Muskelaufbautraining während einer Reha-Maßnahme

Nach längerer Krankheit oder einem Unfall stellt sich oft die Frage nach einer Reha, um schnell wieder fit zu werden. Doch wann hat man Anspruch und wie und wo stellt man einen Antrag?

Um eine Rehabilitationsmaßnahme genehmigt zu bekommen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Rehabilitation ist medizinisch notwendig und erfolgsversprechend.
  2. Sie sind gesundheitlich in der Lage, an den Therapien während der Reha teilzunehmen.

Zudem gibt es zwei Arten der Rehabilitation:

  1. Die Anschlussheilbehandlung direkt oder spätestens 14 Tage nach einem Klinikaufenthalt.
  2. Die Reha als Heilverfahren ohne vorherigen Klinikaufenthalt.

Die Anschlussheilbehandlung soll dem Patienten helfen, zum Beispiel nach einer Operation wieder zu Kräften zu kommen. Die Entscheidung darüber fällen die Ärzte im Krankenhaus. Der Sozialdienst der Klinik kümmert sich um den Antrag.

Bei der Reha als Heilverfahren ist der behandelnde Haus- oder Facharzt der richtige Ansprechpartner. Er muss in dem Antrag fachlich und plausibel erklären, warum die Reha nötig ist.

Antrag abgelehnt? Widerspruch einlegen!

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tipps zum Reha-Antrag von der Verbraucherzentrale

Schild der Verbraucherzentrale Hessen
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Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen rät im Gespräch mit hr1 zudem, auch den Selbstauskunftsbogen auszufüllen. Das ist zwar freiwillig, doch die Erfahrung zeige, dass dieses ausgefüllte Formular für eine positive Entscheidung eine wichtige Rolle spielt. Denn der Medizinische Dienst der Krankenkassen stützt sich auf diese Angaben. Sollte der Reha-Antrag dennoch abgelehnt werden - unbedingt innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen! Wenn möglich fügen Sie dem Widerspruch eine aktuelle Stellungnahme Ihres Arztes bei. In den meisten Fällen wird die Maßnahme danach genehmigt.

Auch beim Ort der Rehabilitation gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ambulante Therapie in einem Rehazentrum in der Nähe des Wohnortes, wenn man z.B. aus familiären Gründen während der Maßnahme abends daheim sein will.
  2. Stationäre Therapie in einem anderen Ort. Etwa, wenn man bei psychosomatischen Erkrankungen einen Tapetenwechsel braucht. Oder wenn aufgrund besserer Genesungsaussichten ein spezielles Klima, wie am Meer oder im Gebirge von Vorteil ist.

Bei der Wahl des Reha-Ortes hat man ein Mitspracherecht. Laut Daniela Hubloher sollte man dabei aber darauf achten, dass die Reha-Einrichtung einen Versorgungsvertrag mit dem Träger der Maßnahme hat. Sonst können Mehrkosten entstehen.

Wer ist für den Reha-Antrag zuständig?

Zuständig für Reha-Anträge sind für Berufstätige in der Regel die Deutsche Rentenversicherung und für Rentner die gesetzliche Krankenversicherung. Sollten Sie Ihren Antrag an die falsche Stelle geschickt haben, ist der Empfänger verpflichtet, Ihre Unterlagen binnen zwei Wochen an die richtige Adresse zu schicken. Die Sozialversicherungsträger müssen auch die Kosten für die Reha übernehmen. Bei stationärer Therapie muss man aber bis zu zehn Euro pro Tag zuzahlen. Bei ambulanter Reha können Kosten für Heil- und Arzneimittel entstehen.

Sendung: hr1 am Vormittag, 7.2.2020, 9-12 Uhr

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