SUP-Board

Unberührte Natur, historische Sehenswürdigkeiten und abwechslungsreiche Landschaften: In Hessen finden Sie eine Vielfalt an paddelbaren Gewässern. Für eine Stunde auf dem Main oder eine Tagestour auf der Lahn: Entdecken Sie Ihre Nachbarschaft doch mal per Schlauchboot, Kanu oder Stand-Up-Paddle-Board. Wir haben die passenden Tipps dazu.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Paddeln auf dem Wasser entschleunigt und entspannt"

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Würde man die Länge aller Bäche und Flüsse addieren, die durch Hessen fließen, käme man auf insgesamt 23.600 Kilometer. Rund 80 Prozent der Fließstrecke verlaufen in freier Landschaft, der restliche Teil fließt an Ortschaften und Städten entlang. So sind auf dem Wasser auch atemberaubende Sightseeing-Touren zum Beispiel durch Frankfurt am Main und Marburg an der Lahn möglich. Auf einer Länge von 160 "paddelbaren" Kilometern zählt die Lahn sogar zu einem der wasserwanderfreundlichsten Flüsse in Deutschland.

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Gibt es Corona-Regeln auf dem Wasser?

Ja, die Regeln zum Schutz vor der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie gelten auch beim Wassersport. So muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Derzeit ist es nicht grundsätzlich verboten, die Bundeswasserstraßen und die Landesgewässer für die Freizeit zu nutzen. Allerdings sind Einschränkungen möglich. Die Wasserschutzpolizei empfiehlt daher, sich vor Antritt einer Fahrt bei den zuständigen Behörden zu informieren.

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Auch eine Vielzahl der insgesamt 773 hessischen Seen ist fürs Paddeln freigegeben. Von traumhaft schönen Landschaften umgeben, bieten zum Beispiel das Borkener Seenland, die Krombachtalsperre und der Edersee perfektes Urlaubsfeeling vor der Haustüre. Doch einfach "ins Blaue" drauflos paddeln sollten Sie nicht. Bevor Sie ins Kanu, Schlauchboot oder auf das Stand-Up-Paddle-Board steigen, gibt es einiges zu beachten.

Für Stand-Up-Paddler (SUP)

Nicht auf allen Gewässern in Deutschland ist das Stand-Up-Paddeln erlaubt. Auf einigen Flüssen und Seen gelten ganzjährig oder zeitweise Befahrungsverbote, um die Natur und Umwelt zu schützen. Auf großen Wasserstraßen wie Main und Rhein gelten meist Befahrungsregeln zum Schutz der Wassersportler.

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Was ist SUP?

Das SUP (Stand-Up-Paddlen) ist eine Wassersportart, bei man aufrecht auf einer Art Surfbrett steht. Das ist in der Regel wesentlich breiter als ein Surfbrett und man bewegt sich auf dem Wasser nicht per Segel, sondern mit einem Stechpaddel voran. Kosten: Beispiel beim Main SUP-Verleih: 30 Minuten = 15 Euro, 2 Std. 30 Euro, Tagespreis für ein Leih-Bord 75 Euro (24 Std.). Ein aufblasbares Einsteiger-Board ist ab 300 Euro zu haben.

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Eine Karte der Verbote für SUP finden Sie auf SUPscout, einem Online-Forum für Stand-Up-Paddler von Stand-Up-Paddlern. Dort finden Sie auch empfehlenswerte Touren auf hessischen Flüssen und Seen.

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Braucht man einen Führerschein für SUP?

Für Stand-Up-Paddler gibt es keine Führerscheinpflicht. Doch auf manchen Streckenabschnitten von Binnengewässern, etwa auf dem Main bei Frankfurt, ist eine sogenannte MAIN-SUP-Lizenz erforderlich. Nach Teilnahme an einem SUP-Kurs oder einer SUP-Tour auf dem Main erhält man eine MAIN-SUP-Lizenz.
Der GSUPA e.V. händigt den Kursteilnehmern eine SUP-Lizenz aus, die bei Kontrollen durch die Wasserschutzpolizei und beim Ausleihen von Boards vorgezeigt werden kann.

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Informieren Sie sich vor Ihrer SUP-Tour, ob es ein Verbot für das jeweilige Gewässer gibt. Beachten Sie saisonale und lokale Befahrungsverbote für Stand-Up-Paddling. Eine Karte der Verbote für SUP finden Sie auf der Website des Deutschen Kanu-Verbands.

