Gesicht Creme

Im Winter braucht unsere Haut besonders viel Creme und eine Eiswürfelmassage macht einen frischen Teint. Die Hautärztin Dr. Yael Adler ist skeptisch, wenn sie solche "Erfolgstipps" von Promis liest. Ihr Credo lautet "weniger ist mehr". Hier verrät sie ihre persönlichen Tricks für eine schöne Haut.

Yael Adler

Hollywoodstars wie Jennifer Aniston, Gigi Hadid und Gwynthew Paltrow schwören auf Eis im Gesicht - das sogenannte "Skin Icing", das turboschnell für einen strahlenden Teint sorgen soll. Doch die "Gesichtsvereisung" ist mit Vorsicht zu genießen und nicht für jede Haut geeignet, weiß Dr. Yael Adler.

Eiswürfel-Massage fürs Gesicht kann schädlich sein

Einige Promis bewerben für diese frostige Schönheitsprozedur sogar spezielle Skin-Icing-Werkzeuge, die über Nacht im Gefrierfach deponiert werden müssen. "Eigentlich würde es auch ein Eiswürfel tun. Wenn man das mit einem kalten Roller macht, ist es halt schicker", sagt die Hautexpertin und warnt: "Kälte ist nicht immer gut für die Haut. Wenn man zu lange auf einer Stelle verharrt, kann es auch zu Erfrierungen kommen."

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Lauwarmes Wasser ist die effektivste physikalische Therapie

Im Grunde sei die unter Schauspielerinnen und Instagram-Sternchen angesagte "Skin Icing"-Methode ein physikalisches Therapieverfahren - "wie eine Art Kneippkur fürs Gesicht": "Man reizt die Haut mit Kälte und schaut, was passiert", erklärt die Berliner Hautärztin. Durch die Eisbehandlung werde der lokale Stoffwechsel angekurbelt.

"Das gibt einen Frischeimpuls, sonst gar nichts. Das ist wie eine Art Saunaeffekt. Aber davon bekommt man weder eine jüngere Haut, noch werden die Poren feiner", betont Adler und verrät ihren einfachen wie effektiven Trick für einen frischen Teint: "Ich wasche mein Gesicht morgens und abends nur mit lauwarmem Wasser und trockne es mit einem Handtuch. Mehr tue ich nicht als physikalische Therapie für mein Gesicht."

Gesunder Lebenswandel sorgt für eine gesunde Haut

Das Fitnessprogramm für eine schöne Haut ist so einfach wie eingängig - und ganzheitlich sowieso. "Ein Spaziergang draußen ist wesentlich effektiver als mit einem Eiswürfel oder -roller auf der Gesichtshaut herumzufahren", sagt Adler und ergänzt: "Für die Haut gibt es eine ganz Menge, was ihr gut tut. Zum Beispiel ein gesunder Lebensstil, ausreichend Bewegung an der frischen Luft, eine gesunde pflanzenbasierte Kost mit vielen Mikronährstoffen, reichlich Omega-3-Fettsäuren, eine gute Darmflora, die regelmäßig mit Ballaststoffen versorgt wird, etwa mit Nüssen und unpasteurisiertem Sauerkraut, viel Flüssigkeit in Form von Wasser und Tee sowie natürlich ausreichend Schlaf." Feinstaub, Rauchen, zu viel Alkohol und Auf-der-Couch-herumsitzen" solle man meiden - all das seien effektive Hautalterungsfaktoren, so die Hautexpertin.

Die Haut trotzt extremen Temperaturen

Man sollte wissen, dass die Haut dazu geschaffen sei, mit extremen Temperaturen klarzukommen. "Man muss nicht glauben, dass die Haut im kalten Winter überfordert ist. Eine gesunde Haut kann gut mit Kälte umgehen. Im Winter wird sie eben trockene, etwa durch Heizungsluft gibt oder eine trockenere Außenluft. Dadurch wird auch das Hautfett fester, also der Talk der aus den Hautporen kommt", beschreibt Adler. Das Hautfett verhalte sich bei kalten Temperaturen "ebenso wie Butter, die im Kühlschrank fester wird."

Gesicht nicht "zumatschen"

"Um das Hautfett zu regulieren, sollte man wie beschrieben, einfach lauwarmes Wasser zur Reinigung verwenden - keine Waschsubstanzen. Denn durch diese werden die schützenden Fette entfernt. Dann ist die Haut trocken und spannt", weiß Adler. Daher soll man nur die Gesichtspartien eincremen, die sich tatsächlich trocken anfühlen. "Das heißt aber nicht, dass man das gesamte Gesicht zumatschen muss. Man sollte nur punktuell arbeiten, etwa am Jochbein oder an den Lippen Wange", betont die Dermatologin und verrät ihren "Lieblingsschutz".

Günstig und gut - Sheabutter

"Mein Lieblingsschutz für die Gesichtshaut ist Sheabutter, 100 Prozent unraffiniertes, reines Fett. Sie schützt, weil deren Fett unseren Hautbarrierefetten ähneln. Aber auch Bienenwachs, Kakaobutter, cremiges Kokosöl und in Cremes eingearbeitete natürliche Öle, aber auch Wollwachs, sofern es nicht pestizidbelastet ist.

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Was ist Shea-Butter?

Sheabutter ist ein Fett, das aus der Nuss des afrikanischen Sheabaums gewonnen wird. Im rohen Zustand hat es eine elfenbeinähnliche Farbe. Generell gilt die unraffinierte, reine Sheabutter als wirkungsvoller, weil sie mehr natürliche Nährstoffe enthält, als die raffinierte Variante. Die unraffinierte Form ist gelblich-weiß, gelegentlich auch mit einem leichten Grünschimmer und hat einen würzigen Geruch, der an Schokolade erinnert.

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"Ich würde auf keinen Fall empfehlen, fancy Produkte zu kaufen", warnt die Hautexpertin. "Teure Cremes und Ampullen, die man auf die Haut aufträgt, sind zwar in der Lage, die oberste Hornschicht der Epidermis mit Feuchtigkeit für mehrere Stunden aufzuplustern. Man sieht dann für ein paar Stunden etwas saftiger aus.


Antifaltencremes wirken nur oberflächlich

Über teure Anti-Falten-Cremes, etwa mit Harnstoff oder Hyaluronsäure, ist es auch kaum möglich, die tiefen Haut-Etagen in der Lederhaut zu erreichen, weil die Stoffe von der Hautbarriere abgehalten werden und nicht das kollagene Bindegewebe und die ausgeleierten elastischen Fasern der Lederhaut straffen können."

Am besten seien sogenannte Derma-Membran-Struktur-Cremes. "Diese modernen Basiscremes gleichen chemisch und physikalisch der Membran-Struktur der natürlichen Hautbarriere. Und sie verstopfen die Haut nicht. Dadurch vermeidet man zudem eine Akne", weiß Adler. Und ihr weiteres Credo lautet: "Die beste Möglichkeit, die Haut mit genügend Feuchtigkeit zu versorgen, ist immer noch von innen heraus."

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 27.10.2020. 9-12 h

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