Robinien

Wussten Sie, dass Bäume ihre direkte Umgebung abkühlen können? Diese natürliche Fähigkeit hängt allerdings stark von der Baumart und den Bedingungen vor Ort ab. Wir erklären, welche Bäume Sie vorrangig pflanzen sollten, wenn Sie was fürs Klima und gegen die zunehmende Erderwärmung tun wollen.

Angesichts des immer stärker fortschreitenden Klimawandels liegt der Fokus der Umweltforscher auch auf der Kühlwirkung von Baumarten. Denn gerade an sehr heißen Tagen gelten Bäume als Luftkühler der Natur und stellen somit die praktikabelste Möglichkeit dar, die Hitze in Großstädten oder auch kleineren Städten zu mildern.

Robinien: "Kühl-Könige" der Stadtbaum-Arten

Laut Studien der TU München sind vor allem Robinien - auch Scheinakazien genannt - dazu fähig, für kühlere Luft an heißen Sommertagen zu sorgen. Und Robinien haben neben ihrer Robustheit noch einen großen Vorteil, wenn sie in Grasumgebung gepflanzt werden: sie benötigen sehr wenig Wasser.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "So langsam reden wir über ein Bewusstsein bei Bäumen"

Peter Wohlleben
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So bleibt das Erdreich im Bereich der Robinien feuchter, das Gras kann über die Wasserverdunstung zusätzlich Hitze abgeben und reduziert somit die Temperatur in Bodennähe. Die Folge: Unter einer Robinie ist es kühler als unter anderen Stadtbäumen. Und das, obwohl Robinien weniger dichte Baumkronen haben.

Linden spenden mehr Schatten

Ebenfalls sehr beliebte Stadtbaum-Arten sind Linden. Sie haben dichtere Baumkronen als Robinien und können daher viel mehr Schatten spenden. Linden sind an milden Sommertagen also effektiver in Sachen Kühlung.

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Das Problem: Linden benötigen sehr viel Wasser und entziehen dem Boden dadurch mehr Feuchtigkeit. Die Verdunstung über das Gras nimmt also ebenfalls ab, die zusätzliche Kühlfunktion nimmt ab.

Weniger durstige Baumarten eignen sich also besser, um die zunehmende sommerliche Hitze und Dürre einzudämmen. Je mehr Robinien also auf Grasflächen gepflanzt werden, desto weniger müssen die anliegenden Rasenflächen bewässert werden. Dennoch bleibt der Kühleffekt durch das Gras erhalten.

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Sauerstoff-Lieferanten

Eine Buche mit 800.000 Blättern verarbeitet 2,4 Kilogramm Kohlendioxid pro Stunde und an sonnigen Tagen können 25 Quadratmeter Blattfläche den ganzen Sauerstoffbedarf eines Menschen decken. (Quelle: NABU)

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Gepflasterte Flächen besser für Eichen & Co.

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Peter Wohlleben
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Anders verhält es sich auf gepflasterten Flächen, denn dort lohnen sich Baumarten mit dichter Blätterkrone mehr. Eichen, Buchen, Platanen, Kastanien oder Ahorn-Bäume spenden mehr Schatten, benötigen aber auch viel mehr Wasser. Zudem fällt die zusätzliche Verdunstung über Grasflächen weg. An besonders heißen Tagen ist es daher auf Wiesen unter Bäumen mit weniger dichter Baumkrone und geringerem Wasserbedarf kühler.

Ohne Bäume sterben auch wir

Hier einige Gründe, warum Bäume und Stadtwälder so wichtig für uns sind:

  • Bäume sind wichtig für den CO2-Haushalt, indem sie CO2, Staub und gasförmige Verunreinigungen aus der Luft filtern und Sauerstoff produzieren
  • Sie dienen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
  • Sie fungieren als Wind- und Lärmschutz
  • Bäume und Wälder sind natürliche Klimaanlagen und verbessern das städtische Mikroklima
  • Bäume wirken dem Temperaturanstieg entgegen
  • Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit
  • Sie absorbieren Strahlungen und spenden Schatten
  • Sie erhöhen die Lebensqualität, weil sie Ruheoasen sind
  • Sie fungieren als gliedernde Elemente in der Stadtplanung
  • Sie steigern den Wert einer Immobilie, wenn die in der Nähe eines Parks oder von Bäumen liegt

Sendung: hr1, hr1 am Feiertag, 03.10.2019, 06 - 10 Uhr

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