Hundewelpe

Vor der Anschaffung eines Vierbeiners sind die folgenden vier "W-Fragen" zu klären: Wer? Wann? Woher? Wieviel? Denn aus einer Laune heraus sollten Sie sich nie für einen Hund entscheiden. Hier finden Sie alle wichtigen Fakten und einen "Eignungstest" für künftige Hundebesitzer.

Ein Hund soll in Ihren Haushalt einziehen? Dann brauchen Sie Herz und Verstand – sowie ausreichend Zeit. Denn ein Vierbeiner braucht stetige Zuwendung, Pflege und eine artgerechte Erziehung. Das neue Familienmitglied ist schließlich kein Spielzeug, sondern ein Lebewesen: Das gilt, je kleiner ein Hund ist und Sie das sogenannte "Kindchen-Schema" zum Dauerschmusen und Verhätscheln verleitet. Doch der Reihe nach:

Wer? Rassehund oder Mischling? Welpe oder erwachsener Hund? Rüde oder Hündin?
Wann? Der beste Zeitpunkt für einen Hund
Woher? Vom Züchter, aus dem Tierheim, vom Tierschutz?
Wieviel? Die Circa-Kosten für einen Hund

Wer? Rassehund oder Mischling? Welpe oder erwachsener Hund? Rüde oder Hündin?

Vom Aberdeen Terrier bis zum Zwergspitz – es gibt über 340 offiziell anerkannte Rassen sowie über 150 weitere Rassen aller Größen und Farben, sportliche und ruhige, besonders kinderliebe und familientaugliche Hunde, oder welche, die besonders wachsam sind und Arten, die speziell für die Jagd gezüchtet wurden. Oder Sie entscheiden sich für einen Mischling.

Wer schließlich bei Ihnen zuhause einzieht, das sollten Sie mit viel Zeit und aller Ruhe planen. Ob sich ein Vierbeiner als Familienhund, Begleiter für Alleinstehende oder für Senioren eignet, hängt vor allem vom Charakter und seinen Eigenschaften ab. Einen ersten Überblick geben Hundeführer in Buchform oder im Internet. Anfänger kommen angeblich mit einer Hündin besser klar, da Weibchen meist als leichter erziehbar und anhänglicher gelten. Eine Hündin wird zweimal pro Jahr läufig. Diese "heiße Phase" ist auch für den Hundehalter recht anstrengend, wenn es nicht zur ungewollten Paarung mit dem Nachbarshund kommen soll.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Hund?

Rund sechs Monate müssen Sie einplanen, damit sich Ihr neues Familienmitglied einleben kann. In dieser Zeit sollte der Hund nicht längere Zeit alleine bleiben. Ein Welpe muss in den ersten Wochen fast rund um die Uhr betreut werden – auch nachts. Zur Eingewöhnung ist es sinnvoll, wenn sich Herrchen oder Frauchen einige Wochen Urlaub nehmen und terminlich nicht verplant sind.

Woher kommt der Hund?

Vom Züchter: Soll es ein Rassehund und Welpe sein, ist ein anerkannter Züchter die richtige Anlaufstelle. Als Mitglied eines Zuchtvereins ist er in der Regel dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen. Auf der Website des VDH (www.vdh.de) finden Sie ein Rasse-Lexikon mit Vereins- und Züchterübersicht sowie viele Tipps. Wer sich für diesen Weg entscheidet, muss in der Regel mit einer mehrmonatigen Wartezeit rechnen.

Von Privat: Vom Hundekauf aus Privathand über Anzeigen aus der Zeitung, dem Internet, über Facebook oder andere soziale Medien ist abzuraten. Es sei denn, Sie kennen den Halter sehr gut. Welpen findet man eher selten in Tierheimen. Hier werden meist Junghunde und erwachsene Tiere vermittelt – mit einer entsprechenden Vorgeschichte.

Tierheim: Tierasyle sind Auffangstationen für herrenlose, entlaufene oder ausgesetzte Hunde, für Hunde, deren Besitzer sich nicht mehr kümmern können. Tierheimhunde sind geimpft, entwurmt und werden regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch und der Entscheidung für einen Hund erhält man einen Vertrag mit Rücknahmeklausel.

Tierschutz: Bei einem Hund aus einer Tier-Nothilfe, -Schutzorganisation oder Auslandsvermittlung sollten Sie unbedingt prüfen, ob es sich um ein seriöses Hilfsprojekt handelt. Der Hund sollte auch gültige, amtliche Impfpapiere haben.

Wieviel kostet die Anschaffung und der Unterhalt eines Hundes?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten und hängt von Rasse, Fütterung sowie sonstigen Anschaffungen und Kosten ab. Ein Mops mit Stammbaum beispielsweise ist für etwa 1.500 Euro zu haben, eine Deutsche Dogge für 1.300 Euro. Ein Hund aus dem Tierheim oder von einer Tierschutzorganisation wird gegen eine geringfügige Spende oder Unkostenpauschale vermittelt. Ob billiges Fertigfutter vom Discounter oder Frischfleisch zum "Barfen" - das ist abhängig von Hunderasse und den Ansprüchen des Besitzers.

Neben einer Grundausstattung wie Leine, Körbchen, Näpfe usw. fallen unter laufende Kosten das Futter, die Hundesteuer, die Haftpflicht, zusätzliche Betreuung und der Tierarzt an. Der Besuch beim Tierarzt kostet extra.

Weitere Informationen

Sind Sie ein Hundemensch?

  • Ein Hund verändert Ihren Lebensrhythmus und Ihre Gewohnheiten: Sind Sie kompromissbereit?
  • Würden Sie Ihre Ferien stornieren, wenn sich kein Hundesitter findet?
  • Ein Hund kennt kein "jein" oder "vielleicht", sondern "ja" oder "nein": Können Sie konsequent sein?
  • Ein Vierbeiner ist weder "Spielzeug", emotionaler Partnerersatz noch Statussymbol: Ist Ihnen das klar?
  • Sind Sie bereit, einen Hund artgerecht zu erziehen, mit ihm eine Welpenschule zu besuchen und/ oder Übungseinheiten bei einen Hundetrainer zu nehmen?
  • In allen Wetterlagen Gassi gehen – mehrmals täglich, auch mal nachts: Ist das in Ordnung für Sie?
  • Hunde wälzen sich gerne in Aas, Kot und sonstigen "Düften", schleppen Dreck ins Haus. Kommen Sie damit klar?
  • Wenn Ihr Hund mal krank ist und alt wird, braucht er mehr Aufmerksamkeit und Pflege: Können Sie diese zusätzliche Energie und Zeit einplanen?
  • Ein Hund kostet im Durchschnitt mindestens circa 1.500 bis 2.500 Euro pro Jahr. Können Sie sich das leisten?
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Wenn Sie diese Fragen mit jeweils einem "Ja" beantworten können, sind Sie ein "Hundemensch" und ein Vierbeiner würde sich in Ihrem Zuhause wohlfühlen.

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 10.6.2020, 9 - 12 Uhr

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