Alkohol-Missbrauch (Symbolbild).

Wenn ein Freund oder ein Familienmitglied alkoholkrank ist, leiden meist auch die Angehörigen. Ein neuer Ratgeber hilft Mitbetroffenen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Wir stellen das Buch und eine Checkliste daraus vor.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hilfe und Tipps für Angehörige von Alkoholikern

Alkohol-Missbrauch (Symbolbild).
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"Im Wunsch zu helfen, geraten Anghörige und Freunde immer weiter in einen Kreislauf, in dem sie nach und nach das ganze Leben auf den Suchtkranken ausrichten", berichtet die Medizinjournalistin und Buchautorin Dr. Christine Hutterer. Nach außen hin werde das Bild der heilen Familie möglichst aufrecht erhalten, nach innen werde gebeten, gedroht, gebettelt, um den Betroffenen dazu zu bewegen, sein Trinkverhalten zu ändern. Meist erfolglos.

Alkoholmissbrauch: Immer noch ein Tabuthema

Dazu komme die Unsicherheit, wie man sich verhalten soll und die Scham, sich anderen mitzuteilen. Der neue Ratgeber "Alkohol - Wege aus der Hilflosigkeit" von Dr. Hutterer richtet sich konkret an Angehörige und Freunde mit all ihren Sorgen und Nöten. Denn auf Dauer macht das Mitleiden krank.

Checkliste*: Wie stark sind Sie als "Co-Alkoholiker" mitbetroffen?

*Auszug aus dem Ratgeber-Kapitel "Die eigene Rolle neu bewerten"

Diese Fragen können Ihnen einen Eindruck vermitteln, ob das Trinkverhalten Ihres Angehörigen oder Freundes negative Auswirkungen auf Sie hat und welche das sind. Haben Sie das Gefühl,

  • sich ständig um die Gesundheit des abhängigen Angehörigen zu sorgen?
  • häufig Aufgaben zu übernehmen, für die eigentlich der Angehörige zuständig ist?
  • immer wieder enttäuscht zu werden und das Vertrauen zu verlieren?
  • der Abhängigkeit Ihres Angehörigen hilflos ausgeliefert zu sein?
  • immer wieder Fehlverhalten oder Ausfälle Ihres Angehörigen anderen gegenüber entschuldigen zu müssen?
  • es unerträglich zu finden, dass die für Sie offensichtliche Abhängigkeit vom Angehörigen verleugnet wird?
  • nicht mehr richtig wahrgenommen zu werden?
  • selbst manchmal zu Alkohol, Tabletten oder anderem greifen zu wollen, um den Stress auszuhalten?
  • selbst krank zu werden vor lauter Sorgen und Stress?

Bereits ein "Ja" als Antwort zeigt, dass Sie mitbetroffen sind und unter der Sucht des Angehörigen oder Freundes leiden. Dann sollten Sie sich Rat und Unterstützung suchen, um einen Weg aus dem Teufelskreis zu finden und nicht ihr Leben dem Kampf gegen die Abhängigkeit unterzuordnen.

Nicht der Suchtkranke, sondern die Angehörigen stehen im Mittelpunkt

Der Ratgeber von Dr. Hutterer stellt nicht den Alkoholkranken in den Mittelpunkt, sondern kümmert sich gezielt um Angehörige und Freunde, die oft das Gefühl haben, nichts ändern zu können. Das Buch ermutigt die Leser, das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen, neue Wege zu gehen, Hilfe anzunehmen. Es hilft, Veränderungen in Gang zu bringen und Lösungen zu finden.

Weitere Informationen

Alkoholsucht: Zahlen und Fakten

Nach offiziellen Zahlen missbrauchen 1,6 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol. Weitere 1,7 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. Hinter jeder Person stehen mehrere Angehörige: Circa 10 Millionen Menschen haben Angehörige mit einer Suchterkrankung.

Ende der weiteren Informationen

"Problem Alkohohl: Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde" von Dr. Christine Hutterer ist 2019 im Verlag der Stiftung Warentest, Berlin, erschienen, kostet knapp 20 Euro und ist in Zusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. entstanden. Der Ratgeber enthält auch eine List mit Kontakten und Internetadressen, über die man unkompliziert Hilfe erhält.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 26.9.2019, 9 -12 Uhr

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