Heuschnupfen oder Erkältung?

Atemnot, trockener Husten, Niesattacken. Viele Menschen werden im Frühling von diesen Beschwerden geplagt. Wo sich in früheren Jahren die Frage nach Allergie oder Erkältung stellte, kommt jetzt die Angst vor Corona dazu. Dabei sind die Unterschiede deutlich zu erkennen.

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Corona-Infektion oder doch nur eine Allergie?
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Fast den gesamten und viel zu milden Winter flogen Blütenpollen: Haselnuss und Erle waren schon seit Dezember unterwegs. Im Februar folgten Pappel, Weide sowie Esche. Richtig fies wird es aber für viele Allergiker im April, wenn der Pollenflug der Birke beginnt. Besonders, weil wir in diesem Jahr ein sogenanntes Mastjahr haben. Dann produzieren die Bäume noch mehr Blütenstaub und der kann auch für Nichtallergiker zur Belastung werden.

Unterschied Allergie und Corona

Die typischen Symptome bei einer Birkenpollenallergie reichen von juckenden Augenlidern, laufender oder verstopfter Nasen bis hin zu einem trockenen Hals, Husten und Atemnot. Und da klingeln bei Letzteren in Zeiten von Corona natürlich sofort die Alarmglocken. Die Verunsicherung ist groß, wie Professor Ludger Klimek vom Allergiezentrum Wiesbaden bestätigt.

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Infos zu Birkenpollen und Birkenallergie

  • Birkenpollen zählen zu den aggressivsten und stärksten Baumpollenallergenen.
  • Ein einziger Baum kann bis zu 100 Millionen Pollen produzieren.
  • Bis zu einem Viertel aller Pollenallergiker reagieren auf Birkenpollen.
  • Aufgrund einer Kreuzallergie können Birkenpollenallergiker auch auf verschiedene Nahrungsmittel wie zum Beispiel Äpfel allergisch reagieren.
  • Alle zwei Jahre gibt es die sogenannten Mastjahre. Dann produzieren die Bäume besonders viel Blütenstaub, um den Bestand zu sichern. Entsprechend mehr Pollen fliegen durch die Luft.
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Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Symptomem einer Allergie und denen von Covid-19, wie der Fachmann erklärt. Bei einer Allergie hat man kein Fieber. Covid-19-Patienten dagegen leiden nicht unter juckenden Augen, und nur selten unter schnupfenähnlichen Beschwerden, wie es bei Allergikern der Fall ist.

Laut der "Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst" hat der Pollenflug der Birke Hessen seit Ostern voll im Griff. Ab der Woche nach Ostern ist das Erreichen der saisonalen Belastungsspitzen bei Birkenpollen möglich. Es ist eine tagelange und großflächig hohe Belastungen mit Birkenpollen zu erwarten.

Danach stehen mit Süßgräsern und Roggen zwei weitere, hoch allergene Pflanzen in den Startlöchern, um ihre Pollen zu verbreiten. Sie erreichen ihre Hochzeit im Mai und Juni.

Unterschied Erkältung und Allergie

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Was sind "Mastjahre"?

Der Begriff "Mastjahr" bezeichnet ein Jahr mit einer maximalen Samenproduktion von Baumarten, die Früchte ausbilden. Der Begriff stammt aus der Schweinemast: Eine gute Samenproduktion, etwa von Eicheln, bedeutete zugleich auch reichlich Futter für die Schweine. Doch in dieser "maximalen" Pollenzeit haben Pollenallergiker durch die extreme Allergenbelastung besonders zu kämpfen.

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Ein grippaler Infekt macht sich in der Regel durch Kratzen im Hals, Kopfschmerzen und eine erhöhte Temperatur bemerkbar. Husten und Schnupfen kommen etwas später hinzu. Und zwar meistens nicht plötzlich, sondern allmählich. Vielleicht kennen ja auch Sie den Spruch: "Drei Tage kommt die Erkältung, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie."

Setzt der Schnupfen plötzlich, stark und ohne Vorwarnung ein, ist fast immer eine allergische Reaktion der Grund. Auch am Nasensekret lässt sich der Unterschied zwischen Heuschnupfen und Erkältung erkennen: Bei einer Allergie ist der Schleim hell und wässrig, bei Schnupfen hingegen ist er dickflüssig und gelblich-grün.

Zeitpunkt spielt eine Rolle

Ist Ihre Nase vor allem nachts oder morgens verstopft, ist auch das ein Anzeichen für eine Allergie. Meistens ist dann eine Hausstauballergie der Grund, die durch Hausstaubmilden in der Bettwäsche und der Matratze ausgelöst wird. Eine Pollenallergie lässt sich auch daran erkennen, dass die Beschwerden im Freien nach Regen nachlassen. Denn Regen wäscht die Pollen aus der Luft.

Haben Sie den Verdacht, an einer Allergie zu leiden, können Sie freiverkäufliche Antihistaminika einnehmen. Diese lindern die Symptome innerhalb kurzer Zeit. Wirken Sie nicht, ist es eine Erkältung.

Gewissheit bringt nur der Arztbesuch

Für eine genaue Diagnose ist jedoch der Gang zum Hausarzt unausweichlich. Er kann die Symptome einschätzen und bewerten und wird Sie beim Verdacht auf eine allergische Erkrankung zum Allergologen überweisen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 1.4.2020, 9-12 Uhr

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