Weltkugel als Apfel

Wer sich nach dem Speiseplan der "Planetay Health Diet" ernährt, wird nachweislich fitter und mit jedem Bissen auch zum Umweltschützer. Wir verraten Ihnen, was hinter diesem Konzept steckt und wie es funktioniert.

Die „Planetary Health Diet“ ist kein neuer Diättrend aus Fitness- oder Frauenzeitschriften. Und auch keine Blitzdiät, die verspricht, binnen sieben Tagen sieben Kilo zu verlieren. Diese neuartige Ernährungsweise soll nachhaltig wirken und hat gleich zwei (über-)lebenswichtige Effekte: Sie macht nicht nur uns gesünder, sondern auch unseren Planeten.

Was bedeutet "Planetary Health"?

Die Grundlage für die "Planetary Health Diet" geht auf den norwegischen Professor und Allgemeinmediziner Per Fugelli zurück, der 1993 feststellte: "Der Patient Erde ist krank. Globale Umweltprobleme können ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit des Menschen haben. Für die Ärzte ist es Zeit, der Welt eine Diagnose zu stellen und einen Therapievorschlag auszuarbeiten".

Denn die Art, wie Lebensmittel produziert und verzehrt werden, beeinflusst nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die unseres Planeten. Deshalb wurde 2015 von der "Rockefeller Foundation-Lancet-Kommission für planetare Gesundheit“ das Konzept der "ökologischen Gesundheitsförderung" ("Planetary Health") verfasst. Die Kommission veröffentlichte den "Planetary Health Report", der erstmals eindeutige Zusammenhänge zwischen Umwelt- und Gesundheitsschäden aufzeigt.

Um alle Menschen dieser Erde bis zum Jahr 2050 nachhaltig und gesund zu ernähren, ist eine grundlegende Veränderung unserer Ernährungsweise nötig. Das zeigt ein Report der sogenannten EAT-Lancet-Kommission. Der Kommission gehören 37 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen und 16 Ländern an, darunter Klimaforscher und Ernährungswissenschaftler. Das Ziel der Forscher war es, eine wissenschaftliche Grundlage für einen Wandel des globalen Ernährungssystems zu schaffen: Mit der sogenannten "Planetary Health Diet" - einem Speiseplan, der die Gesundheit des Menschen und des Planeten gleichermaßen schützen soll. Der Report zeigt, dass es mithilfe dieser "Diät" machbar ist, bis 2050 etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde gesund zu ernähren, ohne den Planeten zu zerstören.

Was genau ist die "Planetary Health Diet"?

Der Speiseplan der EAT-Lancet-Kommission soll flexibel und für jeden Menschen umsetzbar sein - für alle Ernährungsstile, kulturellen Traditionen und individuellen Vorlieben. Er basiert auf einem Modell, das nicht kurzfristig in die Praxis umgesetzt werden kann. Folgende Eckpunkte aber hat die Kommission bereits festgelegt:

  • Der Speiseplan legt eine tägliche Kalorienzufuhr von 2.500 Kalorien zugrunde.
  • Wir sollten den Verzehr von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen ungefähr verdoppeln, den Verzehr von Fleisch und Zucker dagegen halbieren.
  • Außerdem müsste die Lebensmittelproduktion verbessert und Lebensmittelabfälle reduziert werden.

Viel Obst, Gemüse und Vollkorn, etwas Fisch und Geflügel, kaum Fleisch, Milch und Zucker

Speiseplan für einen Tag/ eine Woche:

  • 300 Gramm Gemüse, tägl.
  • 232 Gramm Vollkornprodukte, tägl.
  • 75 Gramm Hülsenfrüchte, tägl.
  • 50 Gramm Nüsse, tägl.
  • 1/4 l Vollmilch oder adäquat andere Milchprodukte u. Käse, tägl.
  • 1 Ei, wöchentl.
  • 200 g Fisch und/ oder Meeresfrüchte, wöchentl.
  • 1 Hähnchenbrustfilet, wöchentl.
  • < 196 Gramm Steak, wöchentl.

Perfekte Ernährungsweise für Flexitarier

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zum hr-fernsehen.de Video Planetary Health Diet: Der Test (1)

Verschiedene Nussarten
Ende des Videobeitrags

Mehr Obst und Gemüse, mehr Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen, und dafür viel weniger Fleisch und Fisch – das sind die Vorgaben der Wissenschaftler. Stärkereiche Gemüsearten wie Kartoffeln und Maniok, Milchprodukte, rotes Fleisch, Zucker und gesättigte Fette sollen keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Weitere Lebensmittel aus dem Speiseplan der Zukunft finden Sie beim Bundeszentrum für Ernährung.

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zum hr-fernsehen.de Video Planetary Health Diet: Erfahrungen und Tipps (3)

Frau isst Salat
Ende des Videobeitrags

Sieht man genau hin, passt der Speiseplan perfekt für sogenannte "Flexitarier", die nur ab und zu Fleisch essen. Wer sich zum Beispiel alle zwei Wochen ein kleines Steak gönnt, liegt damit noch im Rahmen der Empfehlungen. Die Forscher der EAT-Lancet-Kommission schätzen, dass die "Planetary Health Diet" ungefähr 11 Millionen vorzeitige Todesfälle durch ernährungs(mit)bedingte Erkrankungen verhindern könnte.

Der Vorteil für uns Menschen: Mit dieser Diät senkt man zum Beispiel das Risiko für einen Herzinfarkt oder Diabetes. Vorteil für die Erde: Die Produktion unserer Lebensmittel stößt weniger CO2 aus, verbraucht weniger Wasser und weniger Platz.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 19.11.2020, 9-12 h

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