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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ernährungsexperte Uwe Knop: Butter oder Margarine - eine Frage des Glaubens

Butter wird auf eine Scheibe Brot geschmiert

Viele schwören auf das Milchprodukt, andere auf die industriell hergestellte pflanzliche Alternative. Doch was eignet sich am besten zum backen, braten und schmieren? Und wie gesund sind die beiden Fette?

In der Pfanne

Butter enthält vorwiegend gesättigte Fettsäuren, viele Margarinen eher ungesättigte. Aufgrund der gesättigten Fettsäuren kann Butter bereits bei mittleren Temperaturen verbrennen und dunkel werden. Margarine verträgt dagegen mehr Hitze. Noch besser als Margarine oder Butter eignen sich spezielle Bratfette, die man auch auf höheren Stufen erhitzen kann. Beim braten sollte man die Finger lassen von Halbfettmargarinen lassen, diese bestehen nur zu 40 Prozent aus Fett und zur Hälfte aus Wasser.

Butter ist mäßig gesund und Margarine mäßig ungesund

Margarine und Butter unterscheiden sich in ihrer Fettsäurenzusammensetzung, enthalten aber die gleiche Menge Fett und Kalorien. Bei Margarinen gibt es eine große Auswahl. Vollfettmargarine, Halbfettmargarine, Joghurt-, Pflanzen- und Diätmargarine. Dabei können sich Geschmack und Fettgehalt erheblich voneinander unterscheiden. Einige Hersteller werben mit einer cholesterinsenkenden Wirkung ihrer Produkte, für diese sollen sogenannte Pflanzensterine in der Margarine sorgen. Deren Wirkung ist allerdings umstritten.

Weitere Informationen

Wussten Sie schon?

Der französische Kaiser Napoleon III. suchte nach einem haltbaren Ersatzprodukt für Butter, das seine Truppen verpflegen sollte. Die erste Margarine wurde im Jahr 1869 hergestellt. Sie bestand aus Rindertalg, Wasser, Milch und fein gehacktem Kuheuter. Ihr Erfinder, der französische Chemiker Hyppolyte Mège-Mouriès nannte sie "beurre économique", also "günstige Butter". Erfolg hatte das Produkt nicht.

Ende der weiteren Informationen

In den 60er Jahren hatte die Butter einen schlechten Ruf, weil sie Herzerkrankungen fördere. Vor allem das Cholesterin und die gesättigten Fettsäuren wurden dafür verantwortlich gemacht. Allerdings zeigt eine englische Studie aus dem Jahr 2018, dass Menschen, die täglich vier oder mehr Teelöffel Margarine aßen, ein um zwei Drittel höheres Infarktrisiko hatten als diejenigen, die nur einmal im Monat Margarine oder nur Butter konsumierten.

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zum hr-fernsehen.de Video Butter vs Margarine

Butter
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Dieser Effekt wird den Transfettsäuren zugesprochen, die in manchen Margarinesorten enthalten sind. Sie sind gefährlicher als die gesättigten Fettsäuren in der Butter, da sie das "schlechte" LDL-Cholesterin erhöhen, das "gute" HDL aber senken. HDL-Cholesterin kann bereits gespeicherte Ablagerungen in den Blutgefäßen aufnehmen und in die Leber transportieren, wo sie abgebaut werden.

Sparsam verwenden

Jedes Streichfett hat also seine Schattenseiten. Bei gesunden Menschen stellen Butter und Margarine zusammen mit pflanzlichen Speiseölen kein Problem dar. Sie sollten jedoch stets sparsam verwendet werden, sonst drohen Übergewicht und Herz-Kreislauf-Probleme. 70 bis 80 Gramm pro Tag sollten nicht überschritten werden.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 15. Juli 2019, 6 Uhr

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