Rolf Seelman-Eggebrecht und die junge Prinzenfamilie
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Deutschlands bekanntester Adels-Experte plaudert aus dem königlichen Nähkästchen: über Erstaunliches, Amüsantes und Geheimnisvolles.

Welchen Beruf hatte Seelman-Eggebrecht vor seiner Zeit als Adelsreporter im Deutschen Fernsehen?

Der studierte Soziologe, Völkerrechtler und Ethnologe war Hörfunk-Korrespondent für die ARD in Westafrika. 1972 berichtete er dann als TV-Reporter in Nairobi über alle afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Kein Aprilscherz: Am 1. April 1978 wurde er ARD-Fernsehkorrespondent und Studioleiter in London. Dort trat er erstmals als Adelsexperte auf.

Wie lange dauerte seine längste Adels-Reportage für die ARD?

Für Rolf Seelmann-Eggebert bleibt bei dieser Frage das britische Königshaus und vor allem deren Oberhaupt unvergesslich: "Mein Rekord war das 50. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. - da war ich acht Stunden live auf Sendung." Nach heutigen Maßstäben der Fernsehunterhaltung wäre das undenkbar.

Wer ist sein Liebling unter dem Hochadel?

Da muss der als "Königinnenversteher" bekannte Journalist nicht lange überlegen: "Unsere Königin Silvia. Wenn man ganz selbstverständlich Deutsch spricht, entsteht eine besondere Nähe." Bis heute arbeitet er an der Seite von Königin Silvia von Schweden in der "World Childhood Foundation" für Kinder in Not.

Deutschlands versiertester Kenner der Königshäuser wurde für seine Reportagen und Interviews mit vielen TV-Preisen geadelt, aber auch vier Mal mit staatlichen Orden. Mit welchen?

Rolf Seelmann-Eggebert wurde viermal mit den höchsten Orden in Deutschland und Grobritannien ausgezeichnet. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse sowie des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland". Von der Queen wurde er gleich zweimal zum Commander des Order of British Empire ernannt.

Welche beliebte TV-Sendung entdeckte Seelmann-Eggebert für das Deutsche Fernsehen?

Während seiner Zeit als Korrespondent und Studioleiter in London hatte er die Institution der Promenadenkonzerte, die "Promenade Concerts", kennengelernt. "Das fand ich so attraktiv, dass ich die Idee mit nach Hamburg genommen habe", sagt er. Dort wurde Seelmann-Eggebert Anfang 1982 Programmdirektor Fernsehen beim NDR. Im September des Jahres übertrug der Sender erstmals das kultige Musikspektakel der Briten.

Auch außerhalb seiner Arbeit hat Rolf Seelmann-Eggebert eine große Leidenschaft für klassische Musik, die er mit seinem eigenen kleinen Orchester als Violinist und Dirigent auslebt. "Wir haben überall, wo wir auf der Welt waren, musiziert. Nur in Afrika hatten wir unsere Instrumente nicht dabei - das Tropenklima wäre ihnen nicht bekommen", erzählt er in seiner Biografie "In Hütten und Palästen. Ein Reporterleben", die dieser Tage im Kösel-Verlag erschienen ist.

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen 8. Juli 2019, 5 Uhr

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