Gesundheitsapps
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Sie versprechen Hilfe bei der Diät oder bei Schlafstörungen: Tausende von Gesundheits-Apps schwirren durch den digitalen Äther und wollen das körperliche Wohlbefinden steigern. Doch können Sie das leisten? Und sind sie sicher?

Mehr als 100.000 Gesundheits-Apps buhlen um Kundschaft. Sie geben Gesundheitstipps, helfen bei der Dosierung von Arzneimitteln und werten Fitness-Daten aus. Und der Markt wächst weiter rasant. Auch die Krankenkassen programmieren eigene Apps. Doch oft ist für den Verbraucher nicht zu erkennen, ob es sich um eine Wellness-Anwendung oder ein Medizinprodukt handelt.

Lifestyle- oder Medizinprodukt?

Aus diesem Grund hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die "Orientierungshilfe Medical Apps" geschafffen. Sie dient als Leitfaden und soll Klarheit geben, ob eine Gesundheits-App ein Medizinprodukt ist. Dafür muss die Software für mindestens einen der folgenden Zwecke bestimmt sein:

  • Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten
  • Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen
  • Untersuchung, Ersetzung oder Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs
  • Empfängnisregelung

Risikofaktor Datensicherheit

Doch ob Medizinprodukt oder nicht - größtes Problem aller Gesundheits-Apps sind die Erhebung und Sicherheit der persönlichen Daten. Erst im Februar wurde bekannt, dass diverse Gesundheits-Apps sensible Daten automatisch mit Facebook teilten. Die Nutzer wussten davon nichts.

Videobeitrag

Video

zum hr-fernsehen.de Video Das Smartphone als Gesundheits-Assistent

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Selbst wenn die Applikationen seriös und sicher im Umgang mit den Daten sind - erst durch deren Übermittlung dieser erhalten die Patienten Informationen zu ihrer Gesundheit. In einem Test der Krankenkassen-App "Vivy" in der hr-Sendung "Alles Wissen" musste der Proband 49 persönliche Fragen beantworten. Die daraus resultierenden Empfehlungen waren allerdings nicht gerade logisch. Dem sportlichen und fitten Probanden wurde geraten aktiver zu werden.

Experten sehen hier die größten Gefahren für die Nutzer. Niemand kontrolliert die Qualität der Gesundheits-Apps. Es gibt kaum medizinische Studien, die deren Wirksamkeit belegen. Und wer programmiert und beurteilt eigentlich die Algorithmen der Gesundheits-Apps?

Fakt ist: Eine Gesundheits-App ersetzt keinen Arztbesuch. Ob man die kleinen Helfer auf dem Smartphone installiert und nutzt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Man sollte mit diesem Thema aber genauso bewusst umgehen, wie mit seiner Gesundheit.

Audiobeitrag

Podcast

Zum Artikel auf hr-inforadio.de Vivy & Co. - Wie gut, wie sicher sind Gesundheits-Apps?

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 28. März 2019, 9 Uhr

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