Patientenverfügung

Der Tod ist kein Tabu, er ist sicher. Daher hilft es, sich rechtzeitig mit ihm auseinanderzusetzen und vorzusorgen. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Patientenverfügung, die im Fall einer Entscheidungsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall greift. Wir zeigen Ihnen, wo Sie Hilfe finden und was auf Sie zukommt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Patientenverfügung - ein Fallbeispiel

Patientenverfügung
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Über den Tod reden - keine angenehme Angelegenheit. Noch schwerer: Gedanken zum eigenen Ableben schriftlich in Worte fassen, wie bei einer Patientenverfügung. Darin lässt sich für den Fall einer Entscheidungsunfähigkeit Vorsorge treffen, welche Maßnahmen von Ärzten, Pflegern und Vertrauten einzuleiten sind.

So behalten auch Sterbende die Kontrolle über ihr Leben. Erstellen kann eine solche Verfügung, wer volljährig ist und nicht unter äußerem Druck steht.

Weitere Informationen

Was ist eine Patientenverfügung?

Das "Bürgerliche Gesetzbuch" (BGB) definiert die Patientenverfügung als "schriftliche Festlegung einer volljährigen Person, ob sie in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen ihres Gesundheitszustandens, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt."

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So gehen Sie die Vorsorge an

Ein plötzlicher Unfall, eine schwere Krankheit oder fortschreitende Demenz - die Patientenverfügung kann für Jung und Alt gleichermaßen wichtig werden. Ansprechpartner und erste Hilfe sollten ein Arzt oder andere fachkundige Personen sein. Der einfache und für Viele sicher erst mal angenehmere Weg geht aber über's Internet:

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zum hr-fernsehen.de Video Patientenverfügung: Wie viel Therapie am Lebensende

Stempel mit der Aufschrift "Patientenverfügung"
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Nähere Informationen gibt's online beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz oder auch bei den Maltesern, die direkt Muster für verschiedenene Vollmachten und Verfügungen bereitstellen. Wer sich näher damit auseinandergesetzt hat, kann sich im nächsten Schritt mit einem Vertrauten aus Familie oder Bekanntenkreis in Verbindung setzen und denjenigen als Vorsorgebevollmächtigten einsetzen.

So muss die Verfügung aussehen

Eine Patientenverfügung folgt im besten Fall einer klaren Struktur. Das gilt sowohl für den Inhalt, als auch für die Formulierung. Konkrete Beschreibungen zu akuten Situationen und Behandlungswünschen geben im Fall des Falles auch klare Anweisungen. Sprechen Sie zum Beispiel nicht von "lebensverlängernden Maßnahmen", sondern von künstlicher Ernährung, Flüssigkeitszufuhr oder dergleichen.

Im Laufe des Textes sollten Sie außerdem Ihre persönlichen Wertvorstellung und eine kurze Rückschau Ihres eigenen Lebens einfließen lassen. Dieser Teil fällt mit Sicherheit am schwersten, unterstreicht aber die Ernsthaftigkeit Ihres Willens und macht ihn später für Andere greifbarer.

Für den Aufbau und Umfang einer Patientenverfügung gibt es verschiedene Empfehlungen, im Grunde bieten sich aber diese Bausteine an:

  • Eingangsformel, aus der hervorgeht, wer die Verfügung schreibt
  • Situationen, in denen die Verfügung zur Geltung kommt (z.B.: Demenz, unmitelbarer Sterbeprozess, Endstadium einer tödlichen Krankheit, Hirntod, etc.)
  • Festlegung der einzuleitenden Maßnahmen (z.B.: Schmerztherapie, Wiederbelebung, künstliche Ernährung und Beatmung, Dialyse, etc.)
  • Wünsche zu Aufenthalt und Sterbebegleitung
  • Hinweise auf weitere Vorsorgeverfügungen und Erläuterungen (wie beispielsweise die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht oder Hinweise auf Widerruf)
  • Organspende
  • Schlussformel und Schlussbemerkungen, in denen die freiwillige und bewusste Erstellung der Verfügung klar gemacht wird
  • Datum und Unterschrift
  • Aktualisierung

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 16. April 2019, 9 Uhr

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