Altersarmut

In Deutschland gelten knapp 18 Prozent der Rentner als arm oder armutsgefährdet. Und die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass Frauen über 65 stärker betroffen sind als gleichaltrige Männer. Wir geben Tipps, damit die Rente am Monatsende doch ausreicht.

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zum hr-fernsehen.de Video Frauen und Altersarmut

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Mit einem Anteil von 20 Prozent sind Frauen über 65 stärker armutsgefährdet als gleichaltrige Männer (15 Prozent). Ein Grund dafür ist, dass sie im Schnitt nur halb so viel Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten.

Weitere Informationen

Infos zum Buch

Irene Götz: "Kein Ruhestand. Wie Frauen mit Altersarmut umgehen"
Broschiertes Buch, 317 Seiten
Verlag: Antje Kunstmann
ISBN: 9783956142925
Preis: 20 Euro

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Die Altersforscherin Irene Götz von der Ludwig-Maximilians-Universität München hat gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen ältere Frauen mit knappen Einkünften befragt. Bei ihrer Recherche ist sie auf Rentnerinnen gestoßen, die aus Geldnot in ihrem Zuhause nur noch ein Zimmer heizen. Zudem stellte sie fest, dass auch Frauen aus gutbürgerlichem Milieu aufgrund von Trennung von Altersarmut betroffen sind.

Tipps gegen Altersarmut von Irene Götz

Irene Götz hat ein Buch geschrieben, in dem sie von konkreten Fallbeispielen berichtet - Geschichten von Frauen, die im Alter kaum von ihrer Rente leben können. Wir haben einige Tipps aus ihrem Buch für Sie zusammengestellt:

  • Finanzen aufstocken, Hinzuverdienen, Schulden tilgen - Nutzen Sie staatliche Unterstützungsleistungen wie "Grundsicherung im Alter", "Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung" und "Arbeitslosengeld II (ALG II)" bei teilweiser Erwerbsminderung. Ein Antrag kann in den kommunalen Sozialämtern eingereicht werden. Er sollte schriftlich gestellt werden.
  • Unterstützungsangebote: Bezahlbarer Wohnraum - Nutzen Sie staatliche Unterstützungsleistungen wie "Miet- und Heizkostenübernahme im Grundsicherungsbezug", "Wohngeld", "Soziale Wohnraumförderung" oder eine "Wohnungsanpassung", die von der Berliner Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. koordiniert wird. Die Stelle gibt Auskunft über Wohnberatungsstellen in den jeweiligen Städten und Kommunen.
  • Grundbedürfnisse stillen: Essen, Kleidung, tägliche Gebrauchsgegenstände - Nutzen Sie "Essenstafeln", "Foodsharing"-Angebote auf foodsharing.de oder "Essen auf Rädern". Zudem sollten Sie auf preisgünstige Mittagstisch-Angebote in ausgewählten Restaurants achten. Kaufen Sie Secondhand-Ware bei gemeinnützigen Vereinen wie Oxfam, Secondhand-Plattformen wie kleiderkreisel.de oder bei Kleiderkammern und Sozialkaufhäusern vom DRK oder Caritas. Gebrauchsgegenstände tauschen können Sie bei tauschwiki.de.
  • Gutes Leben: Soziale Teilhabe trotz knapper Mittel - Nutzen Sie im Kino, in Museen, bei Konzerten, an Volkshochschulen oder im öffentlichen Nahverkehr spezielle Ermäßigungsangebote für Senioren. Auf der Internetplattform TwoTickets.de kann man gegen eine monatlich günstige Mitgliedsgebühr eine bestimmte Anzahl an Freikarten für diverse städtische Veranstaltungen erhalten. Zudem gibt es Sozialtarife fürs Telefon bei der Telekom, PCs mit Internetzugang in Bibliotheken, freies WLAN in Cafés.
  • Wenn die Kräfte schwinden: Gesundheit und Pflege finanzieren - Nutzen Sie das "Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums"; die unabhängige Anlaufstelle beantwortet Fragen rund um das deutsche Gesundheitssystem. Zudem bietet das "Referat für Gesundheit und Umwelt" auf Landesebene vergünstigte Medikamente für Menschen mit geringem Einkommen an. Die "Unabhängige Patientenberatung Deutschland" hilft Ihnen auf Bundes- sowie kommunaler Ebene.
  • Weitere Hilfsnetzwerke: Beratungsstellen, Clearingstellen und sonstige Vereine - Nutzen Sie kostenfreie Beratungsangebote, um all diese Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Sogenannte "Clearingstellen" sind übergeordnete Stellen, die das breite staatliche wie nicht-staatliche Hilfsnetzwerk in Deutschland zusammenstellen und sortieren. Unter der Behördennummer 115 erhält man Antworten auf Verwaltungsfragen aller Art, zum Beispiel zur Grundsicherung im Alter.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 21.10.2019, 9 - 12 Uhr

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