Ein Weihnachtsbaum mit Nachhaltigkeits-Kennzeichnung.

Für viele ist es eine Glaubensfrage: Ein Weihnachtsbaum aus Plastik oder aus dem Wald? Nachhaltiger ist der Naturbaum, auch wenn er nur eine Saison hält. Vorausgesetzt, man beachtet beim Kauf ein paar Dinge. Sie können sich ihren Baum aber auch selbst bauen. Eine Anleitung finden Sie hier.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Für mich gehört der Weihnachtsbaum dazu"

Weihnachtsbaum-Kerze wird angezündet
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Plastikweihnachtsbäume sind beliebt. In etwa zwölf Prozent der deutschen Haushalte steht so ein Exemplar. Und in Zeiten, in denen Naturschutz ein wichtiges Thema ist, halten viele den Kunststoffbaum sogar für die ökologische Alternative. Denn die Zahl der jährlich für Deutschland gefällten Weihnachtsbäume liegt je nach Quelle zwischen 23 und 30 Millionen.

Plastiktannen kommen fast immer aus China

Doch dem ist nicht so, wie Prof. Dr. Andreas W. Bitter, Vorsitzender der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland, weiß: "Studien zeigen, dass künstliche Tannen - je nach Herstellung und Produktionsland - 17 bis 20 Jahre verwendet werden müssten, bis sie sich ökologisch amortisiert haben. Jedoch setzen sie über die Jahre Staub an und verblassen farblich, sodass sie somit viel schneller auf dem Müll landen dürften."

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Hinzu kommt, dass vier von fünf künstlichen Christbäumen aus China importiert werden. Das belastet die Umwelt, denn bei der Produktion und dem Transport entsteht CO2. Problematisch ist auch die Entsorgung der aus PVC oder Polyethylen bestehenden Bäume, die früher oder später als Plastikmüll enden.

Echte Bäume sind echt Öko

Heimische Nadelbäume dagegen haben kürzere Transportwege und sind nach dem Fest ökologisch abbaubar. Sie werden zum Beispiel in Kompostieranlagen zu Humus. Oder - wie in Berlin - in Biomassekraftwerken in Strom und Fernwärme umgewandelt.

Echte Weihnachtsbäume besitzen aber noch weitere Vorteile. In den acht bis zwölf Jahren, in denen der Baum wächst, speichert er bereits klimaschädliches CO2. So bindet ein Hektar Weihnachtsbaumkultur in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff.

"Weihnachtsbaum mit dem reinsten Gewissen"

Laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) kommt der "Weihnachtsbaum mit dem reinsten Gewissen" entweder direkt aus dem Wald oder von Plantagen aus der Region und ist mit Zertifikaten wie FSC, PEFC, Naturland oder Bioland ausgezeichnet. Sie garantieren umweltfreundlichen Anbau. Anders als die Erzeuger, die ihre Bäume in Monokulturen züchten und dabei Insektizide und Herbizide einsetzen.

Der "Bastelbaum"

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zum Download Bauanleitung: Weihnachtsbaum aus Holz

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Wer richtig nachhaltig wirtschaften möchte und über handwerkliches Geschick verfügt, der kann sich seinen Weihnachtsbaum selber bauen. Die Waldschutzorganisation PEFC hat dazu eine Bauanleitung veröffentlicht, die Sie hier bei uns downloaden können. Das Beispiel ergibt einen etwa zwei Meter hohen Baum mit einem unteren Durchmesser von einem Meter. Verbaut werden circa 40 Meter Fichtenholz in verschiedenen Breiten. Kleiner Tipp: Nehmen Sie auch hier zertifiziertes Holz.

Sendung: hr1 Koschwitz am Morgen, 13.12.2019, 5-9 Uhr

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