Hamburger und Pommes

Mit eiserner Disziplin essen Sie maßvoll, kalorienarm und gesund - und trotzdem zeigt die Waage mehr Gewicht an? Ernährungswissenschaftler kennen jetzt die Ursache: sogenannte Maststoffe sabotieren das Abnehmen. Aber was genau sind Maststoffe, in welchen Lebensmitteln stecken sie und warum machen sie dick?

Maststoffe in der Nahrung sind nicht neu. Schon unsere Vorfahren wussten um ihre Wirkung und nutzten sie im Übermaß, um für "magere Zeiten" und vorhersehbaren Hungersnöten überlebenswichtige Fettreserven anzulegen. Doch in unserem Jahrhundert herrscht längst kein Nahrungsmangel mehr, sondern ein Nahrungsüberfluss. Die heimlichen Stoffwechselmanipulatoren müssen nicht mehr das Überleben sichern. Im Gegenteil: Die Antreiber für Übergewicht führen nun zu Übergewicht und damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen.

Denn Maststoffe sorgen für eine Stoffwechselverschiebung: Sie leiten die Nahrungsenergie vom Verbrauch in die Fettdepots und befeuern zudem noch unseren Appetit. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Phänomen hat der Hamburger Ernährungsexperte und Medizinjournalist Golo Willand recherchiert und erklärt es in seinem Ratgeber "Dickmacher Maststoffe".

Maststoffe verstecken sich auch in Bio-Lebensmitteln

Das fiese ist, dass Maststoffe oft gut getarnt sind. Doch Vorsicht: Auch wer nur Bio-Produkte im Einkaufskorb hat und glaubt, sich gesund zu ernähren, kann in die "Maststoff-Falle" treten. Denn Bio-Crunchy-Müsli, Bio-Fruchtjoghurt, asiatische Instant-Nudelsuppe, Bio-Brühwürfel, vegetarischer Brotaufstrich mit Hefe oder flüssige Bierhefe für die Darmflora können reichlich Maststoffe enthalten.

"Und manches Lebensmittel, das beim Einkauf noch maststoffarm war, laden wir in der Küche erst mit den Dickmachern auf – etwa in der Bratpfanne, im Backofen oder in der Mikrowelle oder mit Sonnenblumenöl", warnt Willand.

Wir können Maststoffe nicht komplett aus unserem Ernährungsplan streichen. Denn "einige dieser Stoffe sind lebensnotwendige Nährstoffe", betont der Buchautor. Es gehe nicht um eine Null-Maststoffe-Diät. "Das wäre auch gar nicht möglich", ergänzt Willand. Er empfiehlt seinen Lesern "eine Rückführung auf ein Maß, mit dem der Körper problemlos zurechtkommt".

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Auf frische Früchte achten!

Übrigens: Nur isolierter Fruchtzucker (Fruktose) und überreife Früchte in hohen Mengen kurbeln den Fettaufbau an. Frische Früchte machen dagegen nachweislich schlank. Aber Vorsicht vor der Honigmelone: Während andere Früchte beim Glutamat meist nicht über 20 Milligramm pro 100 Gramm hinauskommen, erreicht die Honigmelone sagenhafte 160 Gramm! Das ist weit mehr als beim Rindersteak oder der Putenbrust.

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Diese Maststofftypen gibt es

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft lassen sich insgesamt sechs Typen von Maststoffen unterscheiden:

  1. Umami: Glutamat als Geschmacksverstärker, z.B. in Maggi-Würze, Ketchup, Soja- und Pizzasauce, Grillsaucen und Bratenfonds, Fertigsalatsoßen, Brühwürfel und Wurstwaren
  2. Zuckerarten, die Fruktose enthalten: z.B. Honig, Haushaltszucker, Saccharose, Karamell- und Fruktosesirup, Invertzucker
  3. Süßstoffe: z.B. Diätkonfitüre, Diätlimo, Diätsäfte, Diätfruchtkonserven, Kaugummi, Süßigkeiten, Speiseeis, Müsli, Cornflakes und andere Cerealien sowie Süßstoff in flüssiger und Tablettenform - sogenannte "Tafelsüße"
  4. Glukose: Traubenzucker, z.B. in getrockneten Früchten wie Rosinen, Pflaumen, Datteln, Feige sowie in Pflaumenmus, Gelees und Konfitüren
  5. Eiweiße (Vollmilch) und Transfette: z.B. Frittier- und Bratenfett, Fertigprodukte wie in TK-Pizza, Burger und Snacks, wie etwa Chips, Müsliriegel und Gebäck (z.B. enthalten in Donuts, Croissants, Keksen) sowie frittierte Kartoffelspeisen (z.B. Kroketten, Pommes Frites)
  6. AGEs: Lebensmittel, die durch die Verschmelzung von Zuckerarten mit Eiweißen oder Fetten entstehen: z.B. Gebratenes (z.B. Speck, Gegrilltes wie Fleisch oder Tofu), Überbackenes (Lasagne, Pizza), Paniertes (z.B. Schnitzel, Fisch) und Frittiertes (z.B. Pommes, Brathähnchen) sowie Crunchy Müsli, Toastbrot, Waffeln
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Vorsicht vor Maststofftyp Nummer 1

Ein einfacher Brühwurfel oder ein Suppenkonzentrat sind Glutamatbomben: Die vegetarische Variante aus dem Bio-Regal ist nicht besser. Wenn die Veggie-Variante zudem noch Hefe enthält, kann der Masteffekt sogar noch höher sein als bei herkömmlichen Produkten!

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Ratgeber "Dickmacher Maststoffe"

Buchcover Maststoffe

Wie Maststoffe genau funktionieren und wie sie unseren Stoffwechsel beeinflussen, erklärt der Ernährungsjournalist Willand in seinem Buch "Dickmacher Maststoffe". Dieser Ratgeber zeigt auf, wie wir typische Maststoffe auf unseren Tellern erkennen und verringern können.

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Infos zum Buch

Golo Willand: "Dickmacher Maststoffe"
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag, München
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3833-872-853
Preis: 19,99 €

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"Damit geht automatisch auch die Kalorienzufuhr zurück, das Essen macht schneller und nachhaltiger satt", verspricht Willand. Auch die Zutaten für eine maststoffarme Kost sowie wichtige Regeln für die Zubereitung und eine gesunde Zusammenstellung von Nahrungsmitteln sind in dem Ratgeber aufgeführt. Außerdem können die Leser in einem Test feststellen, wie sie sich ernähren und ob sie sich in Sachen Maststoffen im Roten Bereich befinden.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 12.2.2020, 9 - 12 Uhr

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