Flüge buchen

Wer im Internet einen Flug bucht, hat sich den Urlaub redlich verdient: Online-Buchungen für Flüge erfordern große Vorsicht. Wir klären Sie auf über Stolperfallen und versteckte Kosten.

Manchmal sind sie zu beneiden - die Menschen, die sich digitaler Technik und vor allem dem Internet verschließen: "Das ist nichts für mich!", "Ich mach da nur was kaputt" oder "Da bin ich eh zu alt für", lauten die Argumente, die man von Computer- und Smartphone-Verweigerern hört. Verständlich, wenn man sich beispielsweise Reise- und Flugbuchungsportale ansieht: überall bunte Felder, ständig wechselnde Werbung, Bilder von überglücklichen Familien an weit entfernten Stränden und deutlich sichtbare, weil vermeintlich unschlagbare Preisangaben. Ganz klar: Die Orientierung auf solchen Seiten fällt schwer und ein falscher Klick ist schnell gemacht. Die Reizüberflutung ist hier aber noch die harmloseste Dreistigkeit.

Der Schein trügt

Eigentlich sind die Fluganbieter verpflichtet, von vorneherein korrekte Preise für ihre Flüge inklusive aller Zusatzleistungen anzuzeigen. Oft passiert aber genau das nicht: Klickt man auf einen vermeintlich günstigen und attraktiven Preis, erfährt man im Laufe der Buchung von weiteren Kosten. Das beginnt meist mit der Anmerkung, der Preis habe sich in der Zwischenzeit schon erhöht - es handelt sich in solchen Fällen um fiese Lockvogel-Angebote.

Fallstricke bei Bezahlung, Reiseversicherung oder Sitzplatzreservierung

Meist geht es dann weiter mit überteuerten Reiseversicherungen, die der Fluganbieter dringend empfiehlt, die aber andernorts günstiger zu erstehen sind, sofern man nicht ohnehin schon eine Reiseversicherung abgeschlossen hat. Auch Zusatzgebühren für bestimmte Zahlungsmittel sind möglich: Manche Portale verlangen Aufpreise, wenn beispielsweise nicht ihre "hauseigenen" Kreditkarten verwendet werden. Die Anbieter sind aber dazu gesetzlich verpflichtet, mindestens eine kostenlose Bezahlmöglichkeit anzuführen - meistens per Bankeinzug.

Es lohnt sich in jedem Fall, einen Preisvergleich mit Konkurrenz-Portalen vorzunehmen. Doch auch bei anderen Anbietern ist Vorsicht geboten: Eine übliche Masche sind Gebühren für Sitzplatzreservierungen oder Gepäckaufgabe. Hier lohnt sich in jedem Fall der Vergleich mit der Airline direkt, da in manchen Fällen beinahe die doppelten Kosten für Sitzplatzreservierungen von den Portalen erhoben werden. Außerdem lässt sich bei der Buchung über die Airline meist sogar der exakte Sitzplatz bestimmen. Hier kann man auch sehen, welche und wie viele Plätze noch zur Verfügung stehen. Die übliche Meldung "nur noch wenige Restplätze", die auf den Seiten der Agenturen subtilen Druck auf den Nutzer ausüben soll, kann damit überprüft werden.

Überall Gebühren

Eine weitere Stolperfalle ist der Bereich Stornierung: Wer seinen Flug nicht antritt oder ihn umbuchen möchte, erhält nur einen geringen Teil seiner Ausgaben wieder zurück. Hier verlangt die Airline eine Stornogebühr und das Flugportal obendrein auch. Eine gesetzlich festgelegte Obergrenze gibt es da nicht. In der Regel muss man mit einer Bearbeitungsgebühr von 20 bis 30 Euro für das Portal rechnen. Bei Billigflügen bleibt am Ende also kaum noch was vom Schnäppchenpreis übrig.

Insgesamt muss man sich bei der Buchung über ein Portal darüber im Klaren sein, dass Servicegebühren anfallen. Manche Anbieter erheben am Ende einer Buchung sogar noch weitere Kosten, die nur durch Anlage eines Kundenkontos vermeidbar sind. Die Fallstricke sind also überall ausgelegt, bei fast jedem Schritt der Buchung. Hier spart also nur, wer mit der angebrachten Umsicht und mit ausreichend Zeit im Netz nach Flugschnäppchen sucht.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 23. Oktober 2018, 9 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit