Honiggläser

Goldgelb, flüssig oder cremig, hell oder dunkel: Honig ist ein zuckersüßer Genuss und einer der beliebtesten Brotaufstriche hierzulande. Doch was ist das Besondere an Honig? Wie gesund ist Honig wirklich? Und wie erkennt man gute Qualität?

Deutschland ist Weltmeister im Honigessen. Laut Statistik wird in Deutschland pro Kopf 1,1 Kilogramm Honig verspeist. Das ist weltweit ein Spitzenwert. Imker unterscheiden rund 40 Sortenhonige - von Akazien- bis Weißtannenhonig.

Rein chemisch betrachtet ist Honig nichts anderes als eingedicktes Zuckerwasser: Er besteht zu 80 bis 85 Prozent aus Trauben- und Fruchtzucker sowie zu 17 Prozent aus Wasser. Alle anderen Inhaltsstoffe machen insgesamt nur zwei bis drei Prozent des Honigs aus - etwa Enzyme und Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe.

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Wie viel Honig pro Tag ist gesund?

Man kann sich 2-4 Teelöffel Honig pro Tag genehmigen - wenn man stattdessen auf Haushaltszucker verzichtet. Ein Teelöffel Honig entspricht etwa 15 Gramm - und circa 46 kcal.

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Auch herkömmlicher Haushaltszucker besteht aus Trauben- und Fruchtzucker, die jeweils aneinander gebunden zu Saccharose werden. Während in Haushaltszucker zu gleichen Teilen Glukose und Fruktose vorhanden sind, ist der Fruktose-Anteil im Honig höher. Deshalb schmeckt er süßer. Auch in Bezug auf die Kalorien ähneln sich die beiden Süßmacher: 100 Gramm raffinierter Zucker enthält rund 380 Kilokalorien, die gleiche Menge Honig etwa 300 Kilokalorien.

Mehr als nur ein Energielieferant

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht besteht Honig aus einfachen Kohlenhydraten. Doch dieser Energielieferant kommt aus der Natur und enthält Aminosäuren, Mineralien sowie Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C. Diese Mengen sind aber so gering, dass sie nicht zum täglichen Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen beitragen. Es sei denn, man würde Honig gleich glasweise löffeln. Honig ist also kein guter Vitaminspender oder gar Ersatz für eine ausgewogene Gemüse- und Obsthaltige Ernährung.

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"kalt geschleudert" ist kein Qualitätsmerkmal

Um den wertvollen Honig zu gewinnen, muss die Wachsschicht, mit der die Waben verschlossen sind, entfernt werden. Dann kann der Honig aus den Waben herausgeschleudert werden. Das gelingt dem Imker allerdings nur, wenn der Honig ähnlich temperiert ist, wie das Innere des Bienenstocks - etwa bei 35 Grad Celsius. Der Begriff "kaltgeschleudert", mit dem geworben wird, ist deshalb Unfug – und eigentlich auch nicht zulässig.

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Ein wichtiges Gesundheits-Plus in Honig sind allerdings die sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken. Sie schützen unsere Zellen und bekämpfen entzündliche Prozesse im Körper. Die Antioxidantien können zudem das Herz stärken und den Blutdruck senken. Honig kann sogar den Anteil des "schlechten" LDL-Cholesterins senken und den Anteil des "guten" HDL-Cholesterins steigern.

Ein natürlicher Virenkiller

Zudem ist Honig ein natürlicher Virenkiller: Er hat eine keimhemmende und antibakterielle Wirkung, er stärkt das Immunsystem, hilft bei akutem Reizhusten und frühen Erkältungssymptomen. In einigen Studien wirkte sich Honig bei Kindern sehr effektiv gegen Husten und Halsschmerzen aus; in einigen Fällen war er sogar wirksamer als herkömmliche Hustenmedikamente. Doch Vorsicht: Kinder unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden! Denn Honig enthält Clostridium botulinum-Keime, die bei Babys zu einer Lebensmittelvergiftung führen können.

In der Schulmedizin wird Honig auch zur Behandlung von Wunden eingesetzt, nachdem er durch radioaktive Bestrahlung sterilisiert wurde. Honig kommt auch bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte sowie bei Herpes und Hämorrhoiden zum Einsatz. Zudem kann Honig bei Verbrennungen und Wunden Linderung schaffen.

Manuka-Honig - Heilkraft aus der Neuen Welt

Als Wundermittel unter den Honigen gilt der Manuka-Honig aus Neuseeland. Er hat eine sehr starke antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung. Letzteres hilft bei sogenannten Mykosen: Erkrankungen, die durch Pilze verursacht wurden. Wegen der Substanz Methylglyoxal ist er auch unter dem Kürzel MGO bekannt. Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, verwenden traditionell Blätter und Rinde bzw.

Grundsätzlich enthält jeder hochwertige Honig eine antiseptische Substanz. Sie bildet sich, indem Blütennektar im Honigmagen mit einem Enzym, der Glucose-Oxidase, angereichert wird. Beim Manuka-Honig, der in Neuseeland aus Südsee-Myrten gewonnen wird, kommt eine weitere, keimtötende Substanz hinzu – das MGO.

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zum Download Johann Lafer: Mit Ingwer und Honig glasierter Fruchtsalat

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Dieser Stoff entsteht jedoch erst während der Reife des Honigs - im Nektar selbst ist nur die Vorstufe Dihydroxyaceton nachweisbar. Erst durch Dehydrierung entsteht während des Reifeprozesses Methylglyoxal: Ein Zuckerabbauprodukt mit antibakterieller Wirkung.

Honig vom Discounter oder vom Imker - darauf sollten Sie achten!

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In qualitativ gutem Honig stecken über 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Doch nicht immer ist nur Gutes und Reines im Glas. Auf vielen Honiggläsern im Discounter und Supermarkt finden sich Angaben wie "Mischung von Honig aus EG-Ländern und Nicht-EU-Ländern". Laut Honig-Verordnung muss das konkrete Ursprungsland des Honigs angegeben werden. Handelt es sich um einen "Länderverschnitt", ist diese EU-Formulierung erlaubt, sagt aber nichts über die Qualität aus. Nur Honig, der in Deutschland von Mitgliedern des Deutschen Imkerbunds produziert wurde, darf das eingetragene Warenzeichen "Echter deutscher Honig" tragen.

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zum Download Christian Ruzicka: Quark-Himbeer-Kuchen mit Honig

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Um in Deutschland die große Nachfrage zu decken, wird Honig importiert – laut Statistischem Bundesamt aus über 70 Ländern und rund 84.000 Tonnen jährlich. Die fließen aus Argentinien, Mexiko, der Ukraine und China nach Deutschland. Wer hochwertigen Honig ohne Rückstände von Pestiziden oder Wärmeschädigung kaufen will, sollte Honig am besten direkt beim Imker oder auf Wochenmärkten beziehen und einfach mal nachfragen, wo die Bienenvölker ihren Nektar sammeln.

Vor Ort kann man auch Honig verkosten, seine Lieblingssorte erschmecken und ruhig auch ein Glas mehr in Reserve mitnehmen. Denn Honig behält sein Aroma bis zu drei Jahre lang - wenn man ihn gut verschlossen und kühl lagert. Aber bitte nicht in den Kühlschrank stellen - dort kristallisiert er. Um ihn wieder flüssig zu machen, muss das Glas in einem Wasserbad erwärmt werden. Aber nicht über 40 Grad Celsius, sonst werden die wertvollen Enzyme zerstört.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 20.5.2020, 9 - 12 Uhr

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