Die Grundregeln für Stand-Up-Paddler

1. Vorfahrtsregeln: Auf Flüssen gilt allgemeines Rechtsfahrgebot, es wird bei entgegenkommenden Wasserfahrzeugen auch nach rechts (Steuerbord) ausgewichen. Berufsschifffahrt und Segler sowie Windsurfer haben immer Vorfahrt. Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen sollten generell eher gemieden werden und beim Queren dürfen hier fahrende Schiffe nicht beeinträchtigt werden.
2. Für Stand-Up-Paddler gelten generelle Befahrungsverbote in Naturschutzgebieten, Schleusen, Trinkwasserschutzgebieten und Schwimmzonen.
3. Der GSUPA e.V. empfiehlt: die allgemeine Leash-Pflicht (Hüftleash im Fließgewässer), Tragen einer Rettungsweste oder das Mitführen eines Resttubes oder eine anderen Schwimmhilfe, Mitführen einer Signalpfeife und das Kennzeichnen des Boards mit der Adresse des Besitzers.
4. Bei Dunkelheit ist ein weißes rundum sichtbares Licht zu führen, bei Nebel sollten Wasserflächen sofort verlassen werden.
5. Umweltschutz hat allerhöchste Priorität. Vermeide Müll, betreten Sie keine geschützten Uferbereiche und verhalten Sie sich stets schonend gegenüber der Tier- und Pflanzenwelt.
6. Informieren Sie sich vor einer Tour über die Wetterbedingungen. Bei starkem Wind und sehr kalten Temperaturen sollte nicht gepaddelt werden – bei Gewitter ist das Wasser sofort zu verlassen.
7. Physische Fitness: Paddeln Sie nur, wenn Sie ein guter Schwimmer sind sowie körperlich fit und "fahrtauglich", also nüchtern (null Promille).
8. Führerschein: Der GSUPA e.V. händigt den Kursteilnehmern eine SUP-Lizenz aus, die bei Kontrollen durch die Wasserschutzpolizei und beim Ausleihen von Boards vorgezeigt werden kann. Eine Führerscheinpflicht für Stand-Up-Paddler besteht nicht.
9. Hilfeleistung untereinander ist Pflicht – das gilt besonders bei Seenotfällen.

Für Schlauchboot-Matrosen

Schlauchboot

Schlauchboote gibt es als billiges Gummiboot vom Discounter für weit unter 100 Euro. Wer jedoch richtig Spaß an einem soliden aufblasbaren Boot haben will, kann je nach Komfort einen vier- bis fünfstelligen Betrag hinblättern - Motor exklusive. Achtung: Wer sich für seine Entdeckungstouren auf dem Wasser ein taugliches Schlauchboot zulegen will, sollte sich zuvor informieren, ob das ausgesuchte Modell ein Kennzeichen benötigt.

Sie können unter folgenden Schlauchboot-Arten wählen:

  • Voll aufblasbare Schlauchboote (Badeboote und Gummiboote)
  • Voll aufblasbare Schlauchboote mit integrierten Einlegeböden (Boden z.B. aus Holz, Aluminium oder aufblasbar), diese Modellvariante gibt es auch motorisiert zu kaufen. Sportschlauchboote beispielsweise, haben einen Außenbordmotor, einen festen Rumpf oder einen aufblasbaren Kiel (Boden).
  • Festrumpfschlauchboote (Rumpf aus Aluminium, Kevlar oder GFK), können einen im Rumpf untergebrachten Auftriebsschlauch besitzen. Die sogenannten Festrumpfschlauchboote sind eigentlich keine Schlauchboote, werden aber häufig als solche bezeichnet.

Zudem unterscheidet man die unterschiedlichen Bootmodelle in ihrer Antriebsart: Auf dem Markt gibt es motorgetriebene, gepaddelte, geruderte und besegelte Schlauchboote.

Grundsätzlich gilt: Wird das Schlauchboot nur auf Binnenschifffahrtsstraßen in Betrieb genommen und ausschließlich mit Muskelkraft fortbewegt und nicht motorisiert, muss es nicht zugelassen werden. Das gilt für Schlauchboote, Ruderboote, Kanus, Beiboote und Segelboote von einer Gesamtlänge von unter 5,50 Metern.

Für motorisierte Schlauchboote gilt: Schlauchboote mit einer Gesamtlänge bis 5,50 Meter brauchen keine Zulassung, wenn der Motor nicht mehr als 3 PS (2,21 kW) hat. Hat das Schlauchboot eine höhere Motorleistung oder ist länger als 5,50 Meter, ist von einem Kleinfahrzeug die Rede. Das muss gekennzeichnet sein und unterliegt der Binnenschifffahrt-Kennzeichnungsverordnung. Außerdem hat sich der Steuermann über die jeweiligen Binnengewässervorschriften auf den unterschiedlichen Routen zu informieren. Die Befahrensregelungen für alle Binnengewässer in Deutschland finden Sie auf der Website des Deutschen Kanu-Verbands e.V..

Für Kanu-Kapitäne

Kanufahren vor der Kulisse von "Mainhattan".

Bei einem Kanu oder Kajak sollte man mit einem Einstiegspreis von 300 Euro rechnen, ein aufblasbares Modell ist für circa 250 Euro zu haben. Ebenso wie SUP und Schlauchbootfahren bietet auch das Paddeln im Kanu die Möglichkeit, vielfältige und unmittelbare Eindrücke in der Natur zu gewinnen. Deshalb haben sich Kanusportvereine die Devise "Nachhaltigkeit, Natur- und Landschaftsverträglichkeit" auf die Fahnen geschrieben - und es gilt die eiserne Grundregel: "Informiere dich vor der Fahrt über das Gewässer!" Auf der Website des Hessischen Kanu-Verbands finden sich die entsprechende Fluss-Infos für eine sichere Tour. Wenn Ihre Wahl auf ein bestimmtes Gewässer gefallen ist, sind grundsätzlich folgende Informationen zu beachten:

  1. Ist das Gewässer für mein Boot und meine Fähigkeiten geeignet?
  2. Wo gibt es gute Ein- und Aussetzstellen, die ich mit dem von mir gewählten Verkehrsmittel erreichen kann?
  3. Wie komme ich dahin?
  4. Wo gibt es ggfs. Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten?
  5. Gibt es Hindernisse oder Gefahrenstellen?
  6. Ist eine besondere Ausrüstung (z.B. Bootswagen) erforderlich?
  7. Ist das Befahren des jeweiligen Gewässerabschnittes zum gewählten Zeitpunkt erlaubt?
  8. Lässt der aktuelle Wasserstand eine Befahrung zu?

Verkehrsvorschriften müssen beachtet werden

Auch für Kanufahrer gelten die Verkehrsvorschriften auf den Gewässern. Wer mit seinem Kanu auf einer Schifffahrtsstraße unterwegs ist, sollte diese Vorschriften sowie die Schiffahrtszeichen- und Signale unbedingt kennen. Verkehrsvorschriften, aktuelle Meldungen, Tipps und Merkblätter über das Verhalten an Schleusen finden Sie auf dem, von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betriebenen Elektronische Wasserstraßen-Informationssystem (ELWIS).

Kostenlose App liefert aktuelle Meldungen für Kanuten und andere Paddler

Viele Gewässer sind nur ab einem bestimmten Mindestwasserstand für Kanuten und SUP-Board-Nutzer befahrbar. Die abgerufenen Messwerte können zur Orientierung auch für die folgenden Tage genutzt werden, wobei jedoch die zwischenzeitlich eingetretenen Niederschläge und der schnelle Wasserabfluss bei Kleinflüssen berücksichtigt werden müssen. Achtung: Bei Wasserständen, die unter den angegebenen Mindestpegeln liegen, wird zum Schutz von Flora und Fauna dringend gebeten, von einer Befahrung abzusehen und auch um weitere Einschränkungen für Kanusportler zu vermeiden.

Die App "MEINE PEGEL" warnt vor steigenden Wasserständen an deutschen Flüssen und Seen. Außerdem bietet die vom Bund und den Ländern gemeinsam entwickelte App 1.600 aktuelle Wasserstandspegel in Deutschland. Die Warnungen lassen sich individuell für die Nutzerinnen und Nutzer anpassen. Die amtliche, bundesweite Pegel- und Hochwasser-App für Android, iOS und Windows Phone erhalten Sie unter http://www.hochwasserzentralen.info/meinepegel/

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 20.6.2020, 10 - 12 Uhr

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