Porridge

Was sich früher als preiswerte Krankenkost bewährte, trohnt nun als Powerfrühstück im Naturkostregal. Wir sagen Ihnen, welche altbewährten Nahrungsmittel sich hinter den Foodtrends verbergen und haben ein Rezept vom Porridge-Weltmeister.

Porridge - einst Kost für Arme und Kranke

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zum Download Classic Scottish Porridge vom Porridge-Weltmeister Ben Horsbrugh

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"Bio Frucht-Kokos-Porridge" zum Frühstück, ein "Quinoa Cup Mexikanisch" als Zwischenmahlzeit fürs Büro und abends "Linsen-Bratlinge" und ein Schüsselchen mit Grünkohlchips als TV-Snack. Viermal Superfood aus der Tüte für gesundheitsbewusste Trendsetter. Doch die Hauptzutaten gehören zur altbewährten Hausmannskost und wurden schon in Omas Küche aufgetischt. Eher als Sattmacher, denn als Superfood. Dahinter verbirgt sich ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt.

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Was bedeutet "Superfood"?

Das britische Standardwörterbuch "Oxford English Dictionary" bezeichnet "Superfood" als ein "nährstoffreiches Lebensmittel, das als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet wird." Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel bescheinigt zudem "einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben."

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Wer löffelt gerne Haferschleim? Porridge ist schlichtweg das englische Pendant zur urdeutschen Krankenkost. Haferbrei oder Haferschleim, der preiswerte, eher geschmacksneutrale Sattmacher von früher machte Generationen von Kindern satt und päppelte Schwache wieder auf. In Schottland, dem kulinarischen Heimatland des Porridge, wurde der Getreidebrei traditionell in Arbeiterfamilien zum Frühstück gelöffelt. Mit allerlei Zutaten wie Gewürzen und gefriergetrockneten Früchten aufgepimpt, erhielt der Porridge ein Upgrade und gilt als neuer Foodtrend – obwohl Granny schon wusste: Porridge liefert Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, ist sehr magenschonend und macht lange satt.

Dann einfach mit der Milch erwärmen und dabei rühren, rühren, rühren (damit schön’s breiig wird). Ein paar Minuten kann’s ruhig köcheln – ich esse es ja gerne pur, aber man kann den Porridge natürlich mit Salz oder Zucker und Zimt abschmecken und auch alles an Obst oder Nüssen oder Kernen dazu geben, was gerade im Haus ist. Leinsamen machen ihn auch schön nussig. 

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So bereitet hr1-Moderator Bastian Korff Porridge zu

Je nachdem, wie man die Konsistenz haben möchte - kompakter oder flüssiger - die doppelte bis dreifache Menge Milch oder Wasser zu den Haferflocken geben. Wenn man viel Zeit hat, kann man die Haferflocken in einer Pfanne noch kurz anrösten.
Dann einfach mit der Milch erwärmen und dabei rühren, rühren, rühren - damit es schön breiig wird. Ein paar Minuten kann es ruhig köcheln. Ich esse Porridge gerne pur. Aber man kann das Gericht natürlich mit Salz oder Zucker und Zimt abschmecken und auch alles an Obst oder Nüssen oder Kernen dazu geben, was gerade im Haus ist. Leinsamen machen den Porridge schön nussig. 

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Quinoa - die Eiweißquelle der Inkas und Azteken

"Wer sich gesund ernähren möchte, kommt an Quinoa nicht vorbei", heißt es in einem Frauenmagazin. Ob das schon den Inkas und Azteken bekannt war? Seit über 6000 Jahren dient die Pflanze den Andenvölkern als essentielles Grundnahrungsmittel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die kleinen Körnchen enthalten alle neun essentiellen Aminosäuren. Deshalb gilt der Quinoa als eine der besten pflanzlichen Eiweissquellen weltweit.

Quinoa stammt aus Südamerika und wird dort hauptsächlich in Ecuador, Peru und Bolivien angebaut. Allerdings nicht als Getreide: Quinoa zählt nicht zu den Gräsern wie beispielsweise Weizen, Hafer und Roggen. Das helle Inka-Korn ist ein Gänsefussgewächs und gehört botanisch zur selben Pflanzenfamilie wie Rote Bete und Spinat.

Im Biohandel ist Quinoa pur zu haben, als Zutat in Müslimischungen oder in Form von Powerriegeln. Für die Inkas war es ein probates Mittel gegen Halsentzündungen. Das Jahrtausende alte Superfood ist ein vollwertiger Getreideersatz, vor allem für Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit haben. Es ist ein Grundnahrungsmittel in der vegetarischen und veganen Küche. Quinoa eignet sich zudem für die Herstellung von glutenfreiem Bier.

Linsen - lange Zeit verschmäht

Linsensuppe ist eines der urdeutschsten Gerichte. Doch in Zeiten des Wirtschaftswunders galt Fleisch auf dem Teller als Statussymbol. Erbsen, Bohnen, und Linsen waren als Arme-Leute-Essen verpönt. Doch in Kulturkreisen, in denen traditionell wenig Fleisch verzehrt wird, sind Hülsenfrüchte seit Generationen ein essentielles Grundnahrungsmittel. Das Jahr 2016 erhob die Weltgesundheitsorganisation zum "Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte" – "in dem Wunsche, auf die Rolle aufmerksam zu machen, die Hülsenfrüchten als Teil einer auf Ernährungssicherheit und gute Ernährung gerichteten nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion zukommt". Weltweit empfehlen Gesundheitsorganisationen schon lange den Verzehr von Linsen, Erbsen und Bohnen als Teil einer gesunden Ernährung - etwa um Diabetes, Übergewicht und Herzerkrankungen vorzubeugen.

Grünkohl - bewährter "Freie Radikale-Fänger"

Grünkohl, Braunkohl, Krauskohl oder Winterkohl, in Großbritannien als "Kale" bekannt, kam schon bei Urgroßmutter auf den Teller. Nicht etwa als Salat, gedünstes Gemüse, Chips oder als Smoothie ins Glas. Meist kam Kohl in Verbindung mit fetten Zutaten in den Suppentopf - in Norddeutschland etwa mit Grützwurst (Pinkel), Kochwurst oder Kassler. Denn die Zugabe von Fett ist wichtig, damit der Körper die im Kohl enthaltenen Carotinoide aufnehmen kann. Aber warum wurde Kohl als "Superfood" wiederentdeckt? Durch seinen hohen Gehalt an Antioxidantien ist Grünkohl ein sogenannter "Freie Radikale-Fänger". Freie Radikale sind unstabile Moleküle, die Schäden am menschlichen Körper auf zellulärer Ebene verursachen können. Grünkohl zählt zu den Gemüsearten mit dem höchsten ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity). Nur wenige Gemüse - etwa Süßkartoffeln, Wirsing, Rotkohl und Rübengrün - haben einen höhere ORAC-Wert.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Talk mit Porridge-Weltmeister Ben Horsbrugh

Benedict Horsbrugh (m.)
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Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 6.5.2019, 5 Uhr

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