Testportale Kombo

Von der Smartwatch bis zur Spülmaschine – wer sich etwas Neues kauft, sucht vorher im Internet nach seriösen Tests. Doch Vorsicht: Im Netz wimmelt es nur so von vermeintlich objektiven Warentests, die Schrottprodukte als Testsieger anpreisen. Mit diesen Tipps fallen Sie nicht auf Fake-Tests herein!

Stiftung Warentest - erste Heftausgabe

Vor 55 Jahren wurde bei der Stiftung Warentest mächtig Schaum geschlagen und gestichelt: Eines der ersten Testprodukte waren Handmixer und Nähmaschinen. Heute werden im Jahr rund 25.000 Produkte dem kritischen Urteil der Warentester unterzogen.

Tipps, wie Sie "Fake-Testportale" erkennen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Fehlurteile bei Stiftung Warentest

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Darunter zum Beispiel Bluetooth-Kopfhörer, Buntstifte, elektrische Zahnbürsten, Mähroboter, Medikamente, Notebooks, Rasensamen, Spülmaschinen, sprechendes Spielzeug und Treppenschutzgitter. Es gibt keinen Lebensbereich, der nicht zum Testgebiet wurde. Längst aber gibt es Nachahmer, die als vermeintliche Tester auftreten und Schrottprodukte als Testsieger anpreisen.

Mit diesen Tipps entlarven sie "Fake-Testportale":

  • Keine Produkte mit "mangelhaft"

Die falschen Tester bewerten häufig alle Produkte positiv - als "gut" bis "sehr gut" – denn sie wollen ja zum Kauf animieren. Diese Masche kann bei tatsächlich fehlerhaften Produkten sogar lebensgefährlich sein, etwa bei Kindersitzen, elektrischen Haushaltsgeräten oder Spielzeug. Die Stiftung Warentest und andere seriöse Testportale bewerten von "sehr gut" bis "mangelhaft", ausschließlich auf Basis ihrer objektivierten Untersuchungsergebnisse aus dem Testlabor.

  • Keine Fotos in Testsituationen

Sie sollten stutzig werden, wenn der angebliche Test nur mit den Fotos bebildert ist, die auch der verlinkte Onlinehändler verwendet. Glaubwürdiger dagegen sind Fotos, die das Produkt in verschiedenen Testsituationen zeigen.

  • Blumige Umschreibungen

Der Begriff "Testsieger" darf juristisch nur von demjenigen verwendet werden, der auch tatsächlich das Produkt getestet hat. Fake-Test-Portale nutzen deshalb gerne umschreibende Begriffe wie "Vergleichssieger" oder "Testbester".

  • Testbeschreibung fehlt

Weil sie nichts testen, können die falschen Testportale ihre Untersuchungen auch nicht beschreiben. Seriöse Test-Organisationen wie die Stiftung Warentest sowie die Testlabore der Computermagazine "CHIP" und "c't" erläutern klar und transparent, auf welche Art und Weise sie Produkte prüfen und bewerten. Aber Vorsicht: Faketester übernehmen gerne Formulierungen von echten Tests. Daher sollten sie am besten auf seriösen Test-Websites wie "www.warentest.de", "www.chip.de", "www.heise/ct" recherchieren.

  • Kein Impressum oder nur Verweis auf ein fernes Land

Viele Fake-Test-Seiten haben kein Impressum, obwohl das in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist. Durch ein fehlendes Impressum können die Macher oft nicht ausfindig gemacht und belangt werden. Gibt es doch ein Impressum, verweist es nicht selten auf Adressen in Ländern wie Peru oder Vereinigte Arabische Emirate. Meist fehlt auch die Datenschutzerklärung, auch diese ist in Deutschland Pflicht.

  • Link zum Händler kann ein Hinweis sein

Verweise zu Onlineshops sind ein Zeichen dafür, dass das Testportal eine Provision von den Händlern erhält. Und zwar dann, wenn der Kunde nach dem Anklicken des Links das Produkt beim Online-Händler kauft. Doch in der Regel sind die Link-Schaltflächen in einer Signalfarbe unterlegt, damit sie nicht zu übersehen sind. Das ist jedoch noch nicht unseriös. Auf Testseiten für Elektronikprodukte und Software von etwa "c't" findet man Rubriken wie "Test & Kaufberatung", in denen das Testverfahren klar und transparent beschrieben wird und Links zum jeweiligen Händler angeboten werden.

  • Hinweis auf Kauf-Link ist ok
Stiftung Warentest - Testprodukt

Das Testlabor von "CHIP online" weist den Besucher klar darauf hin, dass es für Links auf ihren Testseiten "gegebenenfalls eine Provision vom Händler" erhält. Auf die redaktionellen Beiträge hätten Unternehmen jedoch keinerlei Einfluss, betont "CHIP".

Weitere Informationen

Wer steht hinter der "Stiftung Warentest"?

Die Stiftung Warentest ist eine unabhängige Verbraucherorganisation und die bekannteste Stiftung in Deutschland. Sie wurde am 4. Dezember 1964 vom Deutschen Bundestag gegründet, nachdem Bundeskanzler Konrad Adenauer zwei Jahre zuvor ein "neutrales Warentestinstitut" angekündigt hat. Die Stiftung mit Sitz in Berlin wird durch Steuermittel gefördert und darf laut Satzung keine Einnahmen durch Werbeanzeigen erzielen. Deshalb bekommt sie eine jährliche Ausgleichszahlung vom Staat, die im Jahr 2018 knapp etwa sechs Prozent ihrer Einnahmen ausmacht. Zum größten Teil finanziert sie sich aber durch den Verkauf ihrer Hefte, Ratgeber-Sets- und -Bücher sowie die Lizenzierung der Test-Labels an Hersteller. Die Mitarbeiter und beauftragten Testlabors ermitteln und untersuchen Waren und Dienstleistungen verschiedener Anbieter. Die Testprodukte werden anonym im Laden gekauft und "anonymer Prüfmustereinkauf" genannt, oder in Online-Shops bestellt.

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Bei teuren Testverfahren sind die Tests nicht immer kostenlos

Die Stiftung Warentest prüft Produkte und Dienstleistungen nach wissenschaftlichen Methoden – ohne Einfluss von Herstellern, Anbietern und Anzeigenkunden. "Diese professionellen Tests sind sehr aufwendig und teuer, deshalb werden sie nicht kostenlos ins Internet gestellt", argumentiert die Stiftung Warentest.

Aber auch kostenlose Tests können seriös sein

Publikationen wie etwa das Computermagazin "c't" und "CHIP" testen ebenfalls unabhängig, veröffentlichen die Ergebnisse aus ihrem Testlabor, aber kostenlos. Die Experten-Teams aus Messtechnikern, Ingenieuren und Fachinformatikern entwickeln für jede Produktkategorie eigene, standardisierte Mess- und Bewertungsverfahren, die vergleichbare und objektive Ergebnisse liefern sollen.

Helfen Sie mit, vor Fake-Testern zu warnen!

Sind Sie schon mal auf einen erfundenen Test oder frisierte Testergebnisse gestoßen? Dann schicken Sie eine Mail an: fake-test@stiftung-warentest.de. So helfen Sie mit, andere Verbraucher vor unseriösen Angeboten zu warnen – und gegen Betrüger vorzugehen, die unter falscher Flagge mit gefälschten Testergebnissen werben.

Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 4.12.2019, 5 - 9 Uhr

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