und den eigenen auf den Mund des Opfers presst. Langsam wird nun zweimal so stark ausgeatmet, sodass sich der Brustkorb des Patienten hebt und senkt. Wichtig ist: die Herz-Lungen-Wiederbelebung so lange ausführen, bis der herbeigerufene Notarzt eintrifft.
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zum Video Das sind die drei wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen

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Mehr zum Thema: Warum Schwimmen in Flüssen so gefährlich ist

Sendung: hr1, hr1 Start, 8.8.2018, 6 Uhr

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