Altkleidercontainer

Statt Frühjahrs-Schäppchen zu shoppen blieb in den letzten Wochen viel Zeit, um in Kleiderschränken auszumisten und Platz zu schaffen. Doch wer gut erhaltene Teile verschenken will, der wird seine Spenden vorerst nicht los.

Nicht mehr mit der Freundin zum Shopping gehen, keine Läden nach Schnäppchen durchstöbern. In diesen Zeiten sparen Fashion-Victims so manchen Euro. Und endlich bleibt auch Zeit, den Kleiderschrank zu lichten, um ungeliebte oder kaum getragene Teile auszusortieren und Platz für Neues zu schaffen. Gut erhaltene Teile werden selbstverständlich gespendet.

Sammelorganisationen sind aktuell lahmgelegt

Eigentlich eine gute Sache. Doch derzeit findet sich kein Abnehmer für die guten Sachen: Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen haben auch die gemeinnützigen Sammelorganisationen von Alt-Textilien lahmgelegt.

Von der Ausnahmesituation direkt betroffen sind auch die Betreiber von Secondhand- und Kleiderläden wie Oxfam und Co.: "Die Secondhand-Läden sind geschlossen und der Markt für Alt-Textilien ist zusammengebrochen", bestätigt Thomas Ahlmann, Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung e.V. und ergänzt: "Die Situation auf dem Alt-Textilmarkt verschärft sich täglich weiter."

Straßensammlungen abgesagt, Container überfüllt

Container

Einer der Gründe: Die im März bis in den Mai geplanten Frühjahrs-Straßensammlungen wurden durchgehend abgesagt. Daher können die Kleiderspenden nicht abgeholt werden. Bei den Gemeindesammlungen sind ebenfalls vermehrt Absagen bei den Sammlern eingegangen. Und die gemeinnützigen Sammler, die die Altkleidercontainer leeren, kommen mit den steigenden Mengen in den Sammelbehältern kaum mehr nach.

Corona-Krise stoppt auch globalen Secondhand-Markt

Zudem werde es "zunehmend schwieriger bis unmöglich, einen Abnehmer für die eingesammelte Ware zu finden". Der globale Handel mit Secondhand-Bekleidung sei wegen Grenzschließungen "faktisch ausgesetzt und die Nachfrage nach Sammelware aus deutschen Kleidersammlungen geht entsprechend zurück" - und droht zeitnah ganz zum Erliegen zu kommen.

Doch was tun, wenn Zuhause Platz geschaffen werden soll? Kleiderspenden bitte nicht einfach auf die Straße stellen oder neben Altkleider-Containern ablegen, appelliert Ahlmann und empfiehlt sich an folgende vier Punkte zu halten.

Das sollten Sie tun, wenn Sie gebrauchte Kleidung spenden oder entsorgen wollen:

  1. Sollte eine Sammlung aktuell nicht stattfinden, lagern Sie die Kleiderspende nach Möglichkeit zu Hause ein und geben Sie sie erst nach einer Normalisierung ab.
  2. Bitte keine Spenden vor geschlossenen Secondhand- und Kleiderläden abstellen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer lokalen Organisation, ob es noch Abgabemöglichkeiten gibt.
  3. Stellen Sie keine Kleiderbeutel vor oder neben überfüllte Container. Helfen Sie stattdessen, Vermüllung zu vermeiden und melden Sie die Überfüllung dem Sammler.
  4. Unterlassen Sie in jedem Fall die Entsorgung von nicht textilen Abfällen über die Sammelbehälter. Den gemeinnützigen Sammlern entstehen dadurch hohe Kosten für die Entsorgung dieser Abfälle.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 16.4.2020, 9 - 12 Uhr

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