Maske reinigen

In Zeiten von Maskenpflicht in Geschäften, Gaststätten und öffentlichen Einrichtungen muss der Mundschutz regelmäßig gereinigt werden. Eine effektive Reinigung kann auch "Masken-Akne" vorbeugen. Wie das geht, was sie beachten und vermeiden sollten, lesen Sie hier!

Im Internet gibt es die unterschiedlichsten Tipps zum Reinigen von Gesichtsschutzmasken. Ob Mikrowelle, Backofen, Wasserkocher oder Waschmaschine - die gängigen Methoden basieren auf der Erkenntnis, dass das Covid-19-Virus temperaturempfindlich ist: Hitze und fettlösende Substanzen wie Tenside, die als Fettlöser in Waschmitteln enthalten sind, zerstört die Viren.

Die meisten Masken, die derzeit im Umlauf sind und im nicht-medizinischen Bereich verwendet werden, sind sogenannte BMN (Behelfs-Mund-Nasen)- Masken, auch "Community-Masken" genannt. Sie sind in der Regel aus Baumwollstoff gefertigt. Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sollte der Stoff möglichst eng gewebt sein. Die Masken sind oval oder in horizontale Falten genäht. Beachten Sie, dass Masken vor dem ersten Tragen gewaschen sowie möglichst nach jedem weiteren Einsatz gereinigt werden sollten!

Empfehlung: 60 Grad, Waschmaschine

Laut medizinischen Experten sterben die Corona-Viren bei einer Temperatur ab 59 °C ab. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Textilien, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, bei einer Temperatur von mindestens 60°C in der Waschmaschine mit einem Vollwaschmittel zu waschen und gründlich zu trocken.

Deshalb sind folgende Reinigungsmethoden für wiederverwendbare Masken sinnvoll. Doch Achtung: Falls Ihre Maske einen sogenannten "Nasendraht" zur Stabilisierung der Nasenpartie enthält, diesen stets vor jedem Reinigen, Desinfizieren und Bügeln herausnehmen!

Diese Möglichkeiten der Reinigung für den Mundschutz gibt es

Waschmaschine
Kochtopf
Wasserkocher
Mikrowelle
Backofen/ Fango-Ofen
Bügeln
Gefrierfach
Desinfektionsspray

Waschmaschine

Eine Behelfsmaske aus kochfestem (Baumwoll-)Material ist in der Waschmaschine - in einem Wäschesäckchen - bei einer Temperatur bis 95 °C (Kochwäsche) waschbar, am besten bei mindestens 60 °C. Zusätzlich zum Waschpulver ist kein spezielles Hygiene- oder Desinfektionswaschmittel notwendig. Schon gar nicht "Corona-Waschmittel", das bereits von einigen Herstellern beworben wird.

Kochtopf

Wer für eine oder mehrere Masken nicht extra eine Maschine anwerfen will, kann die Maske auch für mindestens fünf Minuten in einem Kochtopf mit Wasser und einer Prise Waschmittel auskochen. Das ist sozusagen die Schnellmethode. Um die korrekte Temperatur zu ermitteln, können Sie ein Küchen- oder Grillthermometer verwenden. Sind die Masken ausgekocht, sollten Sie sie gut trocknen lassen.

Wasserkocher

Heißes Wasser aus dem Wasserkocher mit mindestens 70 °C in einen Topf oder eine hitzebeständige Schüssel geben. Die Maske fünf Minuten Minuten hineinlegen, dabei ab und an mit einem Kochlöffel durchschwenken. Dann herausnehmen, auf einem Frottétuch auslegen und gut trocknen lassen.

Weitere Informationen

Das sollten Sie bei Falten-Masken beachten!

"Beim Tragen müssen die Falten stets nach unten zeigen. Sonst setzen sich die möglichen Tröpfchen aus dem Speichel durch Atmen, Niesen u.ä. in den Falten ab", empfiehlt die Offenbacher Modedesignerin und Kostümbildnerin Monika Seidl, die derzeit auch für den medizinischen Bedarf Spezialmasken aus FFP-Vlies anfertigt.

