Glühwein

In diesem Winter verkauft sich Glühwein so gut wie noch nie. Die hessische Sommelière Alison Flemming hat ein Rezept für Sie und verrät, warum man nicht zu Glühwein aus dem Supermarkt greifen sollte.

Alison Flemming läßt sich keinen Riesling als Silvaner vorsetzen. Immerhin ist sie die erste weibliche "Master of Wine" in Deutschland. Dieser Titel wird nur für umfassendes und herausragendes Wein-Fachwissen vergeben. Zurzeit gibt es neun "Masters of Wine" in Deutschland - von rund 400 Mitgliedern in 29 Ländern der Welt. Die gebürtige Britin lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie im hessichen Viernheim, betreibt dort ein Restaurant und eine Kochschule. Außerdem vermittelt sie in Fachseminaren ihr Weinwissen.

Feuriges Warmgetränk zum Après Ski

Klar, dass sie sich auch mit Glühwein auskennt. Viele ihrer Landsleute kennen das weihnachtliche Traditionsgetränk aus Deutschland schlicht als "Feiertags-Getränk", das sich die meisten Touristen als After-Ski Drink genehmigen. "Wenn man von der Piste kommt, bringt es den Wintersportler zum Glühen und wärm von innen", so ist in einem englischen Gourmetführer zu lesen, der zugleich warnt: "Vorsicht! Wenn Du diesen Wein warm trinkst, steigt Dir der Alkohol schnell zu Kopf! Danach solltest Du nicht mehr raus gehen!"

"Glühwein" gab es schon im alten Rom

Das Würzen von Weinen ist übriges keine Idee der modernen Zeit. Schon die Römer nutzten Gewürze, um ihren Wein genießbarer und haltbar zu machen. Heutzutage steht Glühwein nicht nur als meist billig produziertes Fertiggetränk in den Regalen der Discounter und Supermärkte. Auch Winzer haben längst ihre eigenen Glühweine im Programm - die eben nicht nur nach Zuckerplörre schmecken, sondern ein aromatisch-würziges Bouquet haben.

Winzerglühwein unterliegt strengen Regeln

Ein sogenannter "Winzerglühwein" muss einen Alkoholgehalt zwischen sieben und 14,5 Prozent haben, darf nur aus Wein und verschiedenen Gewürzen und Aromen zusammengesetzt sein. Er darf nicht mit Wasser, Säften oder zusätzlichem Alkohol gestreckt und ausschließlich mit natürlichem Zucker gesüßt sein. Im Unterschied zu Glühwein aus dem Supermarkt haben Glühweine vom Winzer ein deutlich feineres und frischeres Aroma. Industriell gefertigte Glühweine werden in der Regel mit verschiedenen Weinen "aus Ländern der EU" hergestellt. Die Qualität dieser Weine ist oft sehr unterschiedlich und fragwürdig. Deshalb werden für diese Weine viel Zucker eingesetzt, um den Geschmack auszugleichen.

Glühwein muß nicht immer rot sein

Ein guter Glühwein lässt sich aus Rot- und auch Weißwein herstellen. Als Gewürze werden Zimt, Nelken, Zitronen- und Orangenschalen, Sternanis und Kardamom eingesetzt. Bei der Herstellung von rotem Winzerglühwein werden eher gerbstoffarme Sorten wie Dornfelder, Merlot oder auch Spätburgunder verwendet, aber auch tanninarme Cuvées. Weiße Winzerglühweine haben einen fruchtig-frischen Geschmack. Sie bestehen aus klassischen weißen Rebsorten wie Riesling, Chardonnay und Müller-Thurgau.

Einfach selbst gemacht: Glüwein für Genießer

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Wer Glühwein einfach selbst herstellen will, benötigt dazu lediglich eine Flasche der hier aufgeführten Weine und gibt die entsprechenden Gewürze hinzu. Alle Zutaten in einen Kochtopf. Aber Vorsicht: Der Glühwein darf nicht kochen, sondern nur sanft erhitzt werden - sonst sind die Aromen perdü. Hier ist das schnelle Rezept für Feinschmecker von der hessischen Sommelière Alison Flemming.

Videobeitrag

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zum hr-fernsehen.de Video Glühwein – der Weihnachtsmarkt-Klassiker für Zuhause

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Sendung: hr1, hr1 am Nachmittag, 14.12.2020, 15-19 h

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