Zecke

Mit den warmen Temperaturen und dem vermehrten Aufenthalt im Freien steigt die Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden. Und bestimmte Menschen trifft es häufiger als andere. Lesen Sie hier, woran das liegt und was Sie gegen die gefährliche FSME-Übertragung tun können.

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zum hr-fernsehen.de Video Wie gefährlich ist die Hyalomma-Zecke?

Tropische Zecke Hyalomma
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Wussten Sie, dass Zecken bestimmte Menschen öfter stechen als andere und einen bestimmten Geschmack bevorzugen? Bisher ging man davon aus, dass sich Zecken automatisch abstreifen lassen, sobald Hund, Katze, Maus oder Mensch an ihnen vorbeikommen. Doch jetzt weiß man: Bestimmte Menschen sind besonders beliebt bei Zecken. Zecken mögen weiche Haut, genau wie Mücken. Daher krabbeln sie erst einmal auf dem Körper ihres Wirts herum, bis sie eine weiche, warme und geeignete Stelle für den Einstich mit ihrem Saugrüssel gefunden haben.

Schweiß, Atemluft und Erschütterungen ziehen sie an

Dabei hängt die Auswahl ihrer Opfer stark mit besonderen Vorlieben für spezielle Schweißgerüche und der ausgeatmeten Luft des Betroffenen zusammen. Beim Spaziergang durch den Wald kann es also sein, dass jemand zehn Zecken oder mehr anzieht, ein anderer hingegen keine einzige. Und die Zecke ist sehr geduldig: Sie kann jahrelang ohne Nahrung, also Blut, auskommen. Aber wenn es nach Schweiß duftet, sie die Atemluft wittert und Erschütterungen am Grashalm oder Blumenstängel spürt, löst sie ihren Klammergriff und lässt sich abstreifen.

Zudem sind Zecken gar nicht so temperaturempfindlich wie bisher angekommen: Sobald die Luft wärmer als sieben Grad ist, schlagen sie zu. Dabei saugen sie nicht nur menschliches Blut, sondern übertragen auch gefährliche Krankheiten. Die Borreliose etwa kann zu Fieber, Herzproblemen, Lähmungen oder sogar chronischen Gelenkentzündungen führen. Borreliose-Erreger leben im Darm der Zecke und treten je nach Region bei fünf bis 35 Prozent der Tiere auf. Eine Impfung gegen die sogenannten Borellien gibt es nicht.

Dreifach-Impfung gegen FSME-Virus

Impfen kann man allerdings gegen das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus), das bis zu zwei Prozent der Zecken in Risikogebieten übertragen. Vor allem Süddeutschland ist davon betroffen. In Hessen sind die Kreise Marburg-Biedenkopf, Main-Kinzig, Offenbach, Groß-Gerau, Bergstraße, Darmstadt-Dieburg und Odenwald als Risikogebiete ausgewiesen. Die Krankheit kann zu Entzündungen der Hinhaut, des Gehirns und des Rückenmarks mit Langzeitschäden führen, im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Impfen sollte sich jeder, der in den Risikogebieten lebt oder sich dort vorübergehend aufhält - etwa im Urlaub. Und natürlich Menschen, die sich aus beruflichen Gründen oder in ihrer Freizeit häufig in Wäldern oder auf Wiesen aufhalten. Die Kosten der Impfung übernimmt die Krankenkasse. Ausgeführt wird sie beim Hausarzt.

Um sicher gegen das FSME-Virus geschützt zu sein, sind drei Impfungen erforderlich. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von einem bis drei Monaten. Die dritte Impfung wird nach neun bis zwölf Monaten fällig. Eine Auffrischung sollte nach drei bis fünf Jahren erfolgen. Auf den Impfstoff gegen das FSME-Virus sprechen laut Krankenkassen annähernd 100 Prozent der Patienten nach der dritten Impfung an.

Zecken ziehen

Am besten ist es natürlich, wenn die Zecke gar nicht erst zum Stich kommt. Schützen kann man sich mit langer und heller Kleidung (darauf sieht man die Tierchen leichter), regelmäßigem Absuchen des Körpers und indem man sich von hohen Gräsern fernhält. Auch Duschen kann helfen, damit sie sich nicht festsaugt.

Spezielle Anti-Zeckenmittel können ebenfalls helfen, verhindern einen Biss aber nicht. Am besten ist daher Aufmerksamkeit. Kommt es dann doch mal zu einem Stich, sollte man die Zecke möglichst schnell entfernen.

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So entfernen Sie Zecken:

Zur Entfernung eignen sich Zeckenzangen, Zeckenkarten, Pinzetten und im Notfall sogar spitze Fingernägel. Damit greift man das Insekt möglichst weit unten am Kopf, nahe der Haut. Und dann - ganz wichtig - die Zecke komplett herausziehen, nicht drehen und möglichst nicht den Hinterleib quetschen. Manchmal passiert es, dass der Kopf in der Haut verbleibt, was der Körper aber nach einiger Zeit von alleine regelt und den Kopf abstößt. Bei Unsicherheiten oder sich ausbreitenden Rötungen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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Zecken einschicken

Eine weitere Option nach einem erfolgten Zeckenstich ist, die Zecke in ein Labor einzuschicken. Einfach im Internet ein geeignetes Labor raussuchen, Zecke hinschicken. Zwei bis drei Tage später weiß man, ob die Zecke tatsächlich mit gefährlichen Erregern oder Viren infiziert war und etwas übertragen konnte. Etwa 25 Euro kostet der Test auf Borrelien, 45 Euro die FSME-Analyse. Sollte das der Fall sein, sofort zum Arzt.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 15.06.2020, 9-12 Uhr

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