Friseurin und Kundin mit Mundschutz

Seit dem 4. Mai heißt es wieder "Waschen, Schneiden, Föhnen". Nach rund sechs Wochen Zwangspause haben die Friseursalons wieder geöffnet - allerdings mit strengen Vorschriften. Diese zehn Punkte sollten Sie als Kundin und Kunde beachten!

Kai Völker vor und nach dem Frisörbesuch

Kaum eine Dienstleistung war in den letzten Wochen so begehrt wie die des Friseurhandwerks, nichts ist in diesen Tagen bei Damen mit anspruchsvollem Haar so wertvoll wie die Handynummer des Lieblings-Coiffeurs, um als erste einen Termin zu ergattern. Denn seit dieser Woche hat das Warten endlich ein Ende: Überlange Ponys, herausgewachsene Kurzhaarschnitte, Haarspitzen und Haaransätze können wieder in Form und Farbe gebracht werden.

Keine Bart- und Augenbrauenpflege erlaubt

Nur die Herren der Schöpfung mit Bart müssen sich noch gedulden. "Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Rasieren und Bartpflege, Augenbrauen- und Wimpernfärben dürfen derzeit nicht ausgeführt werden", heißt es in den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege (BGW) für das Friseurhandwerk.

Sicherheitsabstand um jeden Frisierstuhl

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Um den Kundenansturm gemäß der Sicherheitsrichtlinien zu bewältigen, öffnen viele Salons auch montags, dem traditionellen Ruhetag. Auch in Friseursalons gilt der in Deutschland verordnete Mindestabstand von 1,5 Metern: In diesem Fall um jedes Waschbecken und jeden Frisierstuhl herum sowie auf den Wegen zwischen den jeweiligen Stationen. Daher müssen die Salons wesentlich weniger Stühle besetzen, um den erforderlichen Radius zwischen den Kunden einzuhalten. Im Merkblatt der Berufsgenossenschaft ist detailliert aufgeführt, was Friseure zu beachten haben – meist eine Wissenschaft für sich.

Für die Kundschaft sind die folgenden zehn Punkte wichtig:

  • Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht: Nicht nur Friseure, auch die Kundschaft muss Mundschutz tragen – dies gilt vor allem während der Haarwäsche und des -schnitts.
  • keine "Walk in-Termine": Einfach vorbeischauen und auf den nächsten freien Platz warten, das ist auch in Salons, die generell ohne Anmeldung arbeiten derzeit nicht erlaubt. Ohne vorherige Terminvereinbarung per Email oder Telefon wird man nicht bedient.
  • Hände desinfizieren: Wer den Salon betritt, muss sich an einer eigens eingerichteten Station die Hände desinfizieren.
  • Nur Behandlung mit Kontaktdaten: Man muss seine Kontaktdaten - Name, Telefon oder E-Mail – angeben, damit der Friseur bei einem möglichen Coronafall die Infektionskette des/ der Betroffenen dokumentieren kann.
  • Möglichst keine Begleitperson: Gehbehinderte und ältere Kunden können zwar zum Salon gebracht werden, die Begleitung darf dort aber nicht warten.
  • Getränke: Der Kundschaft sollte laut BGW "möglichst keine Getränke" angeboten werden. Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee gibt es also vorübergehend nicht. Wer lange verweilt, etwa zum Haarefärben, sollte sich besser etwas zu Trinken mitbringen.
  • Lesestoff: Die BGW empfiehlt auch, "möglichst keine Zeitschriften anzubieten". Aus anderer Quelle dürfen diese "unter Hygieneauflagen zur Verfügung" gestellt werden, die jedoch nicht weiter ausgeführt werden. Also gilt auch in diesem Fall: Zur Sicherheit lieber eigenes Lesefutter in die Tasche stecken.
  • Trockenschnitt nicht erlaubt: Das Haarewaschen vor dem Schneiden ist für alle Friseursalons ohne Ausnahme verpflichtend. Dazu reicht es auch nicht, sich Zuhause selbst die Haare zu waschen und mit nassem Haupt den Friseurtermin wahrzunehmen.
  • Keine Selbst-Föhner: Nach dem professionellen Haarschnitt darf die Kundschaft nicht selbst zum Fön greifen. Diese Option, die den Frseurbesuch kostengünstiger macht, entfällt vorerst.
  • No cash: Sie sollten möglichst mit EC-Karte zahlen. Über ein Trinkgeld freut sich Ihr Friseur aber trotzdem.

Die Corona-Krise macht den Haarschnitt teurer: Sie müssen mit einem Aufpreis rechnen. Nach Auskunft des Friseurverbands führen die derzeitigen Schutz- und Hygieneregeln sowie Schutzausrüstung wie Einmalhandschuhe, Masken und Desinfektionsmittel zu Mehrkosten für Friseure. Zum anderen können weniger Kunden bedient werden, meist nur noch bis zu 50 Prozent der üblichen Anmeldungen pro Tag.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 5.5.2020, 9 - 12 Uhr

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