Grün surfen

Haben Sie auch zu viele Fotos, WhatsApp-Nachrichten, Memos oder E-Mails auf dem Handy? Dann räumen Sie doch einfach mal auf - und zwar ökologisch. Wir geben Ihnen Tipps, wie man sich im Netz bewegt, ohne massenhaft digitalen Müll zu produzieren. Denn grüner surfen ist ganz einfach.

Wenn man online Daten abfragt, empfängt oder versendet, laufen im Hintergrund etliche Aktionen mit: Mobile Netze, Datenverbindungen, Server - alles wird unbemerkt aktiviert. Das frisst massenweise Strom und erhöht so den weltweiten CO2-Ausstoß.

Im Netz surfen steigert den CO2-Ausstoß

Wer also viel im Netz unterwegs ist und oft Apps nutzt, steigert damit gleichzeitig den CO2-Ausstoß. Hier ein Vergleich:

  • Im Jahr 2015 googelte die Welt fast 45.000 Dinge pro Sekunde.
  • das entspricht einem CO2-Ausstoß von fast 500 Kilo.
  • Pro Sekunde kommt dies einer Autofahrt von Berlin nach Madrid gleich - also der CO2-Ausstoß auf einer Strecke von 2.500 Kilometern.
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Weitere Infos zum CO2-Verbrauch

"Der Stromverbrauch der Informations- und Kommunikationstechnikin Deutschland liegt bei etwa 45 Terawattstunden oder 45 Milliarden Kilowattstunden im Jahr, für diese Menge müssen etwa zehn Kraftwerke laufen" sagt Siegfried Behrendt, Leiter des Bereichs "Ressourcen, Wirtschaften & Resilienz" am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. "Weltweit verbrauchen IT-Geräte und -Anwendungen sogar 800 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht in etwa den gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland."

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So funktioniert das digitale Ausmisten

Daher sollte man öfter auf dem Handy aufräumen. Denn weniger Daten, die immer wieder neu geladen werden müssen, entsprechen weniger Rechenarbeit und erzeugen letztendlich auch weniger CO2. Überlegen Sie sich lieber zweimal, ob Sie ein Foto auf Ihrem Handy aus etlichen Perspektiven wirklich brauchen - wenn ja, speichern Sie es auf einer externen Festplatte. Wenn nicht, löschen Sie sie. Auch unnötige E-Mails sollten Sie ausmisten und nicht mehr genutzte Newsletter abbestellen.

Entrümpeln Sie also lieber Ihr Handy, anstatt alles doppelt und dreifach zu speichern und dann noch in die Cloud zu packen. Das hat auch einen psychologischen Nebeneffekt: Denn Ausmisten macht nicht nur glücklich, sondern befreit auch Ihre Seele. So entlasten Sie nicht nur die Server, sondern auch den Kopf.

Öko-Alternativen zu Google

Nutzen Sie wenn möglich immer das WLAN oder das gute alte Internetkabel, beides spart Strom – alles was Sie rein mobil machen, z.B. Daten mobil empfangen, steigert den Stromverbrauch enorm. Zudem gibt es beim Stromverbrauch enorme Unterschiede, wenn Sie mit dem Laptop, dem Smartphone, dem Tablet oder gar über den Fernseher surfen. Das belegen Vergleichsstudien: das Surfen mit dem Handy oder dem Tablet ist demnach besser als mit dem TV-Gerät. Eine Stunde Videostreaming in SD-Auflösung auf dem Smartphone oder dem Tablet setzt 35 Gramm CO2 frei, auf einem 65-Zoll-TV-Monitor hingegen 880 Gramm - also das 25-fache. Noch besser ist die gute alte DVD.

Es gibt zudem eine kostenlose App, mit der man grüner streamt. Sie heißt betterstream, bietet grüne Filme und Podcasts an und kompensiert den erzeugten C02-Ausstoß. Auch zur Suchmaschine Google gibt es eine Öko-Alternative – installieren Sie dafür entweder Ecosia oder Gexsi als Browser. Ecosia ist bereits jetzt zu 100 Prozent ökologisch und verspricht, 80 Prozent des Gewinns in Baumpflanzprojekte weltweit zu investieren. Die Macher von Gexsi supporten hingegen alle zwei Wochen ein Projekt, das die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele fördert.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 07.12.2020, 9-12 Uhr

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