Ende der weiteren Informationen

Mikrowelle

Wie verschiedene Medien berichten, haben US-amerikanische Forscher eine FFP-Maske mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäßen mit jeweils 50 Milliliter lauwarmem Leitungswasser in einer handelsüblichen Mikrowelle platziert. Die Forscher erhitzten die Konstruktion zwei Minuten lang bei 750 Watt, um Wasserdampf zu erzeugen, der die Maske reinigt. Dabei soll die Filterwirkung der Maske nicht geschwächt worden seien, nur vereinzelt traten Schäden an der Maske auf.

Laut "Spiegel" bestätigte der Schutzmaskenhersteller 3M nach einem eigenen Test, dass die Dampfsterilisation in der Mikrowelle möglich ist, ohne die Filterwirkung wesentlich zu reduzieren. Offiziell betont 3M aber: Empfohlen ist die Wiederverwendung nicht. Zudem gibt es Masken, in denen Metall oder Plastik verbaut sind. Diese dürfen keinesfalls in die Mikrowelle!

Backofen/ Fango-Ofen

Als sicher gilt auch die Backofen-Methode in einem herkömmlichen Backofen oder einem Fango-Ofen: Hierzu muss der Backofen auf 70 °C (Ober- und Unterhitze) vorgeheizt werden und die Maske auf einem sauberen Rost oder Backblech mindestens 30 Minuten lang "gebacken" werden. Laut Medizinern funktioniert diese Methode auch mit dem chirurgischem Mund-Nasen-Schutz und FFP-Masken für den professionellen Gebrauch. Allerdings werden hier nur die Viren zerstört. Verschmutzungen bleiben.

Bügeln

Gute Lösung auf die Schnelle: Wenn Sie mal keine Zeit haben, eine Maske aus Baumwolle zu waschen, kann diese im Ausnahmefall gebügelt werden. Dazu die trockene Maske zwischen zwei Küchenhandtücher legen und bei Stufe 3 sorgfältig (dampf-)bügeln. Achtung: Diese Methode ersetzt keine Reinigung!

Desinfektionsspray

Medizinische Experten raten dringend ab, Masken mit Desinfektionsmittel zu besprühen. Die Partikel des Desinfektionssprays können zu einer Reizung der Nasen- und Mundschleimhäute führen. Bei Asthmatikern beispielsweise kann dies zu massiven Atemproblemen führen.

Gefrierfach

Masken einzufrieren, um Viren zu bekämpfen, ist ebenfalls keine sichere Strategie. Mit Sars-CoV-2 verwandte Coronaviren halten sich bei -20 °C bis zu zwei Jahre, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "Viren können in Kälte länger stabil sein", bestätigt auch Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Anleitung für alle, die Behelfsmasken tragen

Beim Auf- und Absetzen der Maske diese am Nasenflügel und am Gummiband anfassen, nicht in den Atembereich fassen! Weist eine Maske Beschädigungen wie Risse, Löcher oder Ähnliches auf, sollte sie umgehend entsorgt werden. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Behelfsmasken anzuschaffen, um nach dem Gebrauch stets eine saubere zur Hand zu haben. Und: Gebrauchte Masken keinesfalls an andere weitergeben!

Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist explizit darauf hin, dass es nach wie vor keine hinreichenden Belege dafür gibt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn verwendet, reduziert. Eine Behelfs-Mund-Nasen-Maske (BMN) dient jedoch dazu, dass man sich nicht direkt im Gesicht anfasst. Außerdem hilft die BMN bei der Reduzierung der Verbreitung von Tröpfchen, was das Ansteckungsrisiko minimiert, vor allem für Mitmenschen.

In einer früheren Version des Artikels schrieben wir, das Gesichtsmasken nach der Reinigung in der Mikrowelle unbrauchbar sind. Das stimmt so nicht.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 4.8.2020, 9-12 